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EDITORIAL / INHALT

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Iahrgang 2014 - Heft 2 / 2014

EDITORIAL

Liebe Leserin, lieber Leser,

wirft man einen Blick auf die vielen deutschsprachigen Neuerscheinungen aus dem Gebiet der Philosophie, so fällt auf, dass nur wenige dieser Bücher von Philosophieprofessor(inn)en geschrieben sind. In der Regel sind es Promotions- und Habilitationsarbeiten, die veröffentlicht werden, hinzu kommen Sammelbände (in denen sich allerdings viele Aufsätze von Professoren finden) sowie Bücher von Autoren, die außerhalb der akademischen Philosophie stehen. Es scheint ein Wechsel vom Buch als originärem Publikationsmedium der Philosophieprofessoren zum Aufsatz, zum Paper stattzufinden. So erklärte mir dieser Tage ein frisch berufener Philosophieprofessor, er habe nicht die Absicht, noch ein Buch zu schreiben, Papers würden genügen. Sieht man auf die Publikationsliste der Professor(inn)en, so findet man in der Regel eine beachtliche Zahl solcher publizierter Papers, oft in abgelegenen, aber im peer-review-Verfahren publizierenden Zeitschriften erschienen.
Für diesen Wechsel gibt es mehrere Gründe. Einer ist sicher der, dass Professor(inn)en so sehr unter Druck stehen, dass sie zwar vielleicht die Zeit, aber nicht die Muße haben, ein größeres Buch zu schreiben. Alles ist schneller geworden: bis ein Buch ausgereift vorliegt, ist es möglicherweise inhaltlich bereits überholt. Man sieht das, wenn man überlegt, welcher von den Philosophen, die vor zwanzig Jahren den Diskurs geprägt haben, noch aktuell sind: wer zitiert noch einen Popper, einen Bloch oder einen Quine? Zugleich stehen Professoren aber unter Publikationsdruck, und da bietet sich das Paper an. Auch verläuft die Entwicklung in anderen Fächern ähnlich, und die Philosophen passen sich an. Die Frage, ob nicht das Buch doch die dem Fach eher angemessene Publikationsart ist, stellt sich da gar nicht mehr. Allerdings bezweifle ich, ob unter solchen Bedingungen ein Kant hätte die „Kritik der reinen Vernunft“ schreiben können.

Mit einem freundlichen Gruß

Der Herausgeber, Peter Moser



INHALT

ESSAY
Donatella Di Cesare: Heidegger, das Sein und die Juden; S. 8

BERICHT
Tobias Schlicht: Soziale Kognition; S. 22

DAS STICHWORT
Situierte Kognition. Von Sven Walter; S. 28

POSITIONEN
John McDowell. Dargestellt von David LauerM S. 34

STUDIUM
Dispositionen. Fragen an Barbara Vetter; S. 42
Sommerschule, Preise; S. 53
Sind Studierende der Philosophie faul?; S. 58
Übersichten; S. 58

AUSGABEN
Albertus Magnus; S. 60
Popper; S. 61
Foucault; S. 64
Neuankündigungen; S. 67

PHILOSOPHISCHE PRAXIS
Die Gesellschaft für Philosophische Kultur e. V. in Detmold; S. 68

UNTERRICHT
Klage auf Anspruch auf Ethik-Unterricht abgewiesen; S. 70
Zeitschrift für Didaktik der Philosophie und Ethik; S. 70

DISKUSSION
Hirntod und Organspende. Ein Gespräch mit Andreas Brenner und Andrea Marlen Esser über den
Hirntod und die Entnahme von lebenswichtigen Organen; S. 74

FORSCHUNG – TRENDS – KONTROVERSEN

Derek Parfit „On What Matters“. Ein Bericht von Markus Rüther und Sebastian Muders; S. 84
Aufklärung: Ist „Aufklärung“ als Epochenbegriff zu retten?; S. 95
Nietzsche: Rudolf Burckhardts Briefwechsel mit Elisabeth Förster-Nietzsche; S. 96
Das Judentum als Urquelle einer Vernunftreligion: Hermann Cohens Religionsphilosophie in seinem
Spätwerk; S. 99
Matthias Willes Projekt eines transzendentalen Antirealismus; S. 102
Thorsten Wilholt untersucht die Argumente für die Freiheit der Forschung; S. 106
Wolf-Jürgen Cramm wirft den naturalistischen Theorien einen Kategorienfehler vor; S. 112
Gernot Böhme plädiert für ein neues Selbstverständnis des Menschen; S. 116

TAGUNGSKALENDER 122

Philosophie in Wien: Georg Stenger; S. 126
Philosophie in Wien: Herwig Grimm; S. 128

NACHRICHTEN
Geschichte – Gesellschaft – Geltung. Der XXIII. Kongress der DGPhil vom 28. 9.-2. 10 2014 in Münster; S. 130
Universitäten; S. 132
Personen, Preise; S. 135
Gestorben; S. 136
Gesellschaften, Zeitschriften; S. 138

ZEITSCHRIFTENSCHAU; S. 139

NEUERSCHEINUNGEN PHILOSOPHIE; S. 145




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