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Grazer philosophische Studien

Grazer Philosophische Studien
73/2006

In der BrentanoForschung spricht man von einer „reistischen Wende“ in der Philosophie von Franz Brentano, einer „Abkehr vom Nichtrealen“. Einig ist man sich, dass Brentano in der vorreistischen Zeit dem intentionalen Objekt einen besonderen ontologischen Zustand zugeschrieben hat, um dann im Gefolge der reistischen Wende diese Auffassung zu revidieren. Demgegenüber weist der Grazer Philosoph Werner Sauer nach, dass diese ontologische Deutung unhaltbar ist. Sie beruht auf einem Missverständnis von Brentanos Auffassung des Relationalen. Sauer rekonstruiert die Stationen von Brentanos Verständnis des Denkaktes: Zunächst war der Denkakt ein echtes Relatives, weil er ein nichtreales Korrelat hatte; sodann gegen Ende der vorreistischen Zeit ein uneigentliches Relatives, weil er ein nichtreales Korrelat hatte; darauf in der ersten reistischen Wende als solcher überhaupt kein Relatives und endlich wieder ein Relatives, worauf sich der Kreis schließt. Tanja Pihlar stellt die Theorie der Vorstellungsproduktion vor, die der slowenische Philosoph France Weber (18901975) 1928 ausgearbeitet hat und die (bislang) nur in slowenischer Sprache vorliegt (eine unveröffentlichte deutsche Übersetzung befindet sich im WeberNachlass in der Forschungs und Dokumentationsstelle für österreichische Philosophie in Graz). Die Vorstellungsproduktion ist für Weber ein ursprüngliches Übergehen vom passiven Vorstellen zum zugeordneten aktiven Vorstellen. Vorstellungen werden zunächst produziert, indem wir sie als ursprüngliche gewinnen. Diese dienen als psychologische Voraussetzungen jener Vorstellungen, zu denen wir auf andere Weise gelangen, etwa mittels Vorstellungsassoziation oder mittels Vorstellungsdetermination. Torsten Wilholt (Bielefeld) geht der Frage nach, wieso die Mathematik in der Wissenschaftsphilosophie nach dem Krieg (im Gegensatz zum Beginn des Jahrhunderts) so wenig Aufmerksamkeit gefunden hat. Wilholt führt dies auf die Entwicklung des Logischen Positivismus, insbesondere die Entwicklung von Carnaps Denken zurück.
Unter Realisten ist die Ansicht verbreitet, es sei konsistent zu glauben, unsere Welt sei eine Totalität von absoluten Tatsachen, und unsere Repräsentation der Welt sei perspektivisch. Michael Lynch hat diese Auffassung als Pluralist in Zweifel gezogen, indem er argumentiert, ein Relativismus bezüglich des repräsentationalen Inhalts ziehe einen Relativismus hinsichtlich Tatsachen nach sich. Achim Lohmar zeigt, dass Lynchs Argumentation fehlgeht.

Grazer Philosophische Studien

74/2007

 

Enthält die Beiträge der Erfurter Tagung „Philosophical Knowledge  Possibility and Scope“ vom September 2005. Behandelt werden A priori-Erkenntnis und die Rolle der Intuitionen (A. Goldmann, H. Kornblith, E. Sosa, T. Grundmann, T. Williamsam), transzendentale Argumente (Q. Cassam, R. Stern, A. Burri), analytische Philosophie und ihre Methode (E. Brendel, M. Esfeld, H. Glock, F. Jackson, M. Willaschek) und Phänomenologie und analytische Philosophie (D. Follesdal, C. Beyer).









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