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02 2012

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Ingo Elbe :
Neue Marx-Lektüre

aus Heft 2/2012, S. 26-35

Der Begriff der neuen Marx-Lektüre bezeichnet einen Rezeptionsstrang des Werkes von Karl Marx, der sich vor allem seit Mitte der 1960er Jahre ausmachen lässt. Die Vertreter der neuen Marx-Lektüre eint die Ansicht, dass die bisherige Rezeption ein restringiertes Verständnis der Grundbegriffe von Marx ausgebildet habe. Damit steht die neue Lesart zum einen in Opposition zum parteioffiziellen Marxismus-Leninismus und dem Marxismus der westlichen Sozialdemokratien und zum anderen teilweise in einer bestimmten Tradition des westlichen Marxismus, der sich seit den 1920er Jahren von zentralen Dogmen der bisherigen Rezeption distanziert hatte.

Die späten 1960er und 1970er Jahre sind vom Vorhaben einer Rekonstruktion des Marxschen Werks geprägt. Die Beschäftigung mit dem Werk von Marx – sowohl seitens seiner Anhänger als auch seiner Gegner – war bis dahin meist primär politisch motiviert, zudem oft von einflussreichen Machtapparaten wie Parteien oder Staaten kontrolliert und wurde den jeweiligen Interessen gemäß manipuliert.

Trotz der sowjetischen Vorläufer Issak Rubin und Eugen Paschukanis, die aber von den Stalinisten in den 1930er Jahren ermordet werden, kann sich die neue Lektüre-Bewegung nahezu ausschließlich außerhalb des realsozialistischen Machtbereichs – mit Ansätzen in Frankreich und Japan, vor allem aber in Westdeutschland – entwickeln. Ihre Genese fällt dort mit einer allgemeinen Marxismus-Renaissance im Zuge von Entwicklungen wie der Studentenbewegung, den ersten Erschütterungen des Glaubens an eine immerwährende Nachkriegsprosperität und dem Aufbrechen des antikommunistischen Konsenses im Rahmen des Vietnamkrieges zusammen. Erstmals in der Geschichte des nichtstaatlichen Marxismus wird der akademische Raum zum bedeutendsten Wirkungsfeld marxistischer Theoriebildung, wobei eine gewisse Ferne zur Arbeiterbewegung und politischen Praxis der sozialistischen Parteien zu konstatieren ist. Dafür bildet sich quer zu politischen Kriterien eine Diskussion über das Marxsche Werk, an der sich Theoretiker mit sehr unterschiedlichen philosophischen Hintergründen beteiligen – neben strukturalistischen Positionen (z.B. Louis Althusser, Jacques Rancière) sind hier vornehmlich kritisch an Hegel orientierte (z.B. Helmut Reichelt, Dieter Wolf) oder auch analytische Ansätze (z.B. Ulrich Krause, Ulrich Steinvorth) zu nennen.
Zwar verstehen sich die Vertreter der neuen Marx-Lektüre nicht als unpolitisch, doch steht bei ihnen der Anspruch auf eine wissenschaftliche Marx-Aneignung im Vordergrund, wie Helmut Fleischer es mustergültig formuliert hat: „Die Marxisten haben ihren Marx immer wieder einschneidend verändert. Nach alledem könnte es jetzt darauf ankommen, ihn eindringlich zu interpretieren“ (1, S. 36).

Vermittelt über die Rekonstruktion Marxscher Argumentationsmuster geht es dabei um drei Sachprobleme sozialphilosophischen und sozialtheoretischen Denkens:

- Um den ontologischen Status ökonomisch-sozialer Gegenständlichkeit (Was ist Reichtum? Welche Strukturen und Dynamiken zeichnen die Reichtumsform Kapital aus?) und ihre angemessene wissenschaftliche Darstellung (Wie läßt sich ein System von Reichtumsformen begreifen?);

- um den Status politischen Handelns und seines Rationalitätstypus im modernen Kapitalismus (Wie verhält sich der moderne Anspruch einer vernünftigen Rechts- und Staatsordnung zu Herrschafts- und Ausbeutungsprozessen?);

- um die Frage des sozialen Trägers emanzipatorischer Interessen und die Konzeptualisierung von Geschichte und Fortschritt (Läßt sich ein revolutionäres Subjekt theoretisch bestimmen? Ist historischer Materialismus Fortführung oder Kritik bürgerlicher Geschichtsphilosophie?)

Werttheorie und Methodendiskussion

Die bis in die 1960er Jahre hinein bestimmende Deutung des Marxschen Hauptwerks Das Kapital war, so H.G. Backhaus (2), eine Fußnote zu einigen marginalen Kommentaren, die Friedrich Engels 1859 und 1894/95 verfasst hatte. Engels verstand den Gegenstand des Kapital als vereinfachte Abbildung historischer Prozesse von einer Gesellschaft einfacher Warenproduzenten hin zum Kapitalismus. Engels’ Denken war dabei von einem empiristischen und widerspiegelungstheoretischen Materialismusverständnis geprägt: Jede Kategorie der Marxschen Analyse des gesellschaftlichen Reichtums musste ihm zufolge einen unmittelbaren empirischen Bezugspunkt aufweisen, einen „wirklichen Vorgang, der sich zu irgendeiner Zeit wirklich zugetragen hat oder noch zuträgt“ darstellen, nicht einen „abstrakten Gedankenprozeß, [...] der sich in unsern Köpfen allein zuträgt“ (Engels in MEW 13, S. 475). Diese abbildtheoretische Interpretation der Reihenfolge der Kategorien im Kapital hatte Konsequenzen für das Gegenstandsverständnis: Wird die Kritik der politischen Ökonomie als Historiographie gedeutet, so erscheint die Ware des Anfangs im Kapital als nicht-preisbestimmte vorkapitalistische Ware (Engels in MEW 25, S. 20) und auch die Wertformanalyse beginnt mit der Darstellung einer zufälligen Interaktion zweier Warenbesitzer – der sog. „einfachen Warenproduktion“ (ebd.), die einen übersichtlichen, zunächst geldlosen Tauschzusammenhang nach bewusst in Zeit gemessenen Arbeitsleidmengen darstellen soll. Die neue Marx-Lektüre hält dagegen, dass es für diese Deutung keine Belege in den Texten von Marx gebe und dessen Kritik der klassischen politischen Ökonomie nicht einhole. Vielmehr sei die Engelssche Werttheorie und Methodenauffassung nichts anderes als eine Modifizierung der ökonomischen Klassik (2, S. 241ff.; 3, S. 138ff.).

Marx frage im Kapital vielmehr nach den Formen, die die Produktion des gesellschaftlichen Reichtums im modernen Kapitalismus annimmt – er unterscheide konsequent die Inhalte Gebrauchswert und konkrete Arbeit von den Formen Wert und abstrakte Arbeit. Diese Reichtumsformen seien ihm zufolge keine anthropologischen oder psychophysischen Tatsachen. Das behaupte aber die ökonomische Klassik, die Arbeit bzw. Arbeitsmühe als Quelle des wirtschaftlichen Werts betrachte, und die Neoklassik, die Nützlichkeit und Seltenheit bzw. Dringlichkeit eines Bedürfnisses als Wertquelle postuliere. Für Marx dagegen seien die Gestalten des Reichtums bestimmte Organisationsweisen der Vergesellschaftung der Arbeiten und Arbeitsprodukte, spezifisch gesellschaftliche Eigenschaften „sui generis“ (2, S. 57). Reichtumsformen wie Ware, Geld und Kapital können demnach nicht auf ihre psychophysischen Träger Gebrauchswert und konkrete Arbeit reduziert werden, sondern stellen ein gegenständlich vermitteltes, historisch-spezifisches Verhältnis zwischen Menschen dar, die einander als Privateigentümer und Klassenindividuen gegenübertreten. Die Reichtumsformen sind Vermittlungsformen dieser Ausgangsbedingungen der Vergesellschaftung der Arbeiten, die wiederum „Resultate eines langwierigen historischen Processes“ (MEGA II/2, S. 91) darstellen: Noch die private Isoliertheit, in der sich die Akteure gegenübertreten, ist Marx zufolge gesellschaftliches Produkt. Insofern habe ökonomische Wissenschaft es mit „sinnlich übersinnliche[n]“ (MEW 23, 85) Gegenständen zu tun. Nicht gemeint sei damit, dass es sich hier um eine ontologisch exklusive Ebene handelt, dass also der Wert jenseits der psychophysischen Wirklichkeit existierte und in dem Sinne übernatürlich wäre. Marx zeige lediglich, dass weder der psychophysische Akt der Verausgabung von Arbeitskraft (oder die Erfahrung dieser Verausgabung als Leid), noch der psychophysische Akt der Wertschätzung eines Gegenstands oder gar die natürlichen Eigenschaften von Gegenständen oder Praktiken als solchen ökonomischen Wert konstituieren. Vielmehr sei Wert eine Relation von Arbeitsprodukten unter bestimmten historischen Vergesellschaftungsbedingungen. Dem von Marx häufig verwendeten Begriff der Geltung komme hierbei ein zentraler Stellenwert zu, um dessen Bedeutung insbesondere Helmut Reichelt (4) und Dieter Wolf (5) gestritten haben. Demgegenüber wurde Marx vorgeworfen, gerade im Kapital zeige sich durch eine Orientierung an naturwissenschaftlichen Erkenntnismodellen ein „antiphilosophische[r] Zug“ (6, 137) und er reduziere die Komplexität sozialer Interaktionen auf eine monologische Mensch-Natur-Beziehung im Arbeitsprozess (7, S. 218). Diese Einschätzungen betrachten Marx letztlich als Vertreter der klassischen Ökonomie. Tatsächlich, so z.B. Michael Heinrich (8), finden sich im Text des Kapital naturalistisch klingende Charakterisierungen der Wertquelle als „Verausgabung von menschlichem Hirn, Muskel, Nerv, Hand usw.“ (MEW 23, S. 58). Sie wurden von der traditionellen Interpretation als Beleg für Marx’ Versuch gedeutet, in der Bestimmung der Wertsubstanz „realistisch zu sein, [...] etwas Beobachtbares und Wichtiges“ (9, S. 206), resp. „einen physiologischen Prozeß [...] eine Naturbasis-Ebene“ (10, S. 113) zu entdecken. Solche Passagen stehen aber im eklatanten Widerspruch zur Haupttendenz seiner Werttheorie, wie sie Heinrich herausarbeitet (8, S. 206ff.): Die Klassik sei Marx zufolge unkritisch, weil sie nicht zwischen dem Aspekt der Arbeit als Wertsubstanz und dem anthropologischen Aspekt als nützlicher Arbeit, die Naturstoffe menschlichen Zwecken gemäß umformt, unterscheide. Damit würden ihre Kategorien ahistorisch und falsch empirisiert. „Was nur für diese besondre Produktionsform, die Warenproduktion, gültig ist, daß [...] der spezifisch gesellschaftliche Charakter der voneinander unabhängigen Privatarbeiten in ihrer Gleichheit als menschliche Arbeit besteht und die Form des Wertcharakters der Arbeitsprodukte annimmt“ (MEW 23, S. 88), werde von der Klassik in eine ewiggültige Naturtatsache verkehrt. Tatsächlich aber, so Marx, enthalte der Wert „kein Atom Naturstoff“ (MEW 23, S. 62) und kein Gut sei für sich allein Ware, „keines für sich solche Werthgegenständlichkeit [...]. Diese gesellschaftliche Gegenständlichkeit besitzen sie [...] nur als gesellschaftliche Beziehung“ (MEGA II/6, S. 30).

Dies betonen vor allem Michael Heinrich (12, S. 265ff.) und Dieter Wolf (5, S. 56ff.), die deshalb von Robert Kurz als zirkulationsfixiert kritisiert werden (11, S. 92ff.). Wolf und Heinrich halten dagegen, der Austauschprozess sei die einzige wirkliche gesellschaftliche Beziehung der Produkte als Waren aufeinander (MEW 23, S. 87). Vorher seien sie – wenn auch noch so sehr auf Verwertung ausgerichtet – Privatprodukte, die in sie eingegangene Arbeit Privatarbeit. Die Konsequenz der gegen Wolf und Heinrich gewendeten Behauptung, Wert werde nicht im Austausch, sondern allein in der Produktion konstituiert, wäre es, konkrete Privatarbeit und ihr Produkt bereits als abstrakte Arbeit und Wert aufzufassen, womit Privatarbeit unmittelbar gesellschaftliche Arbeit und jede Ware unmittelbar austauschbar, d.h. ihr eigenes Geld wäre. Ein solcher Substantialismus negiere aber die privateigentümlichen Bedingungen, unter denen konkrete Arbeit erst als abstrakt-allgemeine gelten, ein Gut Warenform annehmen muss, um gesellschaftlich anerkannt zu sein. (MEW 42, S. 104f.).

Auch die von Engels inspirierte Deutung der Marxschen Darstellungsweise wird von der neuen Lesart als inadäquat bezeichnet: Engels habe verschiedene Abstraktionsebenen der Darstellung der Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise im Kapital als gleichrangige empirische Modelle historisch unterschiedlicher Produktionsweisen missverstanden. Dagegen sei die kapitalistische Produktionsweise „in ihrem idealen Durchschnitt“ (MEW 25, S. 839) Gegenstand der Darstellung im Kapital. Marx meine damit allerdings nicht einen empirischen Durchschnitt, sondern alle notwendigen und hinreichenden Bestimmungen, die den Kapitalismus als solchen auszeichnen. Er untersuche „das wirkliche System, der von ihm [dem Kapital] beherrschten Produktionsweise“ (MEW 42, S. 372). Dieses System sei ein gegenständlich vermittelter Handlungszusammenhang, der seine eigenen Voraussetzungen – bestimmte soziale Strukturen – beständig als Resultate reproduziert und in dem „jedes ökonomische Verhältnis das andre in der bürgerlich ökonomischen Form voraussetzt“ (MEW 42, S. 203). So finden wir, wie Heinrich erläutert, „unter kapitalistischen Bedingungen [...] Waren, die gegen Geld getauscht werden, Geld, welches Waren kauft, Kapital, das einerseits Produktionsmittel als Waren kauft, andererseits Waren produziert etc.“ (12, S. 58). Die Abfolge der dieses System analysierenden Kategorien entspreche, entgegen Engels’ Behauptung, nicht der Folge ihres historischen Auftretens und könne daher auch „das umgekehrte“ (MEW 42, S. 41) derselben sein, wie Marx sich mit einer Reminiszenz an Hegel (13, S. 86) ausdrückt. Wenn Marx daher von einer ‚Entwicklung’ der Kategorien spreche, so Bader u.a. (14, S. 79), meine er nicht die Abfolge von Ereignissen, sondern die begriffliche Reproduktion eines historisch bereits konstituierten und sich stets reproduzierenden Gegenstands, der – als System wechselseitiger Voraussetzungen und Interdependenzen seiner Momente – ‚an sich’ real existiere, aber ‚für den Leser’ als begriffener noch gedanklich entfaltet werden müsse. Für die begriffliche Entwicklung bestehe damit das Erfordernis eines Nacheinanders in der Darstellung, da es nicht möglich sei, reell gleichzeitig existierende Formen sprachlich ebenso gleichzeitig zu reproduzieren (15, S. 140). Die Debatte um das Verständnis des dialektischen Charakters dieser Darstellung verläuft dabei vornehmlich zwischen eher hegelorientierten, analytischen und strukturalistischen Positionen (16).

Mit der systematischen Darstellung beanspruche Marx zugleich den Nachweis, dass Ware und Geld in einem „inneren nothwendigen Zusammenhang“ (MEGA II/5, S. 43) stehen, er vertrete eine sog. „monetäre Werttheorie“ (8, S. 250f.), legt Heinrich dar. Dies habe entscheidende Bedeutung für seinen Gesellschaftsbegriff:

- Geld sei für Marx weder natürliche Eigenschaft einer Sache noch konventionelles Produkt zur Erleichterung von Naturaltauschrelationen. Es sei vielmehr Ausdruck einer Form der Vergesellschaftung, die über Sachen vermittelt sei und sich der Kontrolle der Akteure entwunden habe.

- Märkte können Marx zufolge nur als geldvermittelte gedacht werden. So sei im Begriff des Marktes selbst die Möglichkeit der Krise angelegt. Die politische Ökonomie hingegen arbeite als Grundlage ihrer Überlegungen zum Markt damals wie heute mit Naturaltauschmodellen, in denen jeder Verkauf ein Kauf und vice versa ist, was eine Krise als intrinsische Möglichkeit von Märkten per se ausschließe. Krisen könnten so nur noch als Einbruch externer Faktoren in Marktprozesse gedeutet werden – ‚irrationale’ Ansprüche von Marktakteuren, gewaltsame Eingriffe des Staates etc. Dagegen zeige Marx, dass, um zu verkaufen, man nicht zugleich kaufen müsse, was eine Friktion des wirtschaftlichen Prozesses ermögliche: Was notwendig zusammengehöre – Ware und Geld, Gebrauchswert und Wert, Kauf und Verkauf – könne sich hier bis zum Extrem gegeneinander verselbständigen.

- Geld stelle für Marx auch aus anderen Gründen kein harmloses ‚Medium’ einer vermeintlich auf ‚Bedarfsdeckung’ angelegten Wirtschaft dar. Der Wert als ‚Medium’ des gesellschaftlichen Stoffwechsels verselbständige sich Marx zufolge gegenüber den Waren und werde damit vom Mittel zum Zweck des Austauschs: Im Geld als Wertaufbewahrungsmittel und Weltgeld verselbständige sich der Wert auch gegenüber seinen Funktionen als Wertmaß und Zirkulationsmittel. An die Stelle der Zirkulationsform Ware-Geld-Ware trete die von Geld-Ware-Geld. Damit sei der Wert aber, wie Marx vor allem in den Grundrissen zeige, noch nicht wirklich verselbständigt. Dies könne er in der gegenständlichen Form des Geldes als Schatz oder Weltgeld nicht. Erst als Prozess, d.h. als Kapital, verselbständige sich der Wert in einer letzten Stufe, und zwar als sich im Formwechsel von G-W-G’(= mehr Geld), durch ein spezifisches klassengespaltenes Produktionsverhältnis hindurch, erhaltender und zugleich vergrößernder Wert. Kapital sei dabei ein qualitativ maßloser (stofflich tautologischer: Geld-Geld) und quantitativ endloser Prozess der Aneignung der reinen verdinglichten Form des gesellschaftlichen Zusammenhangs von Privatprodukten. Der gesellschaftliche Zusammenhang der Kapitalproduktion nötige die Einzelkapitalien bei Strafe des Untergangs zu beständiger Akkumulation.

Rechts- und Staatstheorie

Warum dieser Inhalt (konkrete Arbeit) jene Form (abstrakte Arbeit als Wertsubstanz und Wert als deren Produkt) annimmt, kann als Marx’ formanalytische Frage im Kapital betrachtet werden. Dieser Fragetypus wird in der neuen Marx-Lektüre auch in den rechts- und politiktheoretischen Implikationen der Marxschen Theorie entdeckt. In der traditionsmarxistischen Staatsauffassung stehen sich im Wesentlichen zwei Modelle gegenüber: Von Lenin wird der Staat als Instrument der ökonomisch herrschenden Klasse zur Niederhaltung der Ausgebeuteten begriffen, wobei Klassenherrschaft personalistisch und der Zusammenhang mit dem Staatsapparat manipulationstheoretisch begriffen wird (17, S. 399ff.). Die spezifisch rechtliche Form moderner Gewaltorganisation wird ignoriert oder als bürgerliches Vorurteil abqualifiziert. Die Mehrheitssozialdemokratie dagegen versteht den Staat als Schutzinstanz der ökonomisch Geknechteten, Werkzeug einer kulturellen Höherentwicklung des Menschen und Garant des Gemeinwohls (18). Die neutrale Form des modernen Staates, seine relative Autonomie, wird hier nicht als Illusion abgetan, sondern als Inkarnation des sittlichen Allgemeinen identifiziert.

Gegen diese Tendenzen fragt bereits Eugen Paschukanis: „warum wird der Apparat des staatlichen Zwanges nicht als privater Apparat der herrschenden Klasse geschaffen, warum spaltet er sich von der letzteren ab und nimmt die Form eines unpersönlichen, von der Gesellschaft losgelösten Apparats der öffentlichen Macht an?“ (19, S. 120). Seine Antwort lautet, dass der bürgerliche Staat aufgrund seiner inneren Verschränkung mit der Waren- und Rechtsform eine spezifische Form annehmen muss, die der außerökonomischen, öffentlichen Gewalt, einer „Gewalt, die keinem im besonderen gehört, über allen steht und sich an alle richtet“ (19, S. 126), und zugleich mit der neutralen Gestalt – der Garantie des Privateigentums als solchem – die kapitalistische Struktur und Klassenherrschaft reproduziert. Paschukanis will zeigen, dass Marx’ Überlegungen zur Rechtsform den Keim eines, mit seinem Begriff sachlicher Herrschaft korrespondierenden, Rechts- und Staatskonzepts enthalten. Er führt dieses Konzept sowohl gegen die isolierte Betrachtung und Affirmation der abstrakt-allgemeinen Form des Staates in der Sozialdemokratie als auch gegen die isolierte Betrachtung seines partikularen Klasseninhalts bei Lenin ins Feld: Dieser könne nicht erklären, wie der Klasseninhalt die rechtsstaatliche Form annehme, jene könne nicht erklären, wieso diese Form den Klasseninhalt notwendig reproduziere.

An Paschukanis knüpft die sog. Staatsableitungsdebatte an. Beginnend mit einem Aufsatz von W. Müller/Ch. Neusüß aus dem Jahr 1970 (20) und ca. 1978 endend, beansprucht sie als Formanalyse des Staates die Klärung der Fragen, (a) warum unmittelbarer Zwang im Kapitalismus die Gestalt einer monopolisierten, außerökonomischen und öffentlichen Gewalt annimmt, die mittels abstrakt-allgemeiner Gesetze herrscht, (b) warum diese Gewalt Klassenherrschaft reproduziert und (c) doch als neutral und legitim anerkannt wird. Weitere Fragen sind (d) die nach den systemischen Interventionsgrenzen des Staates in die Ökonomie und (e) dem Verhältnis von allgemeinem Begriff des kapitalistischen Staates zu demokratischen oder autoritären binnenhistorischen Formationen (21, S. 157).

Ausgangspunkt ist die Einsicht in die gegenständlich vermittelte Struktur kapitalistischer Vergesellschaftung der Arbeit. Sachliche soziale Vermittlung, rechtliche Bestimmungen der Akteure innerhalb dieses Prozesses und Charakterisierung des Staates als außerökonomische Instanz öffentlicher Herrschaft stehen, so die neue Marx-Lektüre, in einem inneren Zusammenhang. Der Sachverhalt, dass der Warentausch eine spezifisch rechtliche Beziehung zwischen den Warenanbietern erfordere, die sich wiederum in staatlichen Apparaten verselbständigen müsse, kann als Kernargument betrachtet werden. Beansprucht wird nicht, eine Geschichte des modernen Staates vorzulegen oder staatliche Praktiken aus ihrer Funktionalität für die Ökonomie zu ‚erklären’. Die Analyse habe „nicht den ‚Gang der Geschichte’ nachzuvollziehen, sondern [...] die Formen in dem Zusammenhang darzustellen, in dem sie ‚logisch’ stehen, d.h. in dem sie sich unter den Bedingungen [dieser] [...] Gesellschaftsformation [...] reproduzieren“ (22, S. 65).

Auch die Trennung von Politik und Ökonomie gilt dabei als „Folge wie Voraussetzung“ (22, S. 69Fn.) dieses Systems. Staatsableitung untersuche also die beständige Reproduktion der Diremtion von Ökonomie und Politik auf der eigenen Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise. Sie beansprucht damit, Analyse des systematischen Zusammenhangs von notwendigen und sich wechselseitig stützenden Momenten eines Reproduktionskreislaufs zu sein. Sowenig die systematische Formanalyse des Kapitals die ursprüngliche Trennung von unmittelbaren Produzenten und Produktionsmitteln (als Voraussetzung des Kapitals) behandle, obwohl sie auf die Notwendigkeit einer solchen ursprünglichen Trennung hinweise, die Resultat einer dem Kapitalismus vorangehenden Produktionsweise sei, sowenig betreibe eine systematische Formanalyse des Staates die Untersuchung des historischen Prozesses der „ursprünglichen Diremtion“ (23, S. 104) von Politik und Ökonomie. Sei nun aber diese Trennung einmal hervorgebracht und die Verkehrsformen der bürgerlichen Gesellschaft etabliert, so könne deren Fortbestehen „aus nichts anderem als aus der inneren Struktur der bürgerlichen Gesellschaft erklärt werden“ (23, S. 66). Wenn diese Trennung „kein einmaliger historischer Akt“ (22, S. 69) sei, sondern sich beständig reproduziere, müsse schließlich danach gefragt werden, warum die spezifisch bürgerliche, austauschvermittelte Form der Aneignung beständig eine besondere Instanz außer und neben der bürgerlichen Gesellschaft notwendig mache. Der Staat könne letztlich nicht als Staat der Kapitalisten begriffen werden, sondern sei Staat des Kapitals, d.h. gerade in seiner Form einer ‚Herrschaft des Gesetzes’, die auch offensiv gegen einzelkapitalistische oder kapitalfraktionelle Interessen vorgehen könne, notwendige Reproduktionsinstanz kapitalistischer Vergesellschaftung.

Innerhalb der Debatte galt v.a. der Ausgangspunkt der Ableitung des Staates als kontrovers: Plädierten die einen, z.B. Blanke/u.a. (22), für die einfache Zirkulation als abstrakte Sphäre des Gesamtreproduktionsprozesses, so gingen die anderen, z.B. Flatow/Huisken (24), von der entwickelten Oberfläche des Kapitalismus aus, die Marx in Band 3 des Kapital analysiert. Auch die Frage nach der Notwendigkeit demokratischer Herrschaftsformen für das Kapital war strittig. Letztlich, so das Ergebnis, könne von einer solchen Notwendigkeit zwar nicht gesprochen werden, politische Demokratie sei aber auch keineswegs als Gegensatz zur Herrschaft des Kapitals zu begreifen (23, S. 177ff.). Die systematischen Grenzen einer allgemeinen Theorie des bürgerlichen Staates (22, S. 64ff.) wurden schließlich von einigen VertreterInnen der Staatsableitung zum Anlass genommen, ausführliche historische resp. soziologische Studien über die Genese bzw. aktuelle Gestalt spezifischer bürgerlicher Staaten anzustellen (25, 26).

Revolutions- und Geschichtstheorie

Das Verhältnis der Arbeiterklasse zum Kapitalismus wurde im Marxismus lange Zeit nach dem Motto konzipiert, demzufolge der Arbeiter „von vorn herein dagegen in einem rebellischen Verhältniß steht“ (MEGA II/4.1, S. 65). Bereits in den Schriften der frühen Kritischen Theorie wird diese Position einer grundlegenden Kritik unterzogen. Hier sind es die Krise der sozialistischen Arbeiterbewegung und das Aufkommen des Faschismus in Europa in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die die bisherigen revolutionstheoretischen Annahmen mit ihrer Fokussierung auf das vermeintlich sozialstrukturell zur revolutionären Klasse prädestinierte Proletariat zweifelhaft erscheinen lassen. Die Kritische Theorie bedient sich zu ihren zeitdiagnostischen Zwecken allerdings kaum der Marxschen Ökonomiekritik, sondern versucht die Psychoanalyse als rationale Theorie irrationalen Verhaltens in einen nicht-deterministisch verstandenen historischen Materialismus zu integrieren (27, S. 59). Dies ermöglicht es ihr, die mit dem fordistischen Massenzeitalter verbundenen Ideologien und ihre Apparate in den Blick zu nehmen – Formen des gesellschaftlichen Bewusstseins, die Marx nicht antizipieren konnte (28).

Ein halbes Jahrhundert später ist es wieder eine Krise des – inzwischen restaurierten – arbeiterbewegungsmarxistischen Weltbildes der Linken, die neue, diesmal auf Marx fokussierte Perspektiven auf die Frage entstehen lässt, warum die Revolution trotz ökonomischer Verwerfungen ausbleibt und sich die Arbeiterbewegung in der technokratischen Ideologie der ‚eindimensionalen’ Gesellschaft verfangen hat. Im Zuge dieser Mitte der 1970er Jahre anhebenden Debatte, werden die Erklärungspotentiale gerade des Marxschen ökonomiekritischen Spätwerks für systemkonformes Denken und Handeln herausgestellt. Dabei erweist sich die Ökonomiekritik nicht, wie noch im Diskurs des westlichen Marxismus häufig unterstellt, als deterministisch, objektivistisch und letztlich mit geschichtsphilosophischen Argumentationsmustern kompatibel. Diese werden zwar auch hier ausgemacht, doch wird sukzessive belegt, dass klassische Elemente des traditionsmarxistischen Geschichtsbegriffs, wie die Verelendungstheorie, das unilineare Modell des Produktivkraftfortschritts und -primats, der Rekurs auf das Proletariat als entzauberter, von bürgerlicher Ideologie befreiter Klasse, sich eher im Marxschen Frühwerk finden. Dort, wo Marx beginne, seine originelle wissenschaftliche Leistung in Gestalt einer Kritik der politischen Ökonomie zu entfalten, gerieten diese Säulen traditionsmarxistischer Revolutionstheorie ins Wanken: Ausgehend vom Kapital wird der Klassenbegriff als formanalytisches Konzept ohne originäre systemtranszendierende Elemente gedeutet (29). Das Klassenverhältnis zwischen Lohnarbeit und Kapital ist demnach konstitutives Element der Reproduktion des Zusammenhangs moderner Reichtumsformen. Die Existenz des Werts als Form gesellschaftlich-ökonomischer Integration setze die Klassenspaltung in Eigentümer und Nicht-Eigentümer von Produktionsmitteln voraus, woran historische Veränderungen im Erscheinungsbild der Klassen nichts geändert hätten. Erst durch dieses Klassenverhältnis hindurch könne der Wert sich erhalten und auf sich selbst beziehen. Erst durch seine Rückführung auf dieses Klassenverhältnis als seinen Grund könne er aber auch als historisch-spezifische Form der Vergesellschaftung der Arbeit begriffen werden. Die prinzipielle Exterritorialität des Proletariats im Denken der klassischen Arbeiterbewegung wird dabei als zeitbedingter Effekt, als kontingentes Phänomen der Frühphase innerkapitalistischer Entwicklung entziffert, der formanalytische Klassenbegriff aber auch von empirischer Sozialstrukturanalyse abgegrenzt (30, S. 37ff.).

Verelendungstheoretische Argumentationsmuster werden entweder als durch Marx’ Theorie relativer Mehrwertproduktion widerlegt angesehen oder als nicht in einen konsistenten Zusammenhang mit der Kritik der politischen Ökonomie zu bringender Ansatz gedeutet (31).
Der Charakter der Marxschen Theorie als Formanalyse des gesellschaftlichen Reichtums und Fetischtheorie des Bewusstseins wird reflektiert und hinsichtlich der Frage ausgedeutet, warum auch die Arbeiterklasse die kapitalistische Form als gesellschaftliche Natureigenschaft akzeptiere. Der perfide Charakter der kapitalistischen Formen besteht demnach gerade darin, „den Individuen in fetischisierter und verdinglichter Weise gegenüberstehende Verobjektivierungen ihres gesellschaftlichen Zusammenhangs“ (32, S. 173) darzustellen, d.h. mit ihrer bloßen Existenz eine innere Barriere von Handlungs- oder Wahlfreiheit zu errichten, die diese Formen gerade nicht als zur Disposition menschlicher Veränderungskompetenz stehende erscheinen lasse, sondern als Naturbedingungen menschlicher Vergesellschaftung (Fetischcharaktere) oder ‚gerechte’ Formen sozialen Zusammenlebens (‚Preis der Arbeit’/‚gerechter Lohn’).

Schließlich wird die Problematik der Produktivkräfte ins Zentrum der Betrachtung gestellt. Es wird gezeigt, dass das frühe Marxsche „causa-sui-Konzept“ (33, S. 69) einer autonomen Entwicklung der Produktivkräfte, die vom traditionellen Marxismus als universalhistorische Kontinuitätsbasis begriffen wurde, im Kapital einer radikalen Kritik und Umkehrung unterzogen wird (34). Auch hier ist es u. a. die Theorie relativer Mehrwertproduktion, die den Primat der Produktionsverhältnisse aufzeigt, die Tatsache, dass der Kapitalismus sich seine industrielle Basis erst schaffen musste. Dies destruiere eine geschichtsphilosophische Gesetzesmetaphysik, wie Popper sie zu Unrecht als Kern des Marxschen Werks identifiziert habe, und nötige zur jeweils spezifischen Analyse gesellschaftlicher Strukturen und Dynamiken ohne vorgefertigte Schemata (MEW 19, S. 108ff.; 15, S. 63; 25, S. 19f.).

Die Marxschen Theorien der reellen Subsumtion des Produktionsprozesses unter das Kapital sowie der Formbestimmtheit des Gebrauchswerts sind Ausgangspunkt einer Kritik der sogenannten Arbeitsmetaphysik des traditionellen Marxismus. Dieser ‚Metaphysik’ zufolge könne der Kapitalismus vom Standpunkt einer in sich bereits den Sozialismus antizipierenden und untergründig den Prinzipien des Werts entgegen gesetzten Arbeit kritisiert werden, die das eine Mal als objektive Gestalt von Technik und Arbeitsprozess, das andere Mal als seine Zwecke realisierendes, ‚hinter’ den verdinglichten Entitäten von Ware und Geld lauerndes Gattungssubjekt gefasst werde. Allerdings arbeiten prominente Vertreter dieser Kritik, wie Stefan Breuer (35) und Wolfgang Pohrt (36), mit kryptonormativistischen und identitätsphilosophischen Deutungen Marxscher Begriffe (z.B. ‚emphatischer Gebrauchswert’ sowie ‚Stoff-Form-Identität’), die zum Resultat einer Krise der Revolutionstheorie als Ende der Möglichkeit von Gesellschaftskritik schlechthin führen, was z.B. von Moishe Postone als kategorialer Fehler abgelehnt wird (37).

UNSER AUTOR:

Ingo Elbe ist promovierter Philosoph und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Universität Oldenburg sowie Lehrbeauftragter an der FH Düsseldorf.

LITERATUR

Marx und Engels zitiert nach Marx-Engels-Werke (MEW) oder Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA)

Einführungen/Überblicksdarstellungen

Elbe, Ingo: Marx im Westen. Die neue Marx-Lektüre in der Bundesrepublik seit 1965, 2. Aufl., Berlin 2010

Heinrich, Michael: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung, 7. Aufl., Stuttgart 2009

Werttheorie und Methodendiskussion

(1) Fleischer, Helmut: Den „Fall Marx“ historisch bearbeiten. In: Haug, F./ Krätke, M. (Hg.): Materialien zum Historisch-Kritischen Wörterbuch des Marxismus, Hamburg 1996

(2) Backhaus, Hans-Georg: Dialektik der Wertform. Untersuchungen zur Marxschen Ökonomiekritik, Freiburg 1997

(3) Brentel, Helmut: Soziale Form und ökonomisches Objekt. Studien zum Gegenstands- und Methodenverständnis der Kritik der politischen Ökonomie, Opladen 1989

(4) Reichelt, Helmut: Die Marxsche Kritik ökonomischer Kategorien. Überlegungen zum Problem der Geltung in der dialektischen Darstellungsmethode im ‚Kapital’. In: I. Fetscher/A. Schmidt (Hg.): Emanzipation als Versöhnung, Ljubljana 2002

(5) Wolf, Dieter: Kritische Theorie und Kritik der politischen Ökonomie. In: Berliner Verein zur Förderung der MEGA-Edition (Hg.), Wissenschaftliche Mitteilungen, Heft 3: Zur Konfusion des Wertbegriffs, Berlin 2004

(6) Quante, Michael: Karl Marx. In: O. Höffe (Hg.): Klassiker der Philosophie Bd. 2, München 2008

(7) Brodbeck, Karl-Heinz: Die fragwürdigen Grundlagen der Ökonomie. Eine philosophische Kritik der modernen Wirtschaftswissenschaften, Darmstadt 1998

(8) Heinrich, Michael: Die Wissenschaft vom Wert. Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie zwischen wissenschaftlicher Revolution und klassischer Tradition, 2. Aufl. Münster 1999

(9) Popper, Karl R.: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde Bd. II. Falsche Propheten: Hegel, Marx und die Folgen, 8. Aufl., Tübingen 2003

(10) Haug, Wolfgang F.: Vorlesungen zur Einführung ins „Kapital“, 5. Aufl., Berlin/ Hamburg 1989

(11) Kurz, Robert: Die Substanz des Kapitals. In: Exit. Krise und Kritik der Warengesellschaft 1/2004

(12) Heinrich, Michael: Wie das Marxsche Kapital lesen? Hinweise zur Lektüre und Kommentar zum Anfang von „Das Kapital“, Stuttgart 2008

(13) Hegel, Georg W. F.: Grundlinien der Philosophie des Rechts, 2. Aufl., Frankfurt/M. 1989

(14) Bader, Veit M./u.a.: Krise und Kapitalismus bei Marx, Frankfurt/M. 1975

(15) Arndt, Andreas: Karl Marx. Versuch über den Zusammenhang seiner Theorie, Bochum 1985

(16) Wolf, Dieter: Der dialektische Widerspruch im Kapital. Ein Beitrag zur Marxschen Werttheorie, Hamburg 2002

Rechts- und Staatstheorie

(17) Lenin, Wladimir I.: Staat und Revolution. Die Lehre des Marxismus vom Staat und die Aufgaben des Proletariats in der Revolution. In: Ders.: Werke, Bd. 25, Berlin 1960

(18) Kelsen, Hans: Marx oder Lassalle. Wandlungen in der politischen Theorie des Marxismus, Leipzig 1924
(19) Paschukanis, Eugen: Allgemeine Rechtslehre und Marxismus. Versuch einer Kritik der juristischen Grundbegriffe, 2. Aufl., Frankfurt/M. 1969

(20) Müller, Wolfgang/Neusüß, Christel: Die Sozialstaatsillusion und der Widerspruch zwischen Lohnarbeit und Kapital. In: Probleme des Klassenkampfs. Zeitschrift für politische Ökonomie und sozialistische Politik, Sonderheft 1/1972
(Online: http://www.prokla.de/jahrgange/all/1/)

(21) Kostede, Norbert: „Die neuere marxistische Diskussion über den bürgerlichen Staat. Einführung – Kritik – Resultate“. In: Gesellschaft. Beiträge zur Marxschen Theorie 8-9/1976

(22) Blanke, Bernhard/u.a.: „Zur neueren marxistischen Diskussion über die Analyse von Form und Funktion des bürgerlichen Staates. Überlegungen zum Verhältnis von Politik und Ökonomie“. In: Probleme des Klassenkampfs. Zeitschrift für politische Ökonomie und sozialistische Politik 14-15/1974
(Online: http://www.prokla.de/jahrgange/all/1/)

(23) Kostede, Norbert: Staat und Demokratie. Studien zur politischen Theorie des Marxismus, Darmstadt/Neuwied 1980

(24) Flatow, Sybille/Huisken, Freerk: „Zum Problem der Ableitung des bürgerlichen Staates. Die Oberfläche der bürgerlichen Gesellschaft, der Staat und die allgemeinen Rahmenbedingungen der Produktion“. In: Probleme des Klassenkampfs. Zeitschrift für politische Ökonomie und sozialistische Politik 7/1973 (Online: http://www.prokla.de/jahrgange/all/1/)

(25) Gerstenberger, Heide: Die subjektlose Gewalt. Theorie der Entstehung bürgerlicher Staatsgewalt, Münster 1990

(26) Hirsch, Joachim: Der Sicherheitsstaat. Das „Modell Deutschland“, seine Krise und die neuen sozialen Bewegungen, Frankfurt/M. 1980

Revolutions- und Geschichtstheorie

(27) Horkheimer, Max: Geschichte und Psychologie. In: Ders.: Gesammelte Schriften Bd. 3, Frankfurt/M. 1988

(28) Schmieder, Falko: Ludwig Feuerbach und der Eingang der klassischen Fotografie. Zum Verhältnis von anthropologischem und Historischem Materialismus, Berlin/Wien 2004

(29) Sieferle, Rolf Peter: Die Revolution in der Theorie von Karl Marx, Frankfurt/M./Berlin/Wien 1979

(30) Ellmers, Sven: Die formanalytische Klassentheorie von Karl Marx. Ein Beitrag zur ‚neuen Marx-Lektüre’, Duisburg 2007

(31) Mohl, Alexandrine: Verelendung und Revolution. Oder: Das Elend des Objektivismus. Zugleich ein Beitrag zur Marxrezeption in der deutschen Sozialdemokratie, Frankfurt/M. 1978

(32) Hirsch, Joachim: Politische Form, politische Institutionen und Staat. In: Ders./u.a. (Hg.): Politik, Institutionen und Staat. Zur Kritik der Regulationstheorie, Hamburg 1994

(33) Ritsert, Jürgen: Der Kampf um das Surplusprodukt. Einführung in den klassischen Klassenbegriff, Frankfurt/M./New York 1988

(34) Reichelt, Helmut: Zur Dialektik von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen. Versuch einer Rekonstruktion. In: Ders./R. Zech (Hg.): Karl Marx – Produktivkräfte und Produktionsverhältnisse. Entstehung, Funktion und Wandel eines Theorems der materialistischen Geschichtsauffassung, Frankfurt/M./Berlin/Wien 1983

(35) Breuer, Stefan: Die Krise der Revolutionstheorie. Negative Vergesellschaftung und Arbeitsmetaphysik bei Herbert Marcuse, Frankfurt/M. 1977

(36) Pohrt, Wolfgang: Theorie des Gebrauchswerts. Über die Vergänglichkeit der historischen Voraussetzungen, unter denen allein das Kapital Gebrauchswert setzt, 2. Aufl., Berlin 2001

(37) Postone, Moishe: Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft. Eine neue Interpretation der kritischen Theorie von Marx, Freiburg 2003




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