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Einführungen: Ästhetik

Ästhetik

 

Philosophische Ästhetik beinhaltet in einem geläufigen Sinne Nachdenken über das Schöne und die Kunst. In neuerer Zeit hat sich das Thema ausgeweitet auf ästhetische Erfahrung im weitesten Sinne.

 

Pöltner, Günther: Philosophische Ästhetik, 268 S., kt., € 24.—, 2008,  Urban Taschenbuch 400, Grundkurs Philosophie, Kohlhammer, Stuttgart

beschränkt sich aber auf das erste, die Frage nach dem Schönen – eine Frage, die gegenwärtig in den Hintergrund getreten ist, was der Autor, der aus der katholischen Tradition kommt, bedauert und dem er gegensteuern will. Er bietet einen Gang durch die Philosophiegeschichte wobei es ihm wichtig ist, zu zeigen, wie sich die Antworten auf die Fragen nach dem Schönen verändert haben. Die Positionen wichtiger Autoren werden textnah referiert, mit vielen Zitaten. Man kann hier konzentriert nachlesen, was Platon, Plotin, Augustin, Baumgarten, Kant, Schelling, Hegel, Schopenhauer, Nietzsche, Adorno u.a. über das Schöne geschrieben haben. Mit Adorno endet der historische Teil, Autoren nach dem linguistic turn fehlen – gemäss Pöltner ist die Frage nach dem Schönen verloren gegangen.

 Ein zweiter Teil enthält einen eigenen Ansatz, einen „Neuansatz einer philosophischen Ästhetik“, wobei es Pöltner um „Struktur-momente der ursprünglichen Erfahrung mit Schönem“ geht – ein stark von Heideggerschem Vokabular geprägten Neuansatz, den der 1942 geborene Pöltner allein vertritt und von dem man sich fragen kann, ob der in    einen „Grundkurs Philosophie“ gehört.

 

Eignet sich nicht für Leser, die sich für die gegenwärtig aktuelle Ästhetik interessieren. Dies, Kunst und ästhetische Erfahrung in   einem weiten Sinn findet sich bei

Brandstätter, Ursula: Grundfragen der Ästhetik. Bild – Musik – Sprache – Körper. 200 S., kt., € 15.90, 2008, UTB3084, Böhlau, Köln.

 

Dafür fehlt bei ihr die ganze Geschichte der Ästhetik und – würde wohl Pöltner monieren – die Frage nach dem Schönen ist hier verlorengegangen. Die Leitfrage von Ursula Brandstätter (sie ist Professorin für Musikpädagogik an der Universität der Künste, Berlin) ist die, ob die vielen künstlerischen Formen etwas Gemeinsames haben. Sie geht ihr nach,  in dem sie die erkenntnistheoretischen Grundlagen erkundet (Kap. 1), Kunst von der Wissenschaft abgrenzt (Kap. 2), danach fragt, was Kunst (Kap. 4) und was ästhetische Erfahrung (Kap. 3) ist, um danach zu ihrer Leitfrage (Kap. 5) zu gehen und die Transformationen zwischen den Künsten zu untersuchen (Kap. 6).

Das Buch ist in einer lebendigen Sprache geschrieben, es liest sich leicht, auch indem es, anders als das von Pölnter, weniger in die Tiefe geht. Die beiden Bücher, die dem Titel nach eigentlich dasselbe Thema beinhalten, haben rein gar nichts gemeinsam und ergänzen einander gerade dadurch.

 

Eine kurzgefasste Darstellung der Geschichte der Ästhetik, die bis zur Gegenwart führt, und sich nicht auf das Thema Schönheit beschränkt, bietet

Stefan Majetschak, Ästhetik zur Einführung (178 S., kt., 2007, € 13.90,  zur Einführung, Junius, Hamburg).




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