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03 2018

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Jahrgang 2018 - Heft 3 / 2018

EDITORIAL
 
Liebe Leserin, liebe Leser,
blickt man zurück auf die Philosophie der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland, sieht man diese oft geprägt zum einen vom Marxismus und der Kritischen Theorie, zum anderen vom Kritischen Rationalismus. Es waren dies denn auch die Strömungen, die neben dem Existentialismus am meisten von sich zu reden gemacht haben (Stichwort: Positivismusstreit). Man vergisst dabei, dass ein Großteil der Lehrstühle an philosophischen Instituten mit Philosophen besetzt waren, die in irgendeiner Weise von Heidegger und auch von dessen inzwischen bereits in Vergessenheit geratenem wichtigsten Schüler, Gadamer, abhängig waren. Um Heidegger kam man, wenn man sich in der deutschen Philosophie profilieren wollte, nicht herum (siehe in diesem Heft die Texte auf den Seiten 60 ff und 74 ff.). Heidegger hat denn auch in den nun bald 50 Jahren, in denen ich diese Zeitschrift herausgebe, immer eine dominante Rolle gespielt.
Und kein anderes Thema hat mehr Reaktionen bewirkt als Heidegger. Anfangs kamen bei Texten, die Heidegger mit dem Nationalsozialismus in Verbindung brachten, Proteste von Lesern. Inzwischen hat sich die Lage umgekehrt: Versuche, Heidegger in Schutz zu nehmen, wie dies von Herrmann versucht (siehe Seite 41), wirken deplatziert. Bereits fragen sich heute manche, ob eine Arbeit über Heidegger nicht der eigenen Karriere hinderlich sein könnte. Ein Philosophieren im Stile Heideggers (das sog. „heideggern“) ist heute nicht mehr möglich, während ein weiteres kritisches Aufarbeiten seines Werkes gerade von den neu herausgegebenen Texten her durchaus am Platz ist. Die meisten haben Heidegger vor allem bis und mit Sein und Zeit verfolgt und von den späten Texten Abstand genommen. Nun dürfte dieses Spätwerk in den Fokus kritischer Aufarbeitung rücken.
 
Mit einem freundlichen Gruß
 
Der Herausgeber, Peter Moser
 
 
INHALT
 
ESSAY
Theo Kobusch: Die Grundlagen des Moralischen; S. 8
 
INTERVIEW
Themen, die jeden Menschen interessieren. Fragen an den neuen Präsidenten der DGPhil; S. 22
 
BERICHT
Inga Römer: Die Überwindung des „Korrelationismus“? Über den „spekulativen“ und den „neuen“ Realismus; S. 26
 
FORSCHUNG – TRENDS – KONTROVERSEN
Der Konflikt zwischen Philosophie und Theologie im 13. Jahrhundert; S. 36
 
Schwarze Hefte: Friedrich Wilhelm von Herrmanns Verteidigung Heideggers; S. 41
 
Phänomenologie: Jürgen Hasse spürt den Mikrologien räumlichen Erlebens nach; S. 43
 
Biologie: Die ontologische Überhöhung der DANN; S. 45
 
Julian Nida-Rümelins Ethik der Migration; S. 48
 
Wilfried Hinschs Kriegsphilosophie; S. 50
 
Ethik: Individuelle moralische Verantwortung; S. 52
 
Daniel Heller-Noazen untersucht die sprachliche Bedeutung der Verneinung; S. 55
 
Jean-Luc Nancys „Dekonstruktion des Christentums“; S. 56
 
Medizin: Gerechtigkeit im Gesundheitswesen; S. 57
 
Kurt Flasch rekonstruiert die unbekannte Philosophie des jungen Blumenberg; S. 60
 
BERICHT
Blumenbergs Kehre. Heinrich Niehues-Pröbsting über den Lebensweg Hans Blumenbergs; S. 68
 
AUSGABEN
Heideggers Briefwechsel mit Karl Löwith; S. 74
Platon: Euthydemos; S. 76
 
UNTERRICHT
„Sophia“ – eine Lernwerkstatt für Philosophie in der Oberlausitz; S. 82
Projekte: Tod, Unterrichtsmaterialien; S. 84
Baden-Württemberg; S. 86
Bayern, Zeitschrift für Didaktik der Philosophie und Ethik; S. 87
Neue Bücher; S. 89
 
STUDIUM
Neue Studiengänge, Einführungen; S. 91
Übersichten; S. 93
Handbücher; S. 94
Reader; S. 96
 
STELLUNGNAHMEN
Karriere im Fach Philosophie – was gilt es zu beachten? Hinweise von Max Kölbel, Sophie
Loidolt und Barbara Vetter; S. 98
 
TAGUNGSKALENDER; S. 108
 
NACHRICHTEN
Deutschland, Ungarn, USA; S. 116
Universitäten; S. 117
Preise; S. 121
Personen; S. 122
Gestorben; S. 125
Gesellschaften; S. 128
Verlage, Zeitschriften, DFG; S. 129
 
ZEITSCHRIFTENSCHAU: S. 131
 
NEUERSCHEINUNGEN; S. 141
 
IMPRESSUM; S. 163



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