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03 2016

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Jahrgang 2016 - Heft 3 / 2016

EDITORIAL

Liebe Leserin, lieber Leser,
 
die „Deutsche Gesellschaft für Philosophie“ hat unter ihrer Geschäftsführerin Andrea Esser Themen, die bislang vernachlässigt worden waren, zur Diskussion gestellt: zum einen die Frage, warum Frauen sich so wenig für eine akademische Karriere interessieren, zum anderen der Skandal einer Klassengesellschaft: – zum einen gut bezahlte Professoren, zum anderen kaum oder gar nicht bezahlte Privatdozenten (bzw. apl. Professoren) – wobei es manchmal Zufall ist, zu welcher Rubrik jemand gehört.
 
Eine Untersuchung in Berlin hat gezeigt, dass Studentinnen mit der Art und Weise des Seminarbetriebs unzufrieden sind. In Jena wurde nun darüber diskutiert, was verbessert werden könnte (siehe S. 98 ff.) Doch mir scheinen die dabei vorgebrachten Vorschläge (wie etwa eine bessere Ausbildung der Dozenten) doch am eigentlichen Problem vorbeizugehen. Mir ist das Problem aus einer anderen Perspektive bekannt: bei den Ethik-Kommissionen werden in der Regel Theologen gegenüber den Philosophen bevorzugt. Rückfragen, warum dies so sei, haben ergeben, dass Theologen besser zuhören können, Philosophen dagegen oft den Eindruck hinterlassen, sie seien überheblich. Philosophen, denen ich dies erzähle, winken ab: dies seien Einzelfälle und habe mit der Philosophie nichts zu tun, entscheidend sei die Persönlichkeit des einzelnen. 
 
Vielleicht sollte die Philosophie wieder zu dem zurückfinden, was sie eigentlich einmal war: Liebe zur Weisheit. Aber damit lässt sich im modernen Universitätssystem kein Staat machen, und hier zählen ja vor allem Drittmittel. Und dafür braucht es Philosophen, die gut argumentieren können. Also wird alles so bleiben, wie es gegenwärtig ist. 
 
Mit einem freundlichen Gruß
Der Herausgeber (Peter Moser)

 

INHALT
 
ESSAY
Martin Carrier: Forschungsfreiheit und Forschungsbedarf. Wissenschaft zwischen Autonomie und gesellschaftlichen Ansprüchen; S. 8 
 
BERICHT
 
Selbstbewusstsein in der gegenwärtigen Philosophie des Geistes; S. 18 
 
INTERVIEW
Was Philosophie ist, ist eine philosophische Frage. Ein Gespräch mit James Conant; S. 30
 
PORTRÄT
Jacques Rancière. Vorgestellt von Tobias Nikolaus Klass; S. 38
Die Ereignisse des Denkens. Tobias Nikolaus Klass im Gespräch mit Jacques Rancière; S. 48
 
STELLUNGNAHMEN
Das Flüchtlingsdrama und die Philosophie. Stellungnahmen von Andreas Cassee, Matthias Hoesch und Andreas Oberprantacher; S. 52
 
FORSCHUNG – TRENDS – KONTROVERSEN
Helmut Mai rehabilitiert Platons „Nomoi“; S. 60
Xavier Tilliette untersucht Aufstieg und Fall der „intellektuellen Anschauung“; S. 62
Philosophische Anthropologie; S. 66
Neuropsychologie; S. 72
Norbert Hoerster plädiert für einengerechten Minimalstaat; S. 74
Was macht das menschliche Denken so einzigartig?; S. 75
 
AUSGABEN
Bacon: Kompendium für das Studium der Philosophie; S. 84
Bessarion: Über Natur und Kunst; S. 85
Blumenberg: Beschreibung des Menschen; S. 86
Kurt Gödel: Philosophische Bemerkungen; S. 95
Weitere Neuerscheinungen; S. 95
 
STUDIUM
Was soll anders werden? Die akademische Philosophie reflektiert ihre Umgangsformen; S. 100
Universitäten: Bernkastel-Kues, Wuppertal; S. 102
Preise, Sommerschulen, Einführungen; S. 104
Übersichten, Handbücher; S. 105
Kommentare, Reader; S. 107
 
UNTERRICHT
Der Ethik-Unterricht an Schulen – ein bildungspolitischer Skandal. Die Denkschrift des Fachverbandes „Ethik“; S. 108
Tiedemann fordert Philosophie- statt Islam-Unterricht; S. 111
Saarland: Ethik-Unterricht wird stark nachgefragt; S. 111
Bayern: Projekt „Askforce“ für Augsburger Schulen; S. 111
Tagungen, Zeitschriften; S. 112
Bernhard Seelhorst: Das Handbuch Philosophie und Ethik; S. 114
Philosophische Praxis; S. 117
 
TAGUNGSKALENDER; S. 119
 
NACHRICHTEN
Griechenland; S. 124
Universitäten; S. 124
Preise; S. 132
Personen; S. 134
Gestorben; S. 136
 
ZEITSCHRIFTENSCHAU; S. 137
 
NEUERSCHEINUNGEN; S. 142
 
IMPRESSUM; S. 163



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