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Moralischer Status

 Moralischer Status

Gisela Lindemann (Institut für Sozialwissenschaften der Universität Oldenburg) beschäftigt sich mit einem Thema, das seit den 1990er Jahren zu den großen Themen in der Moralphilosophie gehört: Der Frage nach der Zuerkennung eines moralischen Status. Als Grund für diese Zuerkennung werden in der Regel Vernünftigkeit (Kant), Rationalität und Fähigkeit zur Selbstreflexion (Singer, Hoerster) oder Handlungsfähigkeit (Gewirth) sowie die Fähigkeit zur Anerkennung (Hegel) genannt. Wird allerdings ein solcher Grund direkt in ein Kriterium übersetzt, anhand dessen festgesetzt werden soll, ob einer Entität ein moralischer Status begründetermaßen zuzuerkennen ist, führt dies zu Konsequenzen, die auch in der philosophischen Debatte als problematisch gelten.  Gesa Lindemann glaubt nun, bei einer Erweiterung der Debatte um eine soziologisch-gesell­schaftstheoretische Perspektive könne diesem Übelstand abgeholfen werden, denn für die moderne Gesellschaft sei es funktional, die Zugehörigkeit zum Kreis sozialer Personen lediglich anhand der Unterscheidung „le­bendiger Mensch/anderes“ festzulegen. Damit erkläre sich, warum die gesellschaftliche Praxis sich als immun erweise gegenüber philosophischen Kritiken wie der von Peter Singer. 

Deutsche Zeitschrift für Philosophie 3/2010







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