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Philosophen/innen

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Dabrock - Desai


DABROCK, PETER

geb. 1964, Studium der Evangelischen und Katholischen Theologie, Philosophie und Soziologie in Würzburg, Bonn und Bochum, dann nach Vikariatsdienst von 1995-2002 Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Systematische Theologie (Ethik) an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum. 1999 Promotion (scl; von der DFG ausgezeichnet) mit der 2000 veröffentlichten Arbeit „Antwortender Glaube und Vernunft. Zum Ansatz evangelischer Fundamentaltheologie“. Im Wintersemester 2003/2004 Fellow am Zentrum für Interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld in der ZiF-Task Force „Public Health Genetics“. Nov. 2005 Fellow am Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen. Seit Okt 2002 Juniorprofessor für Sozialethik/Bioethik am Fachbereich Evangelische Theologie der Philipps-Universität Marburg.

DÄRMANN, IRIS

Dr. phil., Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Kulturwissenschaften der Universität Lüneburg, s2000 DFG-Stipendium, Habiliatation, danach Privatdozentin am Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft der Universität Köln, Mitarbeiterin des Exzellenzclusters "Kulturelle Grundlagen von Integration" der Universität Konstanz, Professorin für Geschichte der Kulturtheorien am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin.
Arbeitsgebiete u.a. Medien, Kultur, Essen,Theater. Kulturwissenschaftlicher und ethnologischer Ansatz.
http://www.culture.hu-berlin.de/id
daermann@culture.hu-berlin.de

Positionen:

Damit dass alles kulturell ist, d.h. alles gemacht, hergestellt, erzeugt und konstruiert ist, wird auch das, was traditionell als Unverfügbares, Vorgegebenes und unzugänglich Anderes Wesentlichkeit und Unwandelbarkeit für sich in Anspruch nehmen konnte, miteingeschlossen. Wenn wir uns immer schon in Kultur befinden, so Iris Därmann, können Fragen nach dem Grenzverlauf zwischen Natur und Kultur nur in Form von Grenzerzählungen, Gründungsmythen, Ursprungsphantasien, hypothetischen Konstruktionen und Vexierbildern behandelt werden. Solche symptomatischen Erzählungen müssen jeweils, wenn sie einen fiktiven Schritt zurück in einen vorkulturellen Zustand wagen, etwas von dem voraussetzen, dessen Möglichkeit, Herkunfts- und Entstehungsgeschichte sie jeweils im Uebergang zur Kultur vor Augen zu führen suchen. So lassen sich beispielsweise die Grenzgeschehen zwischen Mensch und Tier - eine zoologische Operation, die ausnahmsweise jede Anthropologie vollzieht - nicht von einem olympischen Ort aus in den Blick nehmen, sondern nur aus einer Perspektive, die auf der einen oder anderen Seite dieser Grenze lokalisiert und von der Fremderfahrung einer „Zugänglichkeit des original Unzugänglichen“ (Husserl) gekennzeichnet ist (Zeitschrift für Kulturphilosophie 2/2011).

DAHLMANN, KARSTEN

Karsten Dahlmanns studierte Philosophie, Slawistik und Germanistik in Göttingen und Berlin und promovierte an der Technischen Universität Berlin mit einer Arbeit über Karl Popper. Dahlmanns lehrt seit 2004 an Hochschulen in der Republik Polen, gegenwärtig an der Hochschule für Fremdsprachen in Tschenstochau und der Schlesischen Universität in Sosnowiec. Im Jahr 2009 erschien seine Monographie Wissenschaftslogik und Liberalismus. Mit dem Kritischen Rationalismus durch das Dickicht der Weltanschauungen im Weidler-Verlag, Berlin, mit einem Geleitwort von Professor Hans Poser.

DALBOSCO, CLAUDIO ALMIR

Geboren 1964, Professor an der Universität Passo Fundo (Brasilien)
Arbeitsschwerpunkte: Bildungsphilosophie, Kant, Rousseau, Mead

DANDYK, ALFRED

studierte Physik, Mathematik und Philosophie an der Universität Bonn.. Nach dem Staatsexamen Lehrtätigkeit in der Erwachsenenbildung. Interessenschwerpunkte: Didaktik der Geschichte der Philosophie, Sartre.

DANNECKER, SUSANNE

Gymnasiallehrering für Deutsch, Geschichte und Ethik/Phiosophie in Reutlingen;
Multiplikatorin in der Lehrerfortbildung in Baden-Württemberg


DANGELMAYR, SIEGFRIED

Dr. phil., Dr. theol. habil., geboren 1939, studierte in Tübingen und München Theologie, Philosophie und Latein, ab 1974 Wissenschaftlicher Bibliothekar und Lehrbeauftrager für Philosophe an der Päd. Hochschule Reutlingen. Arbeiten über Nikolaus von Kues und Marx.

DANNEBERG, LUTZ

Prof. Dr. phil., geb. 1951. Studium der Mathematik, Philosophie und Germanistik in Berun und Hamburg, 1986 Promotion in Philosophie, 1986-93 Hochschulassistent an den Universitäten Hamburg und Bern, 1990 Habilitation in Philosophie und Neuerer deutscher Literaturwissenschaft, seit 1993 Professor für Methodologie, Hermeneutik und Geschichte der Germanistik an der Humboldt-Universität.

DANNEMANN, RÜDIGER

Dr. phil., Essen, Marxist, plädiert für eine Wiedergeburt des Marxismus als Philosophie der Moderne durch eine Revision der kategorialen Basis. Plädiert für eine marxistisch orientierte universale Ethik, wobei er auf Lukacs Ontologie zurückgreifen will.
Arbeitsgebiet: Lukács, Kofler, Marxismus

DANZ, CHRISTIAN

geboren am 28.9.1962 in Pößneck, 1985-1990 Studium der evangelischen Theologie an der Universität Jena. 1984 Promotion über die Christologie Schellings. 1999 Habilitation für das Fach Systematische Theologie an der Universität Jena mit einer Arbeit über Tillich. Seit 1999 Privatdozent für das Fach Systematische Theologie an der Universität Jena. dann Professur für Systematische Theologie an der Universität Wien.
christian.danz@univie.ac
Arbeitsschwerpunkte
: Religionsphilosophie des Deutschen Idealismus.

DARGE, ROLF

Studium der Philosophie, Romanistik, Germanistik, Pädagogik in Düsseldorf, Tours, Bonn, Köln. 1989-1996 wissenschaftliche Hilfskraft und wiss. Mitarbeiter am Philosophischen Seminar der Universität Köln, 1995 Promotion über Thomas von Aquin, 2002 Habilitation über Suarez, 2005/2006 Vertretung des Lehrstuhls für Philosophie des Mittelalters an der Universität Salzburg.
Arbeitsgebiete: Geschichte der Metaphysik, Mittelalter, Thomas, Duns Scotus, Suarez, Ockham

DAVIDS, TOBIAS

geboren 1981, Studium der Philosophie und mittelalterlichen Geschichte in Düsseldorf, Leuven und Köln, seit 2008 Kollegiat der Forschungsgemeinschaft a.r.t.e.s., seit 2010 Erasmus-Koordinator am Philosophischen Seminar der Universität Köln.
Arbeitsschwerpunkt: Thomas von Aquin

DE GENNARO, IVO

Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Mailand, der Philosophie, Klassischen Philologie und Germanistik in Freiburg. Promotion in Philosophie, Assistenzprofessor für Moralphilosophie an der Freien Universität Bozen und Vertrgsprofessor für Ästhetik an der Bocconi-Universität Mailand. Neigt zum Heidegger-Jargon
Themen: Phänomenologie, Heidegger
ivo.degennaro@unibocconi.it

DE MONTICELLI, ROBERTA

1989-2003 ordentliche Professorin für Moderne und gegenwärtige Philosophie an der Universtität Genf, dann ordentliche Professorin für Philosophie des Geistes und der Person an der San Raffaele Universität in Mailand.
Für Roberta De Monticelli ist die wesentliche Eigenschaft, die aus einem menschlichen Organismus eine Person macht,  im Anschluss an Husserl die Fähigkeit, Akte auszuführen: „Eine Person zu sein bedeutet, durch seine eigenen Akte über seine Zustände zu emergieren“.

DECHER, FRIEDHELM

geb. 1954, lehrt Philosophie u.a. in der Mittwochs-Akademie der Universität Siegen und ist in der Erwachsenenbildung tätig.
Themen: Schopenhauer, Verzweiflung, Langeweile, Kierkegaard
http://de.wikipedia.org/wiki/Friedhelm_Decher

DECKER, KERSTIN

Kerstin Decker, geboren 1962 in Leipzig, lernte Verkäuferin in Rostock, studierte in Leibzig Journalistik und in Berlin Philosopie. Sie promovierte 1994 an der Humboldt-Universität mit einer Arbeit über Paul Tillich und Theodor W. Adorno Philosophin, Reporterin des Tagesspiegel und Kolumnistin der taz. Sie lebt in Berlin. Zahlreiche Buchveröffentlichungen, darunter eine Heine-Biografie im Propyläen Verlag-

DEGE, MARTINA

Studiendirektorin, Gymnasiallehrerin und Lehrerin für Philosophiedidaktik in Hamburg.
Vorsitzende des Fachverbandes Philosophie e.V., Landesverband Hamburg.

DEGEN, JOSEF WOLFGANG

Mathematischer Logiker, Philosoph, Altphilologe und Informatiker, Universität Erlangen.
Veröffentlichungen zur Beweistheorie, Rekursionstheorie, Modelltheorie, Mengenlehre und Geschichte der mathematische Logik.
Kritiker der modernen Ontologie und Metaphysik. Individualist (Anhänger von Max Stirner).

DEINES, STEFAN

Studium der Philosophie, Germanistik und Soziologie in Giessen, 2002-2004 Stipendiat des Graduiertenkollegs „Klassizismus und Romantik im europäischen Kontext“, 2002-2004 Mitarbeiter am Zentrum für Philosophie in Gießen und Mitglied des Forschungsprofjektes „Aussichten einer evolutionären Ästhetik“, dann Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Universität Frankfurt.
Arbeitsgebiet: Geschichtstheorie, Sprachphilosophie, kritische Theorie.

DEINHAMMER, ROBERT

Geb. 1977, aus Salzburg, Promotionen in Rechtswissenschaft und Philosophie, war Lehrbeauftragter an der Universität Salzburg, 2010 Eintritt als Noviziat in den Jesuitenorden. 
Er plädiert für einen schwachen bzw. pragmatischen Universalismus der Menschenrechte, der verständlich machen soll, dass Menschenrechte von vornherein beides sind: allgemein und besonders. Dabei besteht das moralisch Richte in einem bestimmten, nämlich im universal betrachtet nicht kontraproduktiven Umgang mit vormoralischen Werten als den notwendigen Korrelaten unseres Wollens und Strebens. Zu einem solchen Umgang gehört auch, auf Bedingungs- bzw. Voraussetzungsverhältnisse zwischen unterschiedlichen Werten zu achten und Werte nicht unnötigerweise zu beeinträchtigen.

DEITZ, LUC

Privatdozent für Lateinische Philologie unter besonderer Berücksichtigung des Mittel- und Neulateins. Leiter der Handschriften- und Zimelienabteilung der
Bibliothèque nationale de Luxembourg
lucdeitz@internet.lu
Themen: Philosophie der Mythen

DEJUNG, CHRISTOPH 

geb.  1943, Dr. phil.,  studierte Philosophie und Geschichte in Zürich. Achtundzwanzigjährig nahm er an den letzten Seminaren teil, die Plessner in seinem Haus in Erlenbach (Schweiz) hielt. Seit 1967 ist Christoph Dejung als Lehrer für Geschichte und Philosophie, als Didaktiker der Philosophie und seit 1979 als Erwachsenenbildner tätig. Christoph Dejung lebt mit seiner Familie in Zürich und Trans (GR, Schweiz).

DELF, HANNAH

geb. 1951, wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für deutsch-jüdische Geschichte der Universität Potsdam und Geschäftsführerin des Moses Mendelssohn-Zentrum für europäische Studien.

DELHOM, PASCAL

Geb. 1964, Studium der Philosophie in Genf, Promotion 1998 in Bochum über den Dritten und die Frage der Gerechtigkeit bei Emmanuel Levinas, Lehrbeauftragter am Institut für Philosophie der Universität Flensburg. Arbeitet über das Thema der Verletzung durch Gewalt sowie einer Philosophie des Friedens.
Kommt von der Phänomenologie her (Waldenfels-Schüler) und ist stark von der französischen Philosophie beeinflusst.
Arbeitsgebiete: Politik, Verantwortung, Gewalt, Frieden, Levinas.

DELOCH, HEINKE

geb. 1969, Studium der Philosophie, Politikwissenschaft und Germanistik in Konstanz und Erlangen, Magisterabschluss 1995, Wissenschaftliche Tätigkeit in der Geschäftsstelle des "Wissenschaftlichen Beirates Globale Umweltveränderungen" der Bundesrepublik 1997, wissenschaftliche Angestellte am Institut für Philosophie der Universität Potsdam.
Themen: Wittgenstein

DEMAND, CHRISTIAN

geb. 1960, Studium der Philosophie und Politikwissenschaft, Abschluss an der Deutschen Journalistenschule, als Musiker und Komponist tätig und später als Hörfunk-Journalist beim Bayerischen Rundfunk tätig. Nach Promotion und Habilitation in Philosophie unterrichte er als Gastprofessor für philosophische Ästhetik an der Universität für angewandte Kunst in Wien, bevor der Anfang 2006 an den Lehrstuhl für Kunstgeschichte an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg berufen wurde.
Arbeitsgebiet: Kunsttheorie, Kunstkritik.

DEMANDT, ALEXANDER

Seit 1974 Professor für Antike Geschichte der Freien Universität Berlin
Arbeitsgebiet: Römische Zeit, Spätantike, Geschichtstheorie, Geschichtsphilosophie.

DEMETZ, PETER

Geboren 1922 in Prag, wanderte 1953 in die USA aus, war dort Professor für Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Yale Uni¬versity, emeritiert, mehrere Preise
http://www.exil-archiv.de/html/biografien/demetz.htm

DEMIROVIC, ALEX

geb. 1952, Dr. phil., Tätigkeit am Institut für Sozialforschung in Frankfurt, danach stellvertretender Professor für allgemeine und politische Soziologie an der GHS/Universität, Mitglied der Zeitschrift Prokla, Wuppertal, jüngerer Vertreter der Kritischen Theorie.
Einzelne Texte sind abrufbar unter: http://www.linksnet.de/autor.php?id=66

DEMMERLING, CHRISTOPH

Professor für Philosophie an derr Universität Jena. Zuvor war er als Nachfolger von Peter Janich ist Christoph Demmerling W3-Professur für syste­matische theoretische Philosophie an die  Universität Marburg berufen worden. Christoph Demmerling, geboren 1963, hat an der Universität Konstanz Philosophie, Neuere Deutsche Literatur und Theoretische Linguistik studiert. Entsprechend liegt eine seiner Kernkompetenzen auf dem Gebiet der Sprachphilosophie. Promoviert hat er 1992 mit Sprache und Verdinglichung. Wittgenstein, Adorno und das Projekt einer kritischen Theorie (1994). Danach war er wissenschaftlicher Assistent am Institut für Philosophie in Dresden, wo er sich im Jahr 1998 mit der Schrift Sinn, Bedeutung und Verstehen. Untersuchungen zu Sprachphilosophie und Hermeneutik (2002) habilitiert hat. Dabei versuchte er, Positionen der analytischen Philosophie, insbesondere von Davidson und Dummett, mit Argumenten aus der hermeneutisch-phänomenologischen Tradition zu ergänzen. 1998 hat er zudem zusammen mit Thomas Blume in der UTB-Reihe einen Band Grundprobleme der analytischen  Sprachphilosophie. Von Frege zu Dummett  veröffentlicht. Neben der Sprachphilosophie liegen von Demmerling zudem Veröffentlichungen im Bereich Praktische Philosophie und Philosophische Anthropologie vor. Zudem interessieren ihn Fragen der Erkenntnistheorie und der Philosophie des Geistes. In letzter Zeit hat er sich besonders mit der Philosophie der Gefühle beschäftigt. Hier hat er sich einen Namen gemacht, in dem er analytische mit phänomenologischen Ansätzen, etwa demjenigen von Hermann Schmitz, vermittelt und dabei alte Gräben zugeschüttet hat. Dazu gehört das zusammen mit Hilge Landweer veröffentlichte Buch Philosophie der Gefühle, eine Art „begriffliches Grundgerüst, mit dem sich die Gefühle untereinander differenzieren lassen“ (Nachtkritik). Demmerling will in Richtung einer, wie er es nennt, „kritisch-analytischen Anthropologie“ forschen, ohne aber die Sprachphilosophie zu vernachlässigen (hierzu entsteht ein Wörterbuch). Für Demmerling ist eine gute Philosophie  eine solche, die nicht nur kritisch, sondern auch selbstkritisch und immer wieder bereit ist, anlässlich neuer Argumente und Überlegungen Standpunkte zu modifizieren. Eine gute Philosophie ist für ihn auch eine solche, die ihre Thesen und Ansichten auf eine möglichst klare und nachvollziehbare Weise zu formulieren sucht.

Die wichtigsten Klassiker sind für ihn Platon, Aristoteles, Kant und Hegel. Sein eigenes philosophisches Selbstverständnis ist    aber an drei Autoren des 20. Jahrhunderts   orientiert: Wittgenstein, Heidegger und  Adorno. Diese drei Philosophen repräsentieren drei Richtungen, die für Demmerling wichtig sind: Phänomenologie, analytische Philosophie und kritische Theorie. Allerdings will er sich keiner dieser drei Richtungen eindeutig zuordnen, sondern fragt vielmehr nach den Vorteilen, die diese unter­schiedlichen Richtungen bei bestimmten Fragen jeweils bieten. In seiner Konstanzer Studienzeit in den achtziger Jahren hat ihn als Schüler von Kambartel die späte Philosophie Wittgensteins in Verbindung mit dem Konstanzer Konstruktivismus geprägt. Er hat davon etwa die Thematik der Lebenswelt als Grundlage für wissenschaftliche Untersuchungen übernommen. Aber Demmerling ist – wenn er auch Nachfolger von Peter Janich wurde – die Thematik beispielsweise der Protophysik oder der Gestus des methodischen Kulturalismus eher fremd. Für die Philosophie sieht er gegenwärtig die Gefahr, dass sie sich zu sehr an bestimmten einzelwissenschaftlichen Forschungen, insbesondere naturwissenschaftlicher Prägung, orientiert. Etwa, dass man meint, Philosophie müsste nach dem Muster von Naturwissenschaften organisiert werden.

Thesen:

Alles, was Menschen wahrnehmen, tun und denken, ist durch den Umgang mit Begriffen geprägt und in alle menschlichen Lebensvollzüge sind Begriffe eingelassen. Christoph Demmerling nennt diese auch von ihm vertretene These „Begrifflichkeitsthese“. Ein anderer, auf Heidegger zurückgehender und von H.L. Dreyfus vertretener Ansatz geht anstelle von der Begrifflichkeit der Wahrnehmung von einer Bedeutsamkeit des Gegebenen aus. Danach kann man sich in theoretischer Perspektive nur von dem Hintergrund eines normativ strukturierten und öffentlich geteilten Raumes auf einen einzelnen Gegenstand. der durch praktische Lebensvollzüge instituiert wird, beziehen. Die Rede von der Bedeutsamkeit wirkt einer Verengung des Bedeutens auf sprachliche Phänomene entgegen und ermöglicht es, vor-, nicht-, und außersprachliche Motive in den Blick zu bekommen. Demmerling führt diesen Gedanken weiter und sieht Bedeutsamkeit als durch Erleben und praktisches Tun konstituiert. Ein wesentlicher Unterschied zwischen Lebewesen und Gegenständen besteht ihm zufolge darin, dass Lebewesen ihre Situation und ihre Umgebung als bedeutsam erfahren. Der Unterschied zwischen Lebewesen, die über eine Sprache verfügen, und Wesen, deren Leben zur Gänze in sprachlosen Bahnen verläuft, besteht darin, dass sprechende Lebewesen im Vollzug des Lebens häufig unbestimmte und diffuse Bedeutsamkeit einer Situation mit den Mitteln sprachlicher Artikulation in ihre einzelne Bestimmungen zerlegen können.

Für Demmerling ist es zwar sinnvoll, von nicht-sprachlichen, d.h. praktischen oder umsichtigen Begriffen zu sprechen, doch vollwertig sind erst sprachliche Begriffe. Diese können freistehend miteinander kombiniert und zu unterschiedlichen Gedanken zusammengesetzt werden. Mit solchen Kombinationen kann an praktische Begriffe angeschlossen werden und daher gehört das praktische Verweisen, die Umsicht Heideggers, bereits in das Reich des Begrifflichen (DZfPh 1/2016).



DEMUTH, CONSTANZE

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Philosophie der TU Dresden (2014), Schülerin von Thomas Rentsch.
AG: Cavell, Wittgenstein

DEMUTH, VOLKER

Geboren 1961, studierte Philosophie, Literaturwissenschaft und Geschichte in Tübingen und Oxford, Promotion. Seit 1993 freier Schriftsteller, ständiger Mitarbeiter beim Südwestfunk und verschiednen Zeitschriften. 2000-2003 Professur für Medientheorie und Mediengeschichte an der Fachhochschule für Gestaltung, Schwäbisch Hall. Lyriker und Essayist.

DENKER, ALFRED 

geboren 1960,  studierte Philosophie, Theologie und Geschichte an den Universitäten von Groningen und Amsterda. Promovierte 1997 mit einer Arbeit über die Vorgeschichte von
Heidegger „Sein und Zeit“. Von 1989 bis 2005 war er Direktor des "Centre Philosophiques Les Trois Hiboux" in Südfrankreich. Leiter des Heidegger-Archifs in Meßkirch. Arbeitet seit 1993 an einer „vollständigen“ Heidegger-Biographie, Mitherausgeber des Heidegger-Jahrbuches. Gründer des Philo-Art in Frankreich.

DENNINGER, ERHARD

geb. 20. Juni 1932, Studium der Philosophie und Rechtswissenschaft an den Universitäten in Tübingen, Lausanne und Mainz. Promotion 1958, Habilitation 1966. 1967 wurde Denninger auf einen Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main berufen. 1978 bis 1979 war er Dekan der Fakultät, 1970 bis 1971 Rektor und 1974 Leiter der Hochschulabteilung im Hessischen Kultusministerium. 1993/1994 war er Fellow des Wissenschaftskollegs Berlin und von 1995 bis 2000 stellvertretender Richter am Thüringer Verfassungsgerichtshof. 1999 wurde er als Professor emeritiert.

DEPNER, HANNO

1973 in Kronstadt geboren, studierte Philosophie und Literaturwissenschaft
in Berlin und Norwich / England. Er leitete fünf Jahre lang das Lektorat des Internationalen
Literaturfestivals Berlin, schreibt für Kulturinstitutionen, Print- und Onlinemedien
und lebt in Berlin. Aus Leidenschaft für die großen Gedankengebäude der
Geistesgeschichte erfand und entwickelte er „Philosophie in 3D“ und in vielen Skizzenund
Bastelstunden sein erstes Buch „Kant für die Hand“.

DEPPERT, WOLFGANG

geb. am 6. August 1938, Privatdozent für Wissenschaftsphilosophie am Philosophischen Seminar der Universität Kiel. Nach einer Ausbildung in Maschinenbau promovierte er 1975 in theoretischer Physik und habilitierte in Philosophie mit einer Arbeit über den Begriff der Zeit. 1995 zum apl. Professor an der Universität Kiel ernannt. Seit 2003 pensioniert. Frühere Forschungsschwerpunkte lagen auf dem Gebiet der Elementarteilchentheorie. Spätere Interessen gelten vor allem der Frage, inwiefern Philosophie zu einer besseren Durcdringung und zur Anregung von neuen Fragestellungen der modernen Natur- und Biowis¬senschaften beitragen kann (1992). Gemeindeleiter der Deutschen Unitarier in Kiel, musikalisch aktiv.
http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Deppert

DERPMANN, SIMON

hat an der Universität Münster und an der Universität zu Köln Volkswirtschaft studiert. Promotion über "Gründe der Solidarität". Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Philosophischen Seminar der Universität Münster und assoziiert an die Kolleg-Forschungsgruppe "Normbegründung in Medizinethik und Biopolitik".
AG: Mill

DESAI-BREUN, KIRAN

geboren in Bombay, Studium der Philosophie und Germanistik in Bombay und Erfurt. Privatdozentin für Philosophie am Philosophischen Seminar der Universität Erfurt.
Forschungsschwerpunkt: Anfänge der Philosophie in Griechenland und Indien.









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