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STELLUNGNAHMEN

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Das Ende des „linguistic turn“?

Aus: Heft 4/2016, S. 28-38
 
 
 
Stellungnahmen von Wolfgang Barz, Thomas Grundmann, Albert Newen und Christian Nimtz
 
Der „linguistic turn“ bzw. die sprachphilosophische Wende gilt als ein wichtiger Schritt der Philosophie im 20. Jahrhundert. Was ist darunter zu verstehen?
 
Christian Nimtz: Der linguistic turn war die populäre Hinwendung zu einem philosophischen Selbstverständnis, das die Grundfragen „Was ist, kann und soll Philosophie?“ sprachbezogen beantwortet. Pointiert gesagt ist demnach Sprache der zentrale philosophische Gegenstand, Sprachanalyse und -kritik die angemessene Methode und begriffliche Einsicht das primäre Ziel philosophischer Theoriebildung und Erkenntnisfindung. Sprachphilosophie ist diesem Selbstverständnis gemäß die philosophische Grundlagendisziplin.
 
Albert Newen: Mit linguistic turn bezeichnet man gemeinhin den Wechsel von genuinen Sachfragen hin zu Fragen nach der Bedeutung zentraler Ausdrücke, weil letztere als vorrangig bewertet werden. Zum Beispiel sollte zunächst die metaethische Frage „Was ist die Bedeutung des Wortes ‚gut‘?“ geklärt werden, bevor man die ethischen Sachfrage „Was ist gut?“ in Angriff nimmt. Alle philosophischen Disziplinen haben demgemäß zunächst die vorgängigen Bedeutungsfragen zu klären. Nur so kann offengelegt werden, welche Sachfrage Gegenstand der Debatte ist und verhindert werden, dass die Debatte ins Leere läuft. Letzteres ist der Fall, wenn man verschiedene Bedeutungen von zentralen Ausdrücken wie ‚gut‘, ‚wahr‘, ‚schön‘ oder ‚gerecht‘ voraussetzt oder wenn die Bedeutung des philosophischen Ausdrucks keine hinreichende Fundierung aufweist, wie es bei Ausdrücken wie ‚Das Nichts‘, ‚Das Absolute‘ zu befürchten ist. Neben der methodischen Vorgehensweise ist mit linguistic turn zudem meist auch eine inhaltliche Position verknüpft, nämlich dass sich die philosophischen Sachfragen im Kern beantworten lassen, indem die Bedeutungsfragen geklärt werden.
 
Thomas Grundmann: In der philosophischen Tradition hat die Sprache lange Zeit nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Sie wurde vor allem als ein Medium des gedanklichen Ausdrucks und der Kommunikation verstanden. Das hat sich, abgesehen von einigen Vordenkern wie Humboldt oder Hamann, erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts radikal verändert. Philosophen wie Frege und Russell waren nunmehr der Überzeugung, dass nur durch eine Analyse der Sprache Phänomene wie Bedeutung, Denken und die Repräsentation der Welt überhaupt angemessen verstanden und geklärt werden können. Damit wurde die Sprachanalyse plötzlich zu einer fundamentalen Methode der Philosophie. Die logische Analyse von Sätzen und die Begriffsanalyse rückten ins Zentrum.
Der linguistic turn (dieser technische Begriff stammt vermutlich von Gustav Bergmann) im eigentlichen Sinne setzt meines Erachtens aber erst mit dem frühen Wittgenstein ein, und zwar mit seiner These, dass sprachliche Zeichen die primären Träger von Bedeutung sind. Daraus ergibt sich ein radikal neues Bild der Beziehung zwischen Sprache und Geist: Der Geist ist demnach sprachlich verfasst oder, etwas vorsichtiger formuliert, sprachabhängig. Ein Denken vor oder sogar unabhängig von der Sprache ist folglich unmöglich. Und wenn Pragmatisten wie der späte Wittgenstein mit seinem Anti-Privatsprachenargument außerdem annehmen, dass Sprachen immer von sozialen Gemeinschaften gesprochene natürliche Sprachen sind, dann ergibt sich daraus auch die sozio-kulturelle Natur des Geistes. Eine weitere Verschärfung des linguistic turn stellte der linguistische Idealismus dar. Demnach ist die sprachunabhängige Welt vollkommen strukturlos. Die Sprache mit ihrer logisch-propositionalen Struktur bringt erst die Form der Tatsachen und eine Struktur in diese Welt hinein. Diese These wurde vom späten Wittgenstein, Nelson Goodman, Richard Rorty, Ernst Tugendhat und den Transzendentalpragmatikern um Karl-Otto Apel vertreten, aber sie war nicht auf die analytische Philosophie beschränkt, sondern wurde auch vom späten Heidegger, Gadamer sowie den französischen Strukturalisten und Poststrukturalisten propagiert. Der linguistic turn war also ganz offensichtlich nicht nur eine Entwicklung innerhalb der analytischen Philosophie, sondern ging weit über diese hinaus. Teilweise konzentrierte sich die Philosophie seit dem linguistic turn auch auf eine rein kritisch-negative These, dass nämlich philosophische Probleme primär oder sogar ausschließlich auf sprachlichen Verwirrungen beruhen und deshalb gar keine echten, sondern Scheinprobleme seien (vgl. Carnap, Wittgenstein).
 
Wolfgang Barz: In seiner ursprünglichen, auf Gustav Bergmann zurückgehenden und später von Richard Rorty aufgegriffenen Bedeutung steht der Begriff linguistic turn für eine parallel zur Herausbildung der modernen Logik verlaufende, mit den Namen Frege, Moore, Russell und Wittgenstein verbundene Entwicklung, die zur Entstehung der Analytischen Philosophie geführt hat. Häufig wird in diesem Zusammenhang auf die sowohl für den Logischen Empirismus als auch für die ordinary language philosophy charakteristische metaphilosophische Überzeugung verwiesen, der zufolge viele der als Inbegriff philosophischer Ingeniosität geltenden, aber zutiefst kontraintuitiven Überlegungen traditioneller Philosophen auf einem Missbrauch von Begriffen beruhen, den es mit Hilfe sprachbezogener Untersuchungen aufzudecken gelte. Man solle daher, so der Rat, seinen Blick von den Phänomenen, von denen die traditionellen Philosophen reden, abwenden und sich stattdessen auf die Begriffe konzentrieren, mit denen auf jene Phänomene Bezug genommen wird.
 
 
Sehen Sie im „linguistic turn“ eine Art Paradigmenwechsel oder lediglich eine neue philosophische Methode?
 
Thomas Grundmann: In ihrer Frühphase (zur Zeit von Frege und Russell) war die Sprachanalyse sicher nur eine wichtige neue Methode der Philosophie neben anderen. Mit Wittgenstein wurde die Sprachphilosophie dann aber zur „ersten Philosophie“, die die Paradigmen der Metaphysik und der Bewusstseinsphilosophie ablöste. Tugendhat und Apel haben dann sogar explizit den Anspruch vertreten, dass die Sprachphilosophie eine neue Transzendentalphilosophie sei. Demnach könne man die Struktur der Welt durch eine apriorische Analyse unserer Sprache erkennen, weil die Sprache diese Struktur allererst in die Welt hineinbringe, so wie nach Kant der Verstand erst die Struktur in die Natur bringt.
 
Albert Newen: Es handelt sich um einen Paradigmenwechsel, gleich aus mehrfacher Sicht: Zum einen weil sich aus dem Wandel methodischer Ansprüche die neue Hauptströmung der Analytischen Philosophie entwickelt hat und zum anderen, da aus den inhaltlichen Ansprüchen die Sprachphilosophie als Teildisziplin entsprungen ist. Will man eine systematische Klärung von Wortbedeutungen betreiben, so steht man mitten im Kernprojekt der Sprachphilosophie, die sich zu einer Standarddisziplin mit vielfältigen Teilgebieten entwickelt hat (s. u.).
 
Wolfgang Barz: In diesem Zusammenhang von einem Paradigmenwechsel zu sprechen, ist übertrieben. Sicherlich, die Frühphase der Analytischen Philosophie war von einem revolutionären Pathos getragen, das den Eindruck erwecken musste, hier sei etwas vollkommen Neues im Entstehen. Ausfälle gegen die Tradition gehören jedoch seit jeher zum guten Ton in der Philosophie. Außerdem zählt die Klärung der für unser Weltbild zentralen Begriffe schon immer zum Kerngeschäft guter Philosophie. Im Grunde genommen haben es die Philosophen nie mit den Sachen selbst zu tun gehabt, sondern ihren Blick stets auf die Begriffe gerichtet – sie haben es nur nicht immer bemerkt. Die Analytische Philosophie, so könnte man daher sagen, ist zu sich selbst gekommene traditionelle Philosophie, d. h., sie unterscheidet sich von traditioneller Philosophie lediglich darin, dass sie sich vollkommen darüber im Klaren ist, dass die Philosophie – anders als die empirischen Wissenschaften – nicht die Welt selbst erforscht, sondern die Art und Weise, in der wir uns die Welt begrifflich zurechtlegen. So gesehen kann es keine Überwindung des linguistic turn geben, ohne das Philosophieren an den Nagel zu hängen
 
Christian Nimtz: Ein Paradigma verstehe ich als eine disziplinäre Orientierungsmatrix. Diese verbindet unter anderem (A) Annahmen über die Kernprobleme des Faches und (B) die anzustrebenden Ergebnisse mit (C) ausgezeichneten Weisen des Vorgehens sowie (D) beispielhaften Problemlösungen und exemplarischen Theoriebildungen. So verstanden markiert der linguistic turn den Aufstieg eines sprachorientierten Paradigmas, dessen Details unter seinen Verfechtern umstrittenen bleiben. Zu den populäre Kernideen gehören: (A) Im Zentrum der Philosophie stehen Sprachfragen von „Was lässt sich sinnvoll sagen?“ bis zu „Wie funktioniert die Rede über Mentales?“. (B) Philosophische Erkenntnisbemühungen zielen auf begriffliche Wahrheiten. (C) Ausgezeichnete philosophische Methoden sind a priori Begriffsanalyse und Sprachkritik. (D) Beispielhafte Erklärungsleistungen finden sich z. B. in Russell Theorie der Kennzeichnungen, der dispositionalen Theorie mentaler Ausdrücke, Wittgensteins Privatsprachenargument oder der analytischen Theorie der Notwendigkeit. Die programmatische Sprachorientierung markiert nur einen kleinsten gemeinsamen Nenner. Anhänger des Paradigmas wollen ganz unterschiedliche philosophische Ziele realisieren – sie wollen z.B. die Natur der Welt anhand der logischen Struktur der Sprache entziffern, die Metaphysik überwinden, philosophische Probleme als Sprachverwirrungen entlarven, das gängige Bild des Geistes als kategorial irrig erweisen, systematisch mögliche Denkinhalte und deren Beziehungen erfassen, Begriffsschemata deskriptiv rekonstruieren oder Sprachanalyse als philosophische Normalwissenschaft etablieren, die mit den empirischen Naturwissenschaften nicht in Konkurrenz steht.
 
Gegenwärtig sind Stimmen zu hören, der „linguistic turn“ sei überwunden. Was ist davon zu halten?
 
Albert Newen: Der linguistic turn ist durch einen cognitive turn in der Philosophie abgelöst worden. Die Sprachphilosophie war die Leitdisziplin der theoretischen Gegenwartsphilosophie mit einem Höhepunkt in den 50er und 60er Jahren. Sie blieb es bis in die 70er und 80er Jahre hinein, bevor sie sich dann als eine ‚normale‘ Teildisziplin der Philosophie einordnete. In einem kontinuierlichen Übergang, der in herausragender Weise von G. Ryle bereits mit dem Werk Der Begriff des Geistes (1949) eingeleitet wurde, wurde der Aufstieg der „Philosophie des Geistes“ zur Leitdisziplin eingeläutet. Dieser begann zunächst als ein Projekt der philosophischen Begriffsanalyse und entwickelte sich dann zunehmend zu einer empirisch fundierten, philosophischen Theoriebildung. Was zeichnet eine Leitdisziplin aus? Sie lässt sich daran erkennen, ob es eine größere Gruppe von Philosophen gibt, die einen sehr weitgehenden Erklärungsanspruch mit den Erkenntnissen aus einer bestimmten Teildisziplin verknüpfen: so wie mit dem linguistic turn die Antworten zu Grundfragen der Erkenntnistheorie, der Ontologie, der Handlungstheorie, aber auch zur Ethik allein aus der Sprachanalyse gewonnen werden sollten, so entstand mit dem cognitive turn die dominante Vorgehensweise, die Antworten auf dieselben Fragen vorrangig aus dem Repertoire der Philosophie des Geistes zu speisen. Der linguistic turn ist methodisch ein großer Gewinn, weil damit neue argumentative Standards gesetzt wurden, allerdings ist er als inhaltliche Position (s. o.) mit seinem umfassenden Anspruch verfehlt. Wir können Aussagen zur Struktur der Welt und zur Struktur des Geistes nicht aus der Struktur der Sprache ableiten – wie es der ‚frühe‘ Wittgenstein behauptete.
 
Wolfgang Barz: Ich denke, dass hinter dem Gerede von der Überwindung des linguistic turn nicht selten der Wunsch steht, die Philosophie, so wie wir sie seit Jahrhunderten kennen, auf die eine oder andere Art zum Verschwinden zu bringen: Die einen möchten aus ihr eine gewöhnliche empirische Wissenschaft machen, während die anderen die Philosophie zu einem Unternehmen umbauen wollen, das der empirischen Wissenschaft Konkurrenz machen soll. 
Häufig speist sich die Behauptung, der linguistic turn sei überwunden, aber auch aus vergleichsweise harmlosen Motiven. Die für die Frühphase der Analytischen Philosophie charakteristische Empfehlung, seinen Blick von den Phänomenen ab- und der Sprache zuzuwenden, war mit der Prognose verbunden, dass sich die Paradoxien und Probleme, mit denen sich die traditionelle Philosophie herumgeschlagen hatte, in Wohlgefallen auflösen werden. Diese Hoffnung hat sich bekanntlich nicht erfüllt: Die meisten jener Paradoxien und Probleme leisten einer geradlinigen sprachanalytischen Auflösung hartnäckig Widerstand. Der metaphilosophische Optimismus, der die frühen analytischen Philosophen beflügelte, ist daher heute kaum noch anzutreffen. In diesem Sinne ist die Behauptung, der linguistic turn sei überwunden, sicherlich richtig.
 
Christian Nimtz: Philosophie ist de facto durch einen bunten Pluralismus paralleler Paradigmata geprägt. Ein Paradigma wird selten überwunden; bestenfalls verliert es an Popularität und Einfluss. Dies gilt für das Paradigma des linguistic turn. In den internationalen Debatten der Philosophie des Geistes, der Erkenntnistheorie, der Metaphysik und der Sprachphilosophie spielt dieses, so denke ich, heute bestenfalls eine untergeordnete Rolle. Im Einklang mit dem populären ‚Kripke-Paradigma‘ (vgl. meine Antwort zu nächsten Frage) begreifen Philosophen verbreitet philosophische Fragen als grundlegend sachbezogen (und damit weder sprachlich noch exklusiv begrifflich), sie zielen nicht auf begriffliche Wahrheiten (so sie diese überhaupt akzeptieren) und distanzieren sich von traditioneller Begriffsanalyse. Allerdings spielen sprachbezogene Argumente auch im philosophischen mainstream eine Rolle, z. B. wenn für die Existenz abstrakter Objekte (Wolfgang Künne) oder natürlicher Arten (Alexander Bird) unter Verweis auf die logisch-linguistische Struktur der betreffenden Sätze argumentiert wird oder man die Annahme von a posteriori Notwendigkeiten unter Verweis auf die Semantik von Eigennamen und Artausdrücken verteidigt (Saul Kripke, Scott Soames). Zudem markiert eine modernisierte sprachanalytische Methodologie, wie sie sich im Werk von David Lewis sowie im Zweidimensionalismus von Frank Jackson und David Chalmers ausdrückt, eine einflussreiche Minderheitenposition. Letzterer ist meinem Urteil nach deswegen so plausibel, weil er die modalen Einsichten Kripkes mit sprachanalytischen Grundideen verbindet. Man darf aber bezweifeln, dass sich z. B. Ludwig Wittgenstein oder P.F. Strawson mit den hier vertretenen philosophischen Zielen oder gar mit der entwickelten Theorie von Sprachanalyse hätten anfreunden können.
 
Thomas Grundmann: Gerade wenn man den linguistic turn als einen Paradigmenwechsel hin zur Sprachphilosophie als erster Philosophie versteht, dann ist diese Entwicklung inzwischen eindeutig überholt. Die Sprachphilosophie ist nicht mehr das dominierende Paradigma, sondern eine philosophische Disziplin neben vielen anderen (wie z. B. der Philosophie des Geistes, der Erkenntnistheorie oder der Metaphysik). Meines Erachtens beruht diese Entwicklung auf verschiedenen, sehr guten Gründen. Ich kann hier aus Platzgründen nur einige nennen:
 
1.) Die empirische Erforschung des Geistes hat eindeutig gezeigt, dass es geistige Phänomene gibt, die nicht sprachartig, sondern bildhaft sind: z. B. die Wahrnehmung oder die Imagination.
2.) Unser subjektzentrierter Zugang zur Welt, unser Spracherwerb und unser Ichbewusstsein lassen sich nur erklären, wenn man einen subjektzentrierten Geist vor der Sprache annimmt.
3.) Wittgenstein hatte unrecht, als er mit seinem Anti-Privatsprachenargument den Anspruch erhob, dass sich die für das Denken wesentliche Unterscheidung zwischen richtig und falsch nur durch konventionelle Normen und soziale Sanktionspraktiken von Sprachgemeinschaften erklären lässt. Wir verstehen inzwischen besser, wie sich die Normativität des Geistes auch natürlich erklären lässt (vgl. z. B. Fred Dretske, Ruth Millikan). 
4.) Kulturalistische Theorien des Geistes und des Denkens übersehen, dass sich der Geist und das Denken natürlich, d. h. evolutionär herausgebildet haben. 
5.) Die Philosophie des linguistic turn schließt sprachlose Wesen wie Menschenaffen oder Kleinkinder zu Unrecht aus der Gemeinschaft denkender Wesen aus. Es mag für uns mitunter schwierig sein, genau zu erkennen, was sprachlose Wesen denken. Aber daraus zu schließen, dass diese Wesen keine Gedanken haben (wie z. B. Donald Davidson annahm), beruht auf einem massiven lingo-zentrischen Vorurteil. Das komplexe und flexible Verhalten der sprachlosen Lebewesen macht im Gegenteil die Annahme sehr plausibel, dass dieses Verhalten durch geistige Ereignisse verursacht ist.
6.) Der linguistische Idealismus wird durch viele neue Entwicklungen der Metaphysik fragwürdig. Danach ist es überaus plausibel anzunehmen, dass die sprachunabhängige Wirklichkeit eine eigene Struktur hat. Einzeldinge haben Eigenschaften und stehen in Relationen zueinander, Tatsachen besitzen kausale Kräfte, und zwar völlig unabhängig von der sie beschreibenden Sprache.
 
Was ist der Auslöser dieser Entwicklung?
 
Christian Nimtz: Eine wichtige Ursache sehe ich im Einfluss von Kripkes Naming and Necessity. Laut Kripke haben viele philosophisch interessante Ausdrücke gar keinen Sinn (im Sinne Freges); ihre Bedeutung erschöpft sich in ihrem Bezug. Folglich lassen sich diese Ausdrücke gar nicht analysieren. Laut Kripke fällt zudem metaphysische Möglichkeit (Notwendigkeit) nicht mit a priori erfassbarer begrifflicher Möglichkeit (Notwendigkeit) zusammen. Was beispielsweise bezüglich mentaler Zustände metaphysisch möglich und notwendig ist, ergibt sich nicht aus unserem Begriff dieser Zustände. Das durch diese Ideen inspirierte Paradigma hat die philosophische Debatte nachhaltig verändert. Pointiert liest sich dieses so:
 
(A) Philosophische Fragen betreffen Phänomene wie z. B. Kausalität, Eigenschaften, Identität, Bedeutung, Rechtfertigung, die fundamentale Struktur der Welt oder den Geist. Diese Fragen sind weder zentral sprachbezogen noch generell begrifflich. 
(B) Philosophie zielt auf wohlbegründete Theorien über Phänomene. Ihrem Anspruch nach sollen viele dieser Theorien deren Natur offenlegen, was zumindest heißt: metaphysische Notwendigkeiten über Phänomene herausstellen. Wir wollen z. B. wissen, was mentale Zustände ihrer Natur nach sind, was zumindest heißt: durch welche Eigenschaften mentale Zustände notwendigerweise ausgezeichnet sind. 
(C) Philosophische Einsichten lassen sich oftmals nicht begriffsanalytisch gewinnen. Ebenso wenig sind sie generell a priori. Genau wie „Wasser ist H2O“ sind philosophische Thesen wie beispielsweise „Mentale Zustände supervenieren über physischen Zuständen“ keineswegs begrifflich wahr oder falsch. Begründet werden philosophische Thesen auf vielerlei Weise: durch Gedankenexperimente, auf der Basis empirischer oder theoretischer Offensichtlichkeiten, durch die Erklärungskraft der sie einbettenden Theorien, unter Rückgriff auf empirisch-wissenschaftliche Ergebnisse, durch die Anwendung formaler Resultate, durch Schlüsse auf die beste Erklärung – oder eben unter Verweis auf linguistisch-semantische Entwürfe wie Kripkes Theorie von Eigennamen und Artausdrücken als starre Bezeichner ohne (Fregesche) Sinne.
 
Thomas Grundmann: Meines Erachtens gibt es nicht einen alleinigen Auslöser für den bereits Ende der 1960er Jahre einsetzenden und bis heute anhaltenden turn away vom linguistic turn. Es sind vor allem die rasanten Fortschritte in den empirischen Wissenschaften des Geistes (Kognitionswissenschaft, evolutionäre Anthropologie oder kognitiven Verhaltensforschung), aber auch ein Wiedererstarken der nicht-sprachphilosophischen Disziplinen der Philosophie (Philosophie des Geistes, Metaphysik), die zusammen mit einem realistisch-naturalistischen Zeitgeist die Dominanz der Sprachphilosophie als erster Philosophie gebrochen haben. Ein weiterer wichtiger Faktor war die Erkenntnis, dass man Begriffsanalyse nicht immer im Lehnstuhl rein a priori durchführen kann, sondern in vielen Fällen erst die Referenten und die soziale Verwendungspraxis sprachlicher Ausdrücke auf empirische Weise kennen muss, um die Bedeutung der Begriffe zu verstehen. Ein Bedeutungswissen vorab jeder Welterkenntnis wurde z. B. von W. V. O Quine grundsätzlich in Frage gestellt.
 
Albert Newen: Die wichtigste langfristige Entwicklung besteht darin, dass die systematische Gegenwartsphilosophie nicht mehr die Rolle einer selbsternannte ‚Königin der Wissenschaften‘ spielt, sondern – sehr heilsam – sich als eine gleichberechtigte Wissenschaft in das Konzert der Einzeldisziplinen einreiht. Natürlich bleibt das Kerngeschäft der Philosophie eine besonders abstrakte Theoriebildung sowie die Klärung von Grund- und Metafragen. Dies gelingt jedoch mehr und mehr nur noch durch das systematische Einbeziehen von Erkenntnissen aus anderen relevanten Einzelwissenschaften: Philosophische Fragen zum menschlichen Selbstbewusstsein verlangen das Einbeziehen von Psychologie, Psychiatrie und Neurowissenschaften. Fragen zur Theorie der Gerechtigkeit lassen sich nicht mehr angemessen ohne die Erkenntnisse aus den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften bearbeiten. Trotz einer Vielzahl von Methoden und Perspektiven in der Gegenwartsphilosophie ist eine ungebrochene Entwicklung seit der Mitte des 20. Jahrhunderts das Fortschreiten der interdisziplinären Einbettung der philosophischen Theoriebildung. Hier liegt vermutlich die Zukunft und eine große Chance der professionellen Philosophie.
 
Michael Dummett hat den „linguistic turn“ als Maßnahme zur Verstoßung der Gedanken aus dem Reich des Bewusstseins bezeichnet. Sind die Gedanken ins Bewusstsein zurückgekehrt?
 
Albert Newen: Ein Ausgangspunkt von Dummetts Sichtweise ist Frege, einer der Großväter der Analytischen Philosophie. Dummett betont, dass Frege sich vorrangig mit den Gedanken befasste. Mit dem Fortgang der Sprachphilosophie trat das Studium der Zeichen in den Mittelpunkt, also des Mittels zum Ausdruck der Gedanken. Ein Hauptanliegen von Frege war es sicher, die logischen Beziehungen von Gedanken offen zu legen. In der Durchführung hat aber auch Frege schon viele zentrale Aspekte der Sprachphilosophie diskutiert, nämlich die Struktur von Sätzen (also ihre Syntax), die Komposition ihrer Bedeutungen (Semantik) sowie die Facetten der ‚Beleuchtung eines Gedankens‘ (Pragmatik). Auch sprechakttheoretische Überlegungen finden sich. Frege gilt zu Recht nicht nur als Vater der philosophischen Logik der Gedanken, sondern auch als ein wichtiger Mitbegründer der Sprachphilosophie in allen Facetten. Ich sehe daher die Dummettsche Entgegensetzung von Gedanken und Gedankenausdruck schon im Ansatz als eine Überbetonung, weil in einer philosophischen Theorie der Sprache immer beides involviert ist. Nur wenn man den linguistic turn so versteht, dass er sich nur noch um den Gedankenausdruck kümmert und die partielle Unabhängigkeit geistiger Fähigkeiten von sprachlichen Ausdrucksmitteln vergisst, ist der Vorwurf nachvollziehbar.
 
Thomas Grundmann: Dummett hatte völlig Recht mit seiner These, dass durch die linguistische Wende in der Philosophie das Denken aus einem rein innerlichen Raum des Bewusstseins herausgeholt und stärker objektiviert wurde. Der linguistic turn ist eine Weise, den methodischen Solipsismus zu überwinden. Doch auch nach dem Ende des „linguistic turn“ muss das Denken nicht als etwas rein Innerliches betrachtet werden. Der Geist scheint auf vielfältige Weise von der Interaktion mit seiner Umwelt abzuhängen. 1.) Wenn der Gehaltsexternalismus richtig ist, dann ist der Inhalt unserer Gedanken durch die Außenwelt mitbestimmt. 2.) Wenn die These der embodied cognition richtig ist, dann wird das Denken durch unseren handelnden Umgang mit der Umwelt mitkonstituiert. 3.) Wenn die These des extended mind richtig ist, dann haben wir Teile unseres Denkens in Form von Notizbüchern, Instrumenten und Computerdateien externalisiert. Die Angst, dass sich der Geist ohne Sprachabhängigkeit in die reine Innerlichkeit zurückziehen würde, scheint daher unbegründet zu sein.
 
Christian Nimtz: Auf die eine Weise gelesen: Nein. Auch die Gegenwartsphilosophie betrachtet Denkinhalte oder Propositionen nicht als spezifisch mentale Dinge. Wenn ich z. B. denke, dass es schneit, dann sind die Wahrheitsbedingungen dieses Denkakts eben gerade nichts Mentales. Auf die andere Weise gelesen: Ja. Anders als im linguistic turn unterstellt, betrachten heutige Philosophen in der Regel Denkinhalte als grundlegend und sprachliche Gehalte als durch diese (mit-) bestimmt. Aktuelle Theorien wie etwa Lewis‘ oder Dretskes charakterisieren mentale Gehalte zudem direkt, und nicht über den Umweg ihres sprachlichen Ausdrucks.
 
Wolfgang Barz: Es gibt noch eine weitere, auf Michael Dummett zurückgehende Lesart des Begriffs linguistic turn, die in der Diskussion oftmals für erhebliche Verwirrung sorgt. Dummett zufolge besteht der theoretische Kern des linguistic turn in der These der explanatorischen Vorrangstellung der Sprache: Eine umfassende Erklärung der Natur von Gedanken könne ausschließlich durch eine Analyse der Sprache erreicht werden. Diese These wird häufig missverstanden, und ich befürchte, daß dieses Missverständnis für einen Teil des Geredes von der Überwindung des linguistic turn verantwortlich ist. Auf den ersten Blick sieht es nämlich so aus, als ob die These von der explanatorischen Vorrangstellung der Sprache besage, daß der einzig gangbare Weg für eine Untersuchung geistiger Ereignisse über den Umweg der Sprache führe. Die Proponenten des linguistic turn, so scheint es, wollen die direkte Beschäftigung mit dem Geist untersagen und empfehlen stattdessen, sich in logischer Geographie zu üben. Für die Opfer dieses Missverständnisses mag es daher so aussehen, als sei der linguistic turn längst überwunden: Der Aufstieg der cognitive science am Wissenschaftshimmel scheint ihnen recht zu geben.
Obwohl es durchaus Vertreter der Analytischen Philosophie gegeben hat, die bereits die Idee geistiger Ereignisse für verdächtig hielten, wäre es dennoch ein Fehler, die These der explanatorischen Vorrangstellung in einem solchen Sinne zu lesen. Wenn Dummett das Wort „Gedanke“ verwendet, dann verwendet er es so, wie es Gottlob Frege getan hatte: als Bezeichnung für das, was gedacht wird, d.h. für den propositionalen Gehalt – nicht für den psychologischen Vorgang – des Denkens. Betrachten wir die These der explanatorischen Vorrangstellung in diesem Licht, sollte deutlich werden, dass sie gar nicht von geistigen Ereignissen handelt. Sie besagt lediglich, dass eine umfassende Erklärung der Natur propositionaler Gehalte nur durch eine Analyse der Sprache erreicht werden könne. Im Hintergrund dieser Auffassung steht die Überzeugung, dass propositionale Gehalte nicht mit Vorstellungen (oder anderen Bestandteilen des Bewusstseinsstroms) identifiziert werden dürfen. Denn im Gegensatz zu Vorstellungen, die jeweils nur von der Person, zu deren Bewusstseinsstrom sie gehören, erlebt werden können, kann ein und derselbe propositionale Gehalt von unterschiedlichen Personen gleichermaßen erfasst werden. Propositionale Gehalte, so scheint es, werden also von einem öffentlich zugänglichen Medium realisiert – und was liegt näher als zu vermuten, dass es sich hierbei um die Sprache handelt? 
Das bedeutet natürlich nicht, dass die These der explanatorischen Vorrangstellung der Sprache sakrosankt ist. Im Gegenteil: Bereits Dummett hatte bemerkt, dass nicht alle Philosophen, die der Analytischen Philosophie zuzurechnen sind, jene These unterschreiben würden. Er hatte hier vor allem Gareth Evans im Auge. Mittlerweile hat sich die Anzahl der Dissidenten vervielfacht. Wer mit der Behauptung, der linguistic turn sei überwunden, auf die schwindende Akzeptanz der (wohlverstandenen) These der explanatorischen Vorrangstellung anspielt, liegt daher sicherlich richtig. (Und wer ein Faible für irreführende Metaphern hat, der mag in diesem Zusammenhang meinetwegen davon sprechen, dass die Gedanken ins Bewusstsein zurückgekehrt sind.)
 
Worin sehen Sie die gegenwärtige Bedeutung der Sprachphilosophie?
 
Wolfgang Barz: Dummetts Diktum von der Sprachphilosophie als philosophischer Fundamentaldisziplin hat in Folge jener Entwicklung deutlich an Überzeugungskraft eingebüßt: Wer wollte heute noch ernsthaft behaupten, dass die Konstruktion einer adäquaten theory of meaning zur definitiven Beantwortung aller metaphysischen Streitfragen führen werde? Trotzdem hat Dummetts Diktum einen wahren Kern. Denn es gibt keine sprachphilosophische Überlegung, die keine Auswirkungen auf andere philosophische Teildisziplinen hätte. Das Drehen an einer sprachphilosophischen Stellschraube kann mitunter sogar dazu führen, dass ein auf einem ganz anderen philosophischen Gebiet errichtetes Gebäude plötzlich in sich zusammenfällt. (Man denke nur an Kripkes Argument gegen die Identitätstheorie.) Das Netz der Verbindungen, die die Sprachphilosophie zu anderen Teilbereichen der Philosophie unterhält, ist weitaus dichter als jedes Netz von Verbindungen, die von einem solchen Teilbereich zu irgendeinem anderen führen. Die Sprachphilosophie, so könnte man daher sagen, bildet vielleicht nicht das Fundament, aber sicherlich das zentrale Nervensystem der Philosophie.
 
Christian Nimtz: Sprachphilosophie ist eine eigenständige philosophische Disziplin. Sie hat ihre eigenen Problemstellungen, Theorieleistungen, Herausforderungen (wie etwa das ungeklärte Verhältnis zur Linguistik) und Kontroversen (wie z. B. die neue Debatte zur Metasemantik). Anders als im linguistic turn gedacht ist Sprachphilosophie nicht die philosophische Grundlagendisziplin. Aber sprachphilosophische und gerade semantische Einsichten bleiben eine wichtige Inspirationsquelle für philosophische Theorieentwürfe – man denke etwa an den metaethischen Non-Kognitivismus (Alan Gibbard), die Kontexttheorie des Wissens (Keith de Rose) oder die kontrafaktische Theorie des Gedankenexperimentierens (Timothy Williamson).
 
Albert Newen: Die Sprachphilosophie hat sich als eine zentrale Disziplin in der theoretischen Philosophie etabliert. Für die Philosophie im Allgemeinen liefert die Sprachphilosophie einen hohen methodischen Standard an Begriffs- und Bedeutungsklärung, der aber nicht zugleich die Antworten auf Grundfragen frei Haus liefert. Vor allem ist es die Aufgabe der Sprachphilosophie, Antworten zu liefern auf philosophische Grundfragen wie „Was macht die Bedeutung von akustischen Lauten und Schriftzeichen aus?“, „Welche Rolle spielen Sprecherintentionen, Konventionen, Hörerverstehen oder kausale Relationen für Bedeutungskonstitution?" oder auch „Wie wird Sprachverstehen im menschlichen Geist realisiert?“ Moderne Sprachphilosophie verknüpft sich über diese Fragen eng mit Linguistik, Sprachpsychologie und den kognitiven Neurowissenschaften (bzgl. Sprachverarbeitung und Sprachstörungen). Die Sprachphilosophie geht, von Quine wesentlich angestoßen, den oben schon skizzierten Weg der interdisziplinären Einbettung der philosophischen Theoriebildung. Das ist der Gang einer systematischen Philosophie. Doch folgt daraus keineswegs, wie es Quine propagierte, dass die Naturwissenschaften Teildisziplinen der Philosophie übernehmen können (z. B. „Psychologie statt Erkenntnistheorie“). Die Sprachphilosophie geht weder in der Linguistik noch in den kognitiven Neurowissenschaften zur Sprache auf. Aber sie kann ihre Stärke und ihren spezifischen Beitrag herausragend entwickeln, wenn die philosophische Theoriebildung zu Sprache und Kommunikation sich in den Kontext dieser Disziplinen als gleichberechtigter Partner einordnet. Dazu gehören neuerdings insbesondere die Anthropologie, die Entwicklungspsychologie und die Tierverhaltensforschung mit bemerkenswerten Entdeckungen über Ontogenese und Phylogenese des Sprachvermögens. Die Sprachphilosophie hat ihre Zeit als Modetrend der Philosophie hinter sich, aber eine gute Zukunft als zentrale Teildisziplin der Gegenwartsphilosophie vor sich.
 
Thomas Grundmann: Die Sprachphilosophie ist heute nur eine philosophische Disziplin neben anderen. Erst aus dem Zusammenspiel aller relevanten philosophischen Teildisziplinen ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild der Wirklichkeit, das verzerrt wird, sobald eine dieser Disziplinen alle anderen beherrscht (das entspricht dem, was Christopher Peacocke die „integration challenge“ genannt hat). Nachdem über lange Zeit verschiedene Paradigmen eine jeweils beherrschende Stellung innehatten (Antike / Mittelalter: Metaphysik, Neuzeit: Philosophie des Geistes / Erkenntnistheorie, 20. Jahrhundert: Sprachphilosophie), besteht die gegenwärtige Hauptaufgabe darin, ein kohärentes Bild im Schnittpunkt verschiedener Disziplinen zu entwickeln. Dabei kommt der Sprachphilosophie in den folgenden vier Hinsichten immer noch eine besondere Bedeutung zu:
 
1.) Sie hilft dabei, Verwirrungen, die ihren Ursprung in der Sprache selbst haben, methodisch kontrolliert aufzuheben. 
2.) Sie ist ein Schlüssel zum Verständnis der maßgeblich auf Kommunikation beruhenden sozialen Wirklichkeit. 
3.) Sie ist ein Indikator, wenn auch kein un-fehlbarer, für die Struktur unseres Denkens, das sie ausdrückt und abbildet. 
4.) Der Besitz einer Sprache scheint für komplexere Überlegungen und Gedankenschritte wichtig, wenn nicht sogar unverzichtbar zu sein. Aber das gilt eben nicht für das Denken im Allgemeinen. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Sprachphilosophie nach dem Ende des linguistic turn wichtig, aber kein alles beherrschendes Paradigma mehr ist. Deshalb ist die analytische Philosophie keine rein sprachanalytische Philosophie mehr. Und das ist aus meiner Sicht richtig so.
 
 
UNSERE AUTOREN:
 
Wolfgang Barz ist Professor für Theoretische Philosophie an der Universität Frankfurt. 
Thomas Grundmann ist Professor für Philosophie an der Universität zu Köln und amtierender Präsident der Gesellschaft für Analytische Philosophie. 
Albert Newen ist Professor für Philosophie des Geistes an der Universität Bochum. 
Christian Nimtz ist Professor für Theoretische Philosophie an der Universität Bielefeld.
 
Die Stellungnahmen wurden per e-mail eingeholt.



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