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01 2016

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Jahrgang 2016 - Heft 1 / 2016

EDITORIAL
 
Liebe Leserin, lieber Leser,
 
Heideggers Schwarze Hefte bleiben in der Diskussion, in Freiburg fanden nacheinander zwei Tagungen dazu statt (siehe Seite 119). Die Debatte konzentriert sich dabei auf die wenigen Seiten mit antisemitischen Sätzen. Die Frage ist, welche Rolle dieser Antisemitismus in Heideggers Philosophie spielt, ob man von einer „antisemitischen Seinsgeschichte“ reden kann (siehe S. 71 ff). Angesagt ist ein „Heidegger-bashing“, die Oberhand haben diejenigen, die schon immer gesagt haben, Heideggers habe zu Unrecht eine so prominente Rolle in der Philosophie. Andere versuchen eine Unterscheidung zwischen dem Philosophen Heidegger und dem Ideologen der „Schwarzen Hefte“ zu treffen, ein schwieriges Unterfangen. Denn das meiste, was in den Schwarzen Heften steht, findet sich auch in den Beiträgen“. dem, so Otto Pöggeler, zweiten Hauptwerk Heideggers – mit Ausnahme des Antisemitismus und der mythischen Rolle der Deutschen.  Ich habe den Eindruck, dass viele, die jetzt über Heidegger schreiben, zwar Sein und Zeit kennen, nicht aber die Beiträge, deren Inhalt schwer zugänglich ist, da Heidegger mit einer neuen Form eines ursprünglichen Schrei­bens ringt. Er interpretiert dort die Philoso­phie­ge­schichte als Geschichte eines zuneh­menden Ver­gessens des Seins; in der Folge haben Machenschaften (und dazu gehört die Technik) so sehr die Oberhand gewonnen, dass sich eine Umkehr, ein Ereignis, erwarten lässt, das sich im Zeigen des Seyns ankündigt. Heidegger sah diese Umkehr erst sich im Nationalsozialismus ankündigen, sah dann aber bald, dass dieser diese Ma­chen­schaften nur noch verstärke. Heidegger hat diese seine Ereignisphilosophie zu Leb­zeiten nicht öffentlich gemacht, sondern wollte mit seinen Vorträgen und Texten darauf vorbereiten. Und dieses hintergründige Verweisen auf Nichtgesagtes dürfte auch einen Teil des enormen Erfolges gerade in der Öffentlichkeit ausmachen.
 
Mit freundlichen Grüssen
Der Herausgeber, Peter Moser
 
 
INHALT
 
ESSAY
Günther Figal: Gibt es wirklich etwas draußen? Skizze einer realistischen Phänomenologie; S. 8
 
BERICHT
Neuro-Enhancement. Dieter Birnbacher über die ethische Ambivalenz eines schnell wachsenden Bereiches; S. 18
 
FORSCHUNG – TRENDS – KONTROVERSEN
Michael Hampes Kritik der gegenwärtigen akademischen Philosophie; S. 34
Fragen an Michael Hampe; S. 41
18. Jahrhundert: Radikalaufklärung; S. 40
Thomas Nagel will den Geist in die Natur integrieren; S. 46
Gibt es „kollektive Menschenrechte“?; S. 51
Byung-Chul Han will die Freiheit neu erfinden; S. 54
Dworkin glaubt – aber nicht an den christlichen Gott; S. 54
Wie frei ist der Wille wirklich?; S. 56
Lorenz B. Puntel stellt seine struktural-systematische Philosophie vor; S. 57
Die Debatte um den Hirntod; S. 62
Ästhetik: Die Theorien der Gegenwartskunst; S. 65
Der literarische Kognitivismus; S. 69
Trawny unterstellt Heidegger einen seinsgeschichtlichen Antisemitismus; S. 71
 
STELLUNGNAHMEN
Wie ist Heidegger heute zu beurteilen? Stellungnahmen von Hassan Givsan, Marion Heinz, Dieter Thomä und Helmuth Vetter; S. 74
 
AUSGABEN
Editionsfragen der Heidegger-Kontroverse. Ein Bericht von Reinhard Mehring; S. 85
Marx (MEGA); S. 90
Freud; S. 90
Neuerscheinungen; S. 91
 
STUDIUM
Die Aufklärung im deutschsprachigen Raum. Der neue Band des „Grundrisses der  Geschichte der Philosophie“; S. 92
Sommerschulen; S. 96
Hessen: Dialogos; S. 97
Einführungen; S. 97
Lexika; S. 98
Übersichten; S. 100
Reader; S. 101
Kommentare; S. 101
Stekelers Hegel-Kommentar. Fragen an Annette Sell; S. 102
 
UNTERRICHT
Der „Runde Tisch Philosophie und Ethik an Schulen Rheinland-Pfalz“; S. 104
Philosophischer Wettbewerb „Jugend denkt“; S. 105
Situative Philosophiedidaktik; S. 105
Ein Modell zur Prüfung ethischer Wahrnehmungskompetenz; S. 108
Tagungen; S. 110
 
PHILOSOPHISCHE PRAXIS
Philosophie für Millionäre; S. 110
Neue Literatur; S. 110
 
TAGUNGSKALENDER; S. 112
 
NACHRICHTEN
Universitäten; S. 118
Personen; S. 125
Preise; S. 128
Gestorben; S. 128
Gesellschaften; S. 130
Zeitschriften; S. 130
 
ZEITSCHRIFTENSCHAU; S. 132
 
NEUERSCHEINUNGEN; S. 144
 
IMPRESSUM; S. 163
 
 



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