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EDITORIAL / INHALT

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Jahrgang 2013 - Heft 2 / 2013

EDITORIAL

Liebe Leserin, lieber Leser,

Im Jahre 2008, als an der Universität Zürich eine Philosophieprofessur besetzt werden sollte, machte jemand einen eigenartigen Vorschlag: Er forderte für die Professur jemanden, „die/der genügend Interesse für spekulative Philosophie“ mitbringt“. Kurios deshalb, weil der Begriff „spekulative Philosophie“ in Vergessenheit geraten ist und man nicht mehr so richtig weiß was, darunter zu verstehen ist. Ist es die mystisch anmutende religionsphilosophische Tradition, die von Platon über Plotin und Nikolaus von Kues in die Neuzeit führt? Oder meint man damit hegelianische Spekulationen? Im heutigen philosophischen Alltag hat das Wort einen Anklang willkürlichen imaginären Denkens, das auf eine Begründungsleistung verzichtet, und steht damit gleichbedeutend für schlechte Philosophie. Eine Ausnahme bildete bislang der Philosophiedidaktiker Ekkehard Martens, der fünf philosophische Fertigkeiten kennt, die es den Schülern zu vermitteln gilt, darunter die der „Spekulation“. In Martens Didaktik bedeutet allerdings Spekulation ganz lapidar „Einfälle haben“ – eine naturalistische Version der traditionellen Bedeutung.
Nun taucht zu meinem Erstaunen „Spekulative Philosophie“ plötzlich in verschiedenen Kontexten auf: es gibt bereits diverse Gruppen für „Speculative Philosophy“ und „Speculative Realism“, es gibt ein „Journal of Speculative Philosophy“, und der Merve-Verlag eröffnet eine neue Reihe „Spekulationen“. Die Bewegung kommt aus dem Englischen (gespeist aus der Tradition von Whitehead), aber auch aus Frankreich, und in Berlin läuft die Sache unter „Spekulative Poetik“, die laut Website „das sprachfundierte poststrukturale Denken der letzten Jahrzehnte mit dem zeitgenössischen Interesse an Ontologie“ verknüpft. Und auch die Didaktiker organisieren ein Workshop für „spekulative Philosophie“.

Mit einem freundlichen Gruß
Der Herausgeber, Peter Moser

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INHALT:

ESSAY
Andreas Urs Sommer: Religionsverzicht. Ein Memorandum; S. 8

BERICHT
Vanessa Albus: Die desolate Lage der Philosophiedidaktik; S. 16

INTERVIEW
Das Paar als Quelle des Selbst. Ferdinand Fellmann im Gespräch mit Esther Redolfi; S. 28

PORTRÄT
Iso Kern – ein Vermittler zwischen den Kulturen. Von Eduard Marbach; S. 32

STUDIUM
Die Philosophie der Antike als theologisch fundierte Prinzipienreflexion; S. 44
Enzyklopädie Philosophie in drei Bänden; S. 49
Übersichten; S.  51
Ausgeschriebene Preise, Sommer-Schulen; S. 53

UNTERRICHT
Baden-Württemberg; Saarland; Österreich;  Mindelheimer Philosophiepreis; S. 54 

PHILOSOPHISCHE PRAXIS;S. 55

AUSGABEN
Karl Leonhard Reinhold: Korrespondenzausgabe. Dargestellt von Marion Heinz und Violetta Stolz; S. 56
Vorsokratiker; S. 61
Theophrast; S. 62
Husserl; S. 64
Heidegger; S. 65

FORSCHUNG – TRENDS –
KONTROVERSEN
Philosophie in München. Die Geschichte der Münchener Universitätsphilosophie; S. 66
Henrik Jäger: Das Denken von Konfuzius und Menzius – eine Quelle der Aufklärung; S. 75
Richard M. Meyers Auseinandersetzung mit Elisbeth Förster- Nietzsche; S. 80
Hans Blumenbergs „An die Fernrohre“; S. 82
Wolfgang Detel modernisiert die Hermeneutik; S. 84
Was wissen Philosophen?; S. 87
Dürfen moralische Urteile Wahrheitsansprüche stellen?; S. 90
Die Enhancement-Debatte aus anthropologischer Sicht; S. 93
Nietzsches Einfluss auf C.G. Jung; S. 98
Martha Nussbaum über Gleichheit und Religion; S.100
Etzionis „weicher“ Kommunitarismus; S. 103
Von Lukàcs zur „Ethik der Persönlichkeit“. Agnes Heller, befragt von Niklaus Halmer; S. 105
Nachlässe; S. 108

Nach Kiel berufen: Ludger Heidbrink; S.110
Philosophie in Hamburg: Thomas Schramme; S. 111

TAGUNGSKALENDER ; S. 112

NACHRICHTEN
Universitäten; S 121
Personen; S. 124
Preise; S. 125
Gestorben; S. 126
Verlage, Gesellschaften; S. 127
Reihen, Deutscher Ethikrat, Filme; S. 128
Ein Bewahrer des philosophischen Erbes. Gespräch mit Horst D. Brandt; S. 129

ZEITSCHRIFTENSCHAU; S. 132

NEUERSCHEINUNGEN;S. 144

IMPRESSUM;S. 163




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