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Philosophen/innen

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Bermes - Beurton

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BERMES, CHRISTIAN

Jahrgang 1968, Hochschuldozent für Philosophie an der Universität Trier, Geschäftsführer der Max-Scheler-Gesellschaft und des Instituts für Medien und Kultur an der Universität Trier, Mitherausgeber des Archivs für Begriffsgeschichte, Hochschuldozent an der Universität Trier, dann Professor für Philosophie an der Universität Landau. 
Arbeitsgebiete: Phänomenologie, Scheler, Medien, Anthropologie.
 http://www.uni-koblenz-landau.de/landau/fb5/iew/philosophie/PersonenPHI/professoren/Bermes
bermes@uni-landau.de

BERNARDY, JÖRG

Jörg Bernardy, geboren 1982, hat in Köln, Paris und Düsseldorf Philosophie und Literaturwissenschaften studiert. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, wo er mit renommierten Autoren und Professoren wie Peter Sloterdijk und Wolfgang Ullrich zusammenarbeitete. Zuletzt war er mehrere Jahre für DIE ZEIT tätig. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Philosophie der Medien, Kultur, Gesellschaft und Ästhetik. Er interessiert sich für die Verbindung von Theorie und Praxis sowie die vielfältigen Erfahrungsmöglichkeiten, die philosophischen Ideen zugrunde liegen. Jörg Bernardy lebt als freier Autor in Hamburg.

Arbeitsschwerpunkte: Medien- und Kunstphilosophie, Ästhetik, Poststrukturalismus, Foucault. Philosophie der literarischen Formen.

BERNASCONI, ROBERT

geb. 1950, Lillian and Morrie Moss Chair of Excellence in Philosophy, Memphis State University
Arbeitsgebiete: Heidegger, Gadamer, Levinas, Derrida.
http://en.wikipedia.org/wiki/Robert_Bernasconi
rbernscn(at)memphis.edu

BERNDT, RAINER

Geb. 1951, Dr. theol. habil., Professor für Geschichte der Philosophie und der Theologie im Mittelalter an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt.
Jesuit seit 1973. Leiter des Hugo von Sankt Viktor-Instituts für Quellenforschung des Mittelalters.
AG: Viktoriner, Hildegard von Bingen, Exegesegeschichte, Dogmengeschichte
http://www.sankt-georgen.de/hugo/rainer_berndt.htm

BERNERT, SANDY

geb. 1979, studierte Kulturwissenschaften in Frankfurt an der Oder und Barnaul mit den Schwerpunkten Literaturwissenschaft, Kulturgeschichte und Philosophie. Promoviert im Exzellenznetzwerk Aufklärung - Religion - Wissen an der Universität Halle-Wittenberg sowie am Institut für Philospohie der TU Dresden über den Sprung bei Leibniz, Hegel und Kierkegaard. Sein beesonderes Forschungsinteressegilt der kantischen Transzendentalphilosophie und der Fundamentalontologie Heideggers.

BERNET, RUDOLF

geb. 1946 in Luzern, Ordinarius an der Katholieke Universiteit Leuven, seit 1997 Leiter des Husserl-Archives, Herausgeber der Reihen "Husserliana" und "Phaenomenologica".
Professor und Psychoanalytiker in Leuven/Belgien.
Arbeitsgebiete: Theorien des Subjekts und Phänomenologie der Erinnerung, Husserl, Lacan, Freud, Psychoanalyse, französische Philosophie, Gadamer

BERNHARD, PETER

geb. 1968 in Worms, studierte Philosophie, Soziologie und Pädagogik in Frankfurt, seit 1999 wissenschaftlicher Angestellter am Lehrstuhl II für Philosophie, Universität Erlangen-Nürnberg, 2000 Promotion über Euler-Diagramme

BERNREUTER, BERTOLD

Vertreter der unterkulturellen Philosophie, lehrt an der Universidad Intercontinental in Mexiko-Stadt Philosophie und ist Redaktor des Internetforums "polylog. Forum für interkulturelle Philosophie" www.polylog.org   berneuter(at)polylog.org

BERTHOLD, JÜRG

1992 Promotion bei Schobinger über Althusser, Mittelschullehrer in Zürich

BERTINETTO, ALESSANDRO GIOVANNI

1990-1995 Studium der Philosophie an der Università die Torino, 2000 Promotion über Fichte.
alessandro.bertinetti@uniud.it

BERTRAM, GEORG W.

Professur Prof. Dr. Georg W. Bertram
Arbeitsbereich Ästhetik und theoretische Philosophie, FU Berlin
georg.bertram(at)fu-berlin.de
http://www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/we01/institut/arbeitsbereiche/ab_bertram/index.html

academia.edu (289 Followers)

https://fu-berlin.academia.edu/GeorgBertram

Lebenslauf

2009-2011: Geschäftsführender Direktor des Instituts für Philosophie der FU Berlin, seit Oktober 2011 Stellvertretender geschäftsführender Direktor

Seit August 2007: W2-Professur für Philosophie (Schwerpunkt: Philosophische Ästhetik) auf Zeit an der Freien Universität Berlin

2005: Positive Zwischenevaluation als Juniorprofessor für Philosophie, Universität Hildesheim

2004: Habilitation, Universität Hildesheim ("Die Sprache und das Ganze. Entwurf einer antireduktionistischen Sprachphilosophie"; Gutachter: Prof. Dr. Günter Abel, Prof. Dr. Tilman Borsche, Prof. Dr. Martin Seel)

Oktober 2002 bis Juli 2007: Juniorprofessor für Philosophie, Universität Hildesheim

1997: Promotion, Universität Gießen ("Die Philosophie des Sturm und Drang"; Gutachter: Prof. Dr. Odo Marquard, Prof. Dr. Martin Seel)

1993: MA Philosophie und Germanistik, Universität Gießen

 
Forschungsprojekt

Forschungsprojekt: Der Begriff der Künste. Eine Neubestimmung

DFG-gefördertes Forschungsprojekt zum Begriff der Künste. Projektleitung zusammen mit Daniel M. Feige. Laufzeit: 2016-2019.

neuere Publikationen:

In Vorb.

Hegels Phänomenologie des Geistes. Ein systematischer Kommentar, Stuttgart: Reclam.

2014: Kunst als menschliche Praxis. Eine Ästhetik, Berlin: Suhrkamp ((spanische Version: El arte como praxis humana: Una estética, übers. von José Zuniga, Granada: Comares 2016; italienische Version, übers. von Alessandro Bertinetto, Mailand: Cortina

In Defence of a Hermeneutic Ontology of Art, in: Trópos. Journal of Hermeneutics and Philosophical Criticism 9. Jg., Heft 1, 11-24.

Hamlet, in: Georg W. Bertram (Hg.): Philosophische Gedankenexperimente, Stuttgart: Reclam (2. Auflage), 162-168.

Gesellschaftskritik als Sprachkritik? Von Benjamin und Adorno zu einer konflikttheoretisch gewendeten Anerkennungstheorie, in: Stefan Deines und Philip Hogh (Hg.): Kritische Theorie und Sprache, Frankfurt/M.: Campus, 49-68.

Spuren von Spuren. Über Leben und Tod im ästhetischen Bild, in: Philipp Stoellger und Jens Wolff (Hg.): Bild und Tod. Grundfragen der Bildanthropologie, Tübingen: Mohr, Band II, 581-595.

Warum der Mensch Künste braucht. Überlegungen zur Relevanz ästhetischer Bildung, in: Max Fuchs und Tom Braun (Hg.): Die Kulturschule und kulturelle Schulentwicklung. Band 2: Die ästhetische Dimension von Schule, Weinheim: Beltz 2016, 106-122.

 

Zur Philosophie haben Bertram das Interesse an begrifflichen Zusammenhängen, am sprachlichen Ausdruck und die begriffliche Beherrschung des sprachlichen Ausdrucks geführt. Geprägt haben seinen Werdegang insbesondere seine philosophischen Lehrer Odo Marquard und Martin Seel, aber auch so unterschiedliche Philosophen wie  Davidson, Derrida und Gadamer. Entsprechend ordnet er sich sowohl in die sprachanalytische wie auch die hermeneutische und die strukturalistisch-phänomenologische Tradition ein. Bertram ist denn unter den deutschsprachigen Gegenwartsphilosophen auch einer der wenigen, der die unterschiedlichen philosophischen Richtungen in ein Gespräch bringt. Diese schließen einander seiner Meinung nach nicht aus, vielmehr werden in den verschiedenen Richtungen analoge Problemlagen durchdacht. Für Bertram ist Philosophie wesentlich ein kommunikatives Unternehmen. Deshalb hat die Lehre für ihn eine große Bedeutung. Insbesondere im Forschungskolloquium sieht er einen Raum, indem interessante Leute ernsthaft miteinander philosophische Fragestellungen diskutieren. Bertram gehört auch zu den Gründern des seit 1995 jährlich in Evianam Genfer See stattfinden Philosophischen Kolloquiums, wo intensiv in  französischer, deutscher und englischer Sprache diskutiert wird. 

 In seiner Habilitationsschrift hat er unter dem Titel „Die Sprache und das Ganze“ die These verteidigt, dass man Fragen sprachlicher Bedeutung nur in einer Analyse des Gesamt des menschlichen Weltverhältnisses klären  kann. Für ein angemessenes Verständnis sprachlicher Bedeutung ist die Einsicht wesentlich, dass Sprache mit Selbstthematisierung und Selbstgestaltung zusammenhängt.  Jemand versteht einen Ausdruck nur dann, wenn er das, was er damit sagen will, auf irgendeine Art und Weise auch anders sagen kann. Er sieht eine Verbindung zwischen dem Reflexiven in der Sprache und der Kunst. Auf diese Weise ist er zu einer Auseinandersetzung mit der Kunst gekommen  Auch künftig will er dieses Thema in unterschiedlichen Hinsichten weiter verfolgen. Im Zentrum stehen dabei die Begriffe des Selbstbewusstseins und der Reflexion.

Gearbeitet hat Bertram neben der Sprachphilosophie vor allem im Bereich der  Ästhetik. Hier beschäftigt ihn die Frage, was es heißt, dass wir Wesen sind, deren geistige Praxis  auch zu Kunstwerken, zur Kunstproduktionen und zur Kunstrezeption führt. „Welchen Wert hat Kunst für uns“, könnte man die Frage schlagwortartig wiedergeben (siehe auch Zeitschriftenschau: Allgemeine Zeitschrift für Philosophie). Gute Philosophie ist für Bertram eine begrifflich klare Erläuterung wesentlicher Aspekte des menschlichen Weltverhältnisses. Die Philosophie muss dabei ihre eigenen Möglichkeiten mitdenken. Auf die Frage, welche Klassiker für ihn besonders wichtig sind, muss er länger nachdenken. Er nennt dann Kant, Hegel, Heidegger und Wittgenstein Eine Gefahr für die Philosophie  sieht Bertram darin, dass sie sich auf eine unglückliche Art und Weise von Traditionen abschneidet. 

Positionen:
Anthropologie: Das Menschsein des Menschen ist keine Essenz und auch kein historisches Phänomen, es ist der ständige prozessuale Rekurs des Menschen auf sich selbst: Menschen sind Wesen, die einen solchen prozessualen Rekurs entwickelt haben.
Aesthetik:  Gemäss der Autonomiethese, wie sie etwa von Rüdiger Bubner vertreten wurde, sind in einem Kunstwerk unterschiedliche Elemente so konfiguriert, dass sich nicht definitiv angeben lässt, wovon ein Kunstwerk handelt, was unerschiedliche Elemente in ihm bedeuten. Die Kommunikation mit einem Kunstwerk erweist sich in diesem Sinne immer als brüchig
W. Bertram sieht eine Gefahr, dass man mit diesem Theorem in die negativitätsästhetische Falle tappt: Man kann den Wert von Kunst für eine menschliche Praxis, ihre praktische Wirksamkeit nicht mehr erläutern. Um zu klären, ob man die Autonomiethese vertreten kann, ohne in diese Falle zu tappen, begreift Bertram von Hegel her die sinnliche Materialität als Basis der Eigengesetzlichkeit der Kunst. Er sieht ein Kunstwerk als einen Zusammenhang unterschiedlicher Elemente wie Wörter, Töne oder Farbflächen. Diese Elemente werden in einem Wechselspiel von Elementen innerhalb des Kunstwerks selbst bestimmt. Es sind dies vielfältige Beziehungen, die mittels eines Selbstbezuges zustande kommen, das sich auf die Gestaltung des Werkes insgesamt richtet und die als strukturgebende Beziehungen innerhalb des Werkes hervortreten. Das bedeutet, dass ein Kunstwerk als ein dynamisches Gefüge verstanden werden muss, was sich nicht ohne Rekurs auf die Auseinandersetzung, mit denen Rezipienten mit Kunstwerken stehen, leisten lässt. Diese Auseinandersetzung ist unbegrenzt, da das komplexe Gefüge des Kunstwerks eine immer neue Bestimmung mit Elementen zulässt. Diese Auseinandersetzung sieht Bertram nicht als ein kognitives, sondern vielmehr als ein praktisches Geschehen.

BERVE, ALJOSCHA

geb. 1984, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seit 2012 ist er Geschäftsführer und stellvertretender Vorsitzender der European Society for Process Thought e.V.

BETSCHART, ALFRED

Promotion an der Universität St. Gallen. Schweizer Sartre-Forscher, Mitglied des Vorstands der Sartre-Gesellschaft e.V., Betreibt die Seite www.sartre.ch

BETSCHART, CHRISTOF

15.03.1976 Geburt in Stans (Kanton Nidwalden, Schweiz)
1983-1989 Primarschule in Stans
1989-1996 Mittelschule des Kantons Nidwalden in Stans
1996 Maturität mit Typus B (Latein)
1997-1998 Beginn des Theologiestudiums an der Universität Fribourg (Schweiz)
November 1998 Eintritt bei den Karmelitern (OCD) der Provinz Avignon-Aquitaine in
Montpellier, Frankreich
2000-2004 Fortsetzung des Theologiestudiums an der Universität Fribourg (Schweiz)
15.10.2004 Theologielizentiat (s.c.l.)
(De universa-Examen: Dogmatik, Moral, Patristik)
27.01.2005 Preis der Freunde der Universität Fribourg für die Lizentiatsarbeit
„Christliche Philosophie bei Edith Stein – aufgezeigt an Sinn und Ort der
Trinitätstheologie in ‘Endliches und ewiges Sein’” unter Leitung von Prof.
Dr. Barbara Hallensleben
2005-2006 Philosophiestudium an der Universität Freiburg i.Ue.
Feierliche Ordensprofess, Diakons- und Priesterweihe
Juli 2006 Philosophiebachelor (s.c.l.)
2006-2008 Philosphiestudium an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom
2007-2008 Studierendenvertreter der philosophischen Fakultät an der Gregoriana
2007-2008 Präsident der società filosofica dell’università Gregoriana (sofug)
Juli 2008 Philosophielizentiat (s.c.l.)
2009-2010 Stipendiat für das Projekt des Schweizerischen Nationalfonds « Das
Verständnis der menschlichen Seele bei Edith Stein – Zur Klärung eines
grundlegenden Begriffs » (18 Monate)
2010-2012 Diplomassistent Fundamentaltheologie in Freiburg i. Ue. (Prof. Guido
Vergauwen OP)
Portfolio Christof Betschart, o.c.d. (2014) 2
2011-2012 Präsident des Mittelbaus der Theologischen Fakultät der Universität
Freiburg i. Ue.
Oktober 2012 Defensio der Doktorarbeit
« ‘Unwiederholbares Gottessiegel’. Zum Verständnis der personalen
Individualität in Edith Steins philosophisch-theologischem Horizont »
unter Leitung von Prof. Dr. Barbara Hallensleben (s.c.l.)
2012- Leiter des Institut Jean de la Croix in Toulouse
Lehrbeauftragter an der Theologischen Fakultät des Institut Catholique
de Tolouse
Externer wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Freiburg i. Ue.
2013- Eingeladener Professor an der Päpstlichen Theologischen Fakultät
Teresianum (theologische Anthropologie, ein Semester pro Jahr)


Forschungsgebiete
• Edith Steins Leben und Werk
• Christliche Philosophie
• Philosophische und theologische Anthropologie (personale Individualität



BETZ, GREGOR

1997-2002 Studium der Philosophie, Mathematik, Politik- und Wirtschaftswissenschaften in Berlin und Paris, 2004 Promotion an der FU Berlin, 2005-2008 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Logik und Wissenschaftstheorie des Instituts für Philosophie der FU Berlin, 2008 Habilitation über "Theorie dialektischer Strukturen", seit 2008 Juniorprofessor für "Theory of Simulation" am Institut für Philosophie der Universität Stuttgart, 2009/2010 Fellow am Wissenschaftskolleg Greifswald und Mitarbeit am Projekt "Ar Dys", das die Dynamik komplexer Kontroversen untersucht.
Arbeitsgebiet: u.a. Klimaforschung, Argumentation

 

 

BETZLER, MONIKA
Monika Betzler ist in Deutschland aufgewachsen und hat an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Philosophie, Deutsche Philologie und Geschichte studiert. Nach einem Zwischenjahr an der Université Lyon, um französische Literatur- und Sprachwissenschaft zu studieren, setzte sie ihr Studium in München fort. Sie doktorierte 1992 und ging danach als Trainee und Expertin nach Brüssel, zur Kommission für prospektive Analysen der Europäischen Gemeinschaften. Es folgten ein Jahr als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Göttingen und zwei Jahre in Cambridge, USA, an der Harvard University. Sie machte dort 1996 ihren Master of Public Administration und arbeitete danach als Visiting Scholar am Philosophy Departement der gleichen Universität. Zurück in Deutschland (1997), arbeitete sie bis 2004 als wissenschaftliche Assistentin in Göttingen. Dazwischen ging sie als Visiting Scholar an die University of California in Berkeley/USA und kam im Wintersemester 2003/04 als Gastdozentin nach Bern. Ab 2004 war sie wissenschaftliche Assistentin an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Lehrstuhl für politische Theorie und Philosophie und habilitierte sich dort ein Jahr später. Seither arbeitete sie in München als Oberassistentin. Ab 2007 Professorin für Philosophie an der Universität Bern. Vertritt einen analytischen Ansatz. Schülerin von Julian Nida-Rümelin.

Forschungsgebiete: Handlungs- und Rationalitätstheorie; Moralpsychologie; normative Ethik. http://www.philosophie.unibe.ch/lenya/philo/live/institutsangehoerige/betzler.html

Positionen:
Viele Menschen leiden an depressiven Stimmungen und sind daher nur unzureichend in der Lage, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Das zeigt sich daran, dass sie nicht das tun können, was sie wirklich wertschätzen, da ihre negativen Emotionen sie daran hindern. Angenommen, es gäbe Psychopharmaka ohne Nebenwirkungen, die das änderten – wären diese als Mittel zur Verbesserung unserer emotionalen Befindlichkeit legitim? Monika Betzler (Bern) sucht nach einem Massstab, der es erlauben würde, solche als prinzipiell erlaubt oder verboten zu klassifizieren. Diese Frage ist deshalb von Wichtigkeit, weil dabei eine Veränderung der ganzen Persönlichkeit auf dem Spiel steht. Eine Quelle der Rechtfertigung solcher Eingriffe findet sie im Begriff der Autonomie. Denn zum einen müssen die Gründe, die eine Entscheidung zur Veränderung der eigenen emotionalen Befindlichkeit stützen können, das reflektieren, was die betreffende Person selbst als für sich gut erachtet und somit nicht durch äussere Manipulation zustande gekommen ist. Andernfalls würden sie ein Leben führen, das in einem emphatischen Sinne nicht ihres ist. Betzler nennt dies die „Wertungsbedigung“ von Autonomie. Zum anderen muss die betreffende Person sich an Gründen orientieren und durch sie ihr Leben kontrollieren können, die „Kontrollbedingung“ von Autonomie.
Vor diesem Hintergrund vertreten Gegner von Neuro-Enhancement eine Theorie der Autonomie, die auf der Intuition der Treue zu sich selbst und der Aneignung der die betreffende Person stabil kennzeichnenden Eigenschaften basiert. Eine Veränderung der eigenen emotionalen Disposition ist einem solchen Hintergrund ausgeschlossen: wir würden unsere Identität so verändern, dass wir uns selbst nicht mehr treu sein können. Befürworter von Neuro-En hancement vertreten eine alternative Theorie. Sie interpretieren die Wertungsbedingungen so, dass eine Person ihre Werte wählen kann. Dies ist Ausdruck der liberalen Aufassung, der zufolge jeder sich nach selbst gewählten Werten neu gestalten kann. Autonomie ist also ein normativer Begriff. Die jeweilige Verwendung legt den Umfang so fest, dass er voraussetzt, was er erst zeigen soll: dass Neuro-Enhancement zulässig bzw. nicht zulässig ist. Für eine nicht-zirkuläre Begründung braucht es deshalb einen Autonomiebegriff, der auf substantielle Annahmen über Selbstveränderung verzichtet
Monika Betzler greift deshalb auf den Begriff des Wohlergehens zurück. Eine Neuro-Enhancement-Massnahme ist dann rechtfertigbar, wenn sie das Leben der betreffenden Person besser macht. Autonomie ist jedoch ein von Wohlergehen unabhängiger Wert, der u.a. darin besteht, sich aus eigenen Gründen auf Ziele festzulegen. Massnahmen des emotionalen Neuro-Enhancements können gerade deshalb abzulehnen sein, weil sie zwar das Wohlergehen der betreffenden Person befördern, aber ihre Autonomie unterminieren. Betzler kommt nun zum Fazit: Neuro-Enhancement derEmotionen kann nur dann gerechtfertigt werden, wenn sich die prä-transformierte Person aufgrund ihrer Fähigkeiten und Eigenschaften autonom zu einer Veränderung ihrer selbst entscheiden kann. Zugleich muss die erfolgte Veränderung sowohl von der post-transformierten Person selbst als auch von der drittpersonalen Perspektive als Stärkung ihrer Autonomie bzw. als Erwerb einer neuen Autonomie anerkannt werden. Eine solche Verbesserung muss a) eine verbesserte Wahrnehmungsfähigkeit von Objekten und Umständen, die eine emotionale Reaktion verdienen und damit eine Verbesserung unserer Mechanismen, emotionale Gründe aufzuspüren, b) die verstärkte Neigung, angemessene und kohärente Emotionen zu fühlen und c) die gesteigerte Fähigkeit, seine emotionalen Einstellungen im Falle eines Irrtums zu korrigieren, beinhalten.
Philosophie naturalis 2/2009

BEURTON, PETER JOHN

geb. 1943, Studium der Biologie in Berlin (Humboldt-Universität), Promotion Dr. rer. nat. 1973, 1972-91 wiss. Mitarbeiter am Zentralinstitut für Philosophie an der Akademie der Wissenschaften der DD, Habilitation 1988, 1991-94 Forschungsschwer-punkt für Wissenschaftsgeschichte und -philosophie der Max-Planck-Gesellschaft, seit 1994 wiss. Mitarbeiter im Marx-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (Berlin).







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