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01 2020

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Jahrgang 2020 - Heft 1 / 2020

EDITORIAL

Liebe Leserin, liebe Leser,

im Editorial der letzten Nummer hatte ich das Gendersternchen, das seit einiger Zeit in der akademischen Philosophie zur geschlechtergerechten Sprache eingesetzt wird, angesprochen. Die Reaktionen darauf zeigen, dass das Thema viele beschäftigt. Insbesondere ältere Leserinnen und Leser sind davon befremdet, und einige würden, sollte sich dieses in unserer Zeitschrift durchsetzen, die „Information Philosophie" abbestellen.

Ein Leser schreibt:

"Dem eben neu eingetroffenen Heft entnehme ich, dass auch Sie jetzt zumindest teilweise der Sternchenmanie erliegen. So lange das in sehr begrenztem Umfang geschieht, um Genderegoismen zu befriedigen, nehme ich das hin, ansonsten nicht. Ich sehe in dem Sternchen ein Zeichen überbordender Identitätsegoismen, die ich nicht bereit bin mitzumachen. Mit der Bitte um Ihr Verständnis."

Eine Leserin wiederum verteidigt den Stern:

„Das generische Maskulinum erzeugt in den allermeisten Fällen das Bild eines Mannes (oder, im Plural, mehrerer Männer) und trägt damit zur Genderungerechtigkeit bei. Experimente haben bisher auch belegt, dass die gendergerechte Sprache einen Text nicht weniger verständlich macht. So lange sich nichts Wesentliches an diesen Befunden ändert, werde ich weiterhin die Gender-Sterne verwenden, auch wenn ich sie nicht schön finde. Gerechtigkeit ist mir mehr wert als Schönheit."

Meines Wissens hat in der Philosophie keine Diskussion über den Stern stattgefunden. Er hat sich einfach durchgesetzt. Ob das nicht auch eine Form der Macht ist?

Mit einem freundlichen Gruß,
Der Herausgeber: Peter Moser

 

INHALT

ESSAY
Bernhard Waldenfels: Europa unter dem Druck der Globalisierung; S. 8

STELLUNGNAHMEN
Wo steht das Fach „Antike Philosophie" heute? Stellungnahmen von Friedemann BuDdensiek, Jens Halfwassen, Manuel Knoll und Jörn Müller; S. 24

KRITIK
Ein verqueres Verständnis begrifflicher Arbeit.Eine Wittgensteinianische Kritik akademischen Philosophierens. Von Franz Schörkhuber; S. 34

FORSCHUNG – TRENDS – KONTROVERSEN
Theo Kobusch rehabilitiert das spätantike Denken; S. 39
War der alte Kant senil?; S. 44
Der Bruch zwischen Hegel und Schelling; S. 47
Julian Nida-Rümelins digitaler Humanismus; S. 50
Ohashis Phämomenologie der Compassion; S. 54
Nikolaus Knoepffler vergleicht Konzeptionen der Menschenwürde; S. 58
Sloterdijks Lob des Thymos; S. 62
Denken als Sinn: Markus Gabriels Theorie des Denkens; S. 64

DISKUSSION
Ist Denken ein Sinn wie Hören oder Fühlen? Stellungnahmen zu Markus Gabriels Thesen von Michael Anacker und Dominique Kuenzle; S. 70

AUSGABEN
Höchste Zeit. Stefania Maffeis über die Kritische Gesamtausgabe von Hannah Arendts Nachlass; S. 76
Aristoteles: Über die Bewegung der Lebewesen; S. 82
Vives: Gegen die Pseudodialektiker; S. 83
Kant: Notate zu Baumgartens „Metaphysica"; S. 84
Schleiermachers Ästhetik von 1831/32; S. 85
Blumenberg: Phämenologische Schriften; S. 86
Buber, Lukàcs; S. 88
Adorno: Aspekte des neuen Rechtsradikalismus; S. 89
Evans: Spielarten der Bezugnahme; S. 90
Henry: Das Wesen des In-Erscheinung-Tretens; S. 92
Hermann Schweppenhäuser; S. 93
Weitere Ausgaben; S. 94

STUDIUM
Matthias Katzer: Berufsperspektiven für PhilosophInnen; S. 98
Zeitschriften: Funzel; S. 100
Preisfrage, Sommerschule, Einführungen; S. 102
Handbücher; S. 106
Kommentare, Textsammlungen; S. 107

PHILOSOPHISCHE PRAXIS
Was lässt ein Gespräch gelingen? Überlegungen von René Weiland; S. 108
Neue Literatur; S. 114
Leserbrief; S. 115

TAGUNGSKALENDER; S.116

NACHRICHTEN
Ideologie der Gender-Studies, Basel; S. 122
Berlin, Bern, Bernkastel-Kues; S. 123
Frankfurt, Freiburg; S. 124
Göttingen, Graz, Greifswald; S. 125
Halle, Kiel, München; S. 126
Stuttgart, Wien, Wuppertal; S. 128
Zürich, Personen; S. 129
Preise; S. 130
Gestorben: Ignacio Angelleli, Lutz Geldsetzer; S. 131
Niels Gottschalk-Mazouz, Hermann Heidegger, Ludger Lütkehaus, Brian McGuiness; S. 132

ZEITSCHRIFTENSCHAU; S. 134

NEUERSCHEINUNGEN; S. 140

IMPRESSUM; S. 163




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