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EDITORIAL / INHALT

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Jahrgang 2015 - Heft 2 / 2015

Liebe Leserin, lieber Leser,

im Streit um den Freiburger Heidegger-Lehrstuhl (siehe Seite 116) zeigt es sich, wie weit die gegenwärtige Universitätsphilosophie und die von einer breiteren Öffentlichkeit rezipierte Philosophie sich voneinander getrennt haben. Für die an der Universität vertretene Philosophie geht es darum, möglichst gute Bedingungen für Lehre und Forschung und die Position der Philosophie im Kampf um Stellen mindestens zu behaupten. Heidegger als Philosoph hat hier keine große Bedeutung mehr; gefragt ist eine Philosophie, die begründet und argumentiert, nicht eine, die auf eine meditierende Art Fragen stellt. Von Interesse ist Heidegger nur noch als toter Denker, dessen Philosophie sich wissenschaftlich erforschen lässt, und aufgrund seiner nationalsozialistischen Vergangenheit ist er vielen von vornherein suspekt. Eine Philosophie, die im Sinne Heideggers Forschung betreibt, ist nicht mehr opportun.

Noch vor dreißig Jahren hat Heidegger auch die akademische Philosophie geprägt, Heideg-ger hat aber auch (wie vielleicht nur noch Wittgenstein) über die Philosophie hinaus das intellektuelle Geschehen beeinflusst (wovon die heutige Philosophie nur träumen kann) und ist in romanisch geprägten Ländern auch heute noch präsent. Dass man seinen Lehrstuhl in eine Juniorprofessur umwandelt, ist für jemand mit diesem Hintergrund ein unverzeihliches Sakrileg.

Der Streit um diesen Freiburger Lehrstuhl ist nicht nur ein Generationenkonflikt. Hier stehen sich auch zwei Arten zu philosophieren gegenüber: auf der einen Seite erwartet eine Öffentlichkeit von der Philosophie aktuelle Antworten auf die großen Fragen, auf der anderen Seite, während sich auf der anderen Seite eine Philosophie von den großen Fragen verabschiedet hat, und sich auf kleine Fragen spezialisiert.
Mit einem freundlichen Gruß
Der Herausgeber: Peter Moser



ESSAY
Ludwig Siep: Über den Sinn der Beschäftigung mit der deutschen Philosophie heute; S. 8

BERICHT
Architekturphilosophie. Eine Kartierung von Martin Düchs; S. 26

STELLUNGNAHMEN
Wie können Frauen in der Philosophie gefördert werden? Stellungnahmen von Charlotte Annerl, Rebecca Gutwald, Hilge Landweer und Mari Mikkola; S. 36

BIOGRAPHIE
Stefan Müller-Doohms großangelegte Habermas-Biographie; S 48

DIDAKTIK
Roland Bluhm: Übersetzen als Mittel der Philosophiedidaktik; S. 56

UNTERRICHT
Bundesländer; Tagungen; Religionsunterricht, Literatur; S. 62
Zeitschrift für Didaktik; S. 64

PHILOSOPHISCHE PRAXIS
Philosophy Slam. Von Gerhard Hofweber; S. 66
philCologne; S. 69
Literatur; S. 70

AUSGABEN
Althussers Kapital lesen neu übersetzt. Kolja Lindner im Gespräch mit Frieder Otto Wolf über dessen Neuübersetzung; S. 72
Heidegger-Ausgabe: Wurde geglättet oder gestrichen?; S. 73
Denis Diderot: Philosophische Schriften; S. 75
Karl Löwith: Das Individuum in der Rolle des Mitmenschen; S. 77
Judith N. Shklar: Der Liberalismus der Furcht; S. 78
Neuerscheinungen; S. 80

STUDIUM
In Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein Philosophie studieren; S. 82
Preise; S. 83
Neue Studiengänge; S. 83
Sommerkurse; Einführungen; S. 84
Übersichten; S. 87
Kommentare; S. 88
Handbücher; S. 89

FORSCHUNG – TRENDS – KONTROVERSEN
Leo Strauss’ Mendelssohn-Interpretation; S. 90
Rainer Adolphi untersucht die Beziehung zwischen Fichte und Schelling; S. 91
Wolfgang Neuser versteht Wissen als ein sich selbst organisierendes System; S. 94
Wissen: Fragen an Wolfgang Neuser; S. 98
Generationengerechtigkeit; S. 100
Andreas Bachmann entwirft die Theorie eines „prudentiellen Hedonismus“; S. 104

TAGUNGSKALENDER; S. 108

NACHRICHTEN AKTUELL
Mythos Heidegger; S. 116
Universitäten; S. 120
Gestorben; S. 128
Personen; S. 132
Zeitschriften; S. 134

ZEITSCHRIFTENSCHAU; S. 135

NEUERSCHEINUNGEN; S. 143





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