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Leibniz: Die Rechenmaschine funktioniert


LEIBNIZ

Die Rechenmaschine von Leibniz wurde nachgebaut: sie funktioniert!


Klaus Badur und Wolfgang Rottstedt, zwei Maschinenbauer aus Garbsen, wurden durch einen Vortrag in der Niedersächsischen Landesbibliothek Hannover auf die Rechenmaschine von Leibniz aufmerksam. Kurze Zeit später kam ihnen die Idee, sie nachzubauen.

Dazu wurde zuerst die Originalmaschine in mehreren Sitzungen photographiert. Es entstand eine Dokumentation von mehr als 200 Photos. Dabei wurden alle von außen zugänglichen Teile erfasst. Danach wurde ein vollständiger Zeichnungssatz mit allen Einzelteilen erstellt. In der Folge wurden über 500 Einzelteile angefertigt. Parallel dazu wuchs der Respekt vor Leibniz als Ideengeber und vor seinen Mechanikern als Konstrukteure und Fertiger. Besonders hohe Anforderungen stellte die Fertigung und Justage der Räder für die 10er Übertragung. Auf Briefen der Mechaniker an Leibniz ab ca. 1701 ist zu entnehmen, dass damals sehr lange Zeit, über mehrere Jahre, an diesem Punkt gearbeitet wurde. Nach einem Jahr Bauzeit war die Maschine so weit fertig, dass sie getestet werden konnte: Die Maschine erfüllte alle Erwartungen. Alle Rechnungen wurden zufrieden stellend durchgeführt. Während die Maschine von Leibniz die Aufgabe 12305897 x 96878532 ohne Probleme löste, hatte eine mechanische Rechenmaschine aus dem Jahr 1985 bereits nach 13 Stellen im Ergebnis Probleme und selbst der beste Taschenrechner zeigte als Ergebnis 1.20186509 Exp. 15 an
Quelle: Badur, K./Rottstedt, W.: Und sie rechnet doch richtig! Erfahrungen beim Nachbau einer Leibniz-Rechenmaschine, in: studia leibnitiana 2/2004 (2005), Franz Steiner, Wiesbaden.





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