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Einführungen: Systematik


 

PHILOSOPHIE ALLGEMEIN

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150184339 Pfister, Jonas: Philosophie. Ein Lehrbuch. 280 S., kt., € 7.80, 2006, Reclam UB 18433, Reclam, Stuttgart.
Die Philosophie hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert: nicht mehr nur die Lehren der Klassiker stehen im Vordergrund, sondern vor allem die Argumente, die für oder gegen eine Position vorgebracht werden. Dem entspricht diese neuartige Einführung in die Philosophie. Nach der Darstellung einer Antwort auf die großen Fragen der Philosophie wird der Leser gefragt: Gibt es Einwände? Gibt es zu diesem oder jenem Einwand Entgegnungen? Und dem durch den Untertitel „Lehrbuch“ skeptisch gewordenen Leser kann Entwarnung gegeben werden: Es werden keine letztgültigen Argumente angeboten, der Leser ist vielmehr gefordert, diese genau zu prüfen und dann zu entscheiden, welches er (für sich) gelten lassen will.
Das Buch, das sich an Personen wendet, die sich erstmals mit Philosophie beschäftigen oder die Philosophie lehren, geht nebeneinander auf drei Ebenen vor: auf der ersten werden rudimentäre Kenntnisse über die Geschichte der Philosophie vermittelt, auf der zweiten wird auf dem Stand der gegenwärtigen Diskussion in die Hauptprobleme der Philosophie eingeführt, und auf der dritten werden ausgewählte Argumente vorgestellt.

Gloy, Karen: Grundlagen der Gegenwartsphilosophie. Eine Einführung. 288 S., kt., € 17.90, UTB 2758, 2006, W. Fink, München.
Eine einprägsame, gut lesbare Darstellung wichtiger Strömungen der Philosophie des letzten Jahrhunderts als Einführung in die Gegenwartsphilosophie. Die phänomenolo¬gische und die hermeneutische Richtung sind im Vergleich zu anderen Strömungen, insbesondere der analytischen Philosophie mehr als über¬repräsentiert: so kommt etwa die Diskursethik nicht einmal als eigenes Kapitel vor.

Hans Albert
Unter http://de.wikibooks.org/wiki/Studienf%C3%BChrer_Hans_Albert
und http://www.opensociety.de/Web1/Albert/albert.htmfindet man eine eindringliche Hinführung zur Philosophie Hans Alberts, verfasst von HansJoachim Niemann, nicht nur einer der besten Kenner des Werkes von Hans Albert, sondern auch ein überzeugter Kritischer Rationalist. Enthält a) eine Darstellung der Grundgedanken Alberts und eine intellektuelle Biographie, b) eine populär gehaltene Einführung in und zugleich Werbung für Alberts Werk unter dem Titel „Hinweise für Leser ohne wissenschaftliches Fachinteresse, c) eine mit viel Aufwand erstellte Übersicht, welche Themen sich wo in Alberts Werk finden, d) eine sich im Aufbau befindende Übersicht über die Hauptideen Alberts. Ausgearbeitet ist eine Unterrichtseinheit „Logik als Lebenswahrheit“, e) Zusammenfassungen und Kommentare zu Büchern und Aufsätzen (aufgeführt ist allerdings erst „Erkenntnis und Moral“), f) ein Verzeichnis der Primär und Sekundärliteratur.
Niemann sucht Autoren zur weiteren Mitarbeit. Eine gut durchdachte Sache, etwas störend wirkt allerdings der Unterton, der Anhänger für den Kritischen Rationalismus zu gewinnen sucht und Gefahr läuft, aus dem Kritischen Rationalismus eine Weltanschauung zu machen.

Richard Rorty
ReeseSchäfer, Walter: Richard Rorty zur Einführung. 170 S., kt., € 12.90, 2006, Junius, Hamburg.
Mit seinem Tod ist das Interesse an Rorty wieder stärker geworden – er ist zweifellos einer der originellsten Philosophen der letzten Jahrzehnte. ReeseSchäfer gelingt es auf anregende und unterhaltsame Weise, sein Denken darzustellen. Dies Buch ist für jeden, der sich für die Gegenwartsphilosophie interessiert, ein Lesevergnügen. Im Zentrum der Darstellung stehen Rortys wichtigste Werke, Der Spiegel der Natur und Kontingenz, Ironie und Solidarität; daneben werden Rortys Auseinandersetzungen mit Derrida und der Postmoderne, Rortys politische Philosophie sowie „Rorty und die Philosophie in Amerika heute“ dargestellt. ReeseSchäfer ist Rorty zwar wohlgesonnen, hält sich mit der Bewertung aber zurück; so ist eine gleichzeitig objektive und doch spannend zu lesende Einführung entstanden.


David Lewis
3897855011 Meixner, Uwe: David Lewis. 130 S.,
kt., € 14.80, 2006, nachGedacht, Mentis, Paderborn.
Der im Jahr 2001 verstorbene David Lewis galt als eine Art „Superstar“ unter den analytischen Philosophen, der die Ontologie wieder salonfähig gemacht hat. Gleichzeitig gilt er aber auch als einer der schwierigsten Philosophen, als ein „Philosoph für Philosophen“, den zu verstehen man das analytische Handwerk bestens kennen muss.
In einer neuen Reihe „nachGedacht“ (herausgegeben von Albert Newen und Sven Walter) will der Mentis Verlag wichtige analytische Philosophen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einem breiteren Publikum vorstellen, insbesondere „Studierenden und interessierten Laien“; und Meixner, derzeit der beste deutschsprachige Kenner der analytischen Ontologie, ist für eine Darstellung von Lewis wohl die ideale Wahl. Es gelingt ihm denn auch, ohne auf Formeln zurückgreifen zu müssen (der begriffliche Rahmen, in dem sich Lewis bewegt, ist schließlich die axiomatische Mengenlehre), Lewis grundlegende Gedanken im größeren Kontext darzulegen. Dabei legt Meixner allerdings das Hauptgewicht – seinen eigenen Interessen folgend – auf die Ontologie, andere Aspekte von Lewis’ weit ausgreifendem Werk werden vernachlässigt. Auch die Argumente, die Lewis anführt und die wichtig sind, müssen angesichts des knappen Platzes und des einführenden Charakters zu kurz kommen. Trotzdem: um das Bändchen sinnvoll zu studieren, braucht es eine gute Vorbildung in analytischer Philosophie (aber jemand anders wird es wohl auch kaum lesen). Wer das Buch gelesen hat, ist neugierig, mehr von Lewis zu erfahren. Dazu wäre ein strukturiertes und kommentiertes Literaturverzeichnis nützlich. Meixner reiht aber ohne didaktische Rücksichten Original und Sekundärliteratur einfach nach alphabetischen Gesichtspunkten hintereinander.

Jürgen Habermas
Brunkhorst, Hauke: Habermas. 127 S., kt., 2006, Grundwissen Philosophie, Reclam, Leipzig.
Der Autor verfolgt die Entwicklung des Denkens von Habermas in einem grösseren Kontext. Brunkhorst sieht die prägende Erfahrung des Nationalsozialismus und die Idee der Transformation von Erkenntniskritik in Gesellschaftstheorie mit den Grundbegriffen Kommunikation und Solidarität als Motor des Habermasschen Denkens. In didaktischer Hinsicht verlangt der Band von seinen Lesern viel Vorwissen. Kritisch zu bemerken ist, dass der Gesellschaftstheorie zuviel, der Diskursethik dagegen zuwenig Platz eingeräumt wird (hier spiegeln sich wohl Brunkhorsts eigene Interessen). Eine präzise Darstellung der „Kernthesen“, wie sie der Umschlag verspricht, sucht man vergebens. Gelungen und lesenswert ist der einführende Text, der Habermas Bedeutung für die kulturpolitische Auseinandersetzung beinhaltet.

Slavoj Zizek

Butler, Rex: Slavoj Zizek zur Einführung. 232 S., kt., € 14.90, 2007, Junius, Hamburg.
Der slowenische Philosoph Žižek schreibt auf eine Weise, die sich einer übersichtlichen Darstellung entzieht. Wie führt man in ein solches Denken ein? Rex Butler, dessen stupende Kenntnisse von Žižeks Werk bewundernswert sind, löst das Problem, in dem er Person, Theorie und Schreibweise zugleich thematisiert. Wer nur einen ersten Einblick in das Denken von Žižek gewinnen will, soll sich durch die wenig verständliche Einführung und den Umfang des Buches (232 Seiten, eine Übersetzung aus dem Englischen) nicht abschrecken lassen: Die ersten fünfzig Seiten bieten einen exzellenten Einblick in das, worum es Žižek geht. Die anschließenden 170 Seiten, in denen in chronologischer Folge die Bücher The Sublime Object of Ideology. Denn sie wissen nicht, was sie tun, Der nie aufgehende Rest, Die Tücke des Subjekts, Das fragile Absolute und On Belief sind anspruchsvoll geschrieben und strapazieren wohl das Verständnis und die Geduld derjenigen, die lediglich einen Text „zur Einführung“ suchen.

Logik

9783495482711 Kutschera, Franz von/ Breitkopf, Alfred: Einführung in die moderne Logik. 8., neu bearbeitete Auflage, bearbeitet von Stefan Wölfl, 217 S., kt., € 15.— 2007, Karl Alber, Freiburg. Die nunmehr achte Auflage dieser populären elementaren Einführung in die Logik. Sie wendet sich vor allem an solche, für die Logik ein „Muss“ ist: Formalisierungs¬prozesse werden gut verständlich dargestellt und ausführlich erläutert, technische Themen auf das Notwendige beschränkt. Behandelt werden Aussagenlogik, elementare Prädikatenlogik, Identität und Kennzeichnungen. In zwei ergänzenden Kapiteln werden die Prinzipien des Definierens und Grundbegriffe der Mengenlehre dargestellt.

Mathematik
389785290X Galvan, Sergio: Einführung in die Theorie der Unvollständigkeit. Aus dem Italienischen. Ca. 150 S., kt., € 29.80, 2006, Mentis, Paderborn.
Eine umfassende und technisch detaillierte Einführung in die Unvollständigkeit formaler Theorien und in die damit einhergehenden Probleme. Zeigt die Bedeutung der Unvollständigkeit formaler Theorien für das Hilbertsche Programm der finitistischen Formalisierung mathematischer Theorien auf und arbeitet die Implikationen heraus, welche mit der Unvollständigkeit formaler Theorien für das allgemeine erkenntnistheoretische Problem der Grundlegung des Wissens zusammenhängen. Für Studierende mit sehr guten Kenntnissen in Mathematik und Logik.

Wissenschaftstheorie
9783110194333 Bartelborth, Thomas: Erklären. 215 S., kt., € 32.—, 2007, Grundthemen Philosophie, de Gruyter, Berlin.
Eine didaktisch klug aufgebaute Einführung in die wissenschaftstheoretischen Grundlagen des Erklärens. Bartelborth, ein renommierter Wissenschaftstheoretiker geht von den Alltagserfahrungen und intuitivem Hintergrundwissen aus um dann zu komplexen Theorien überzugehen, wobei er ein besonderes Talent dafür hat, auch komplizierte Dinge anschaulich zu erläutern. Auch hier geht er von anschaulichen und einfachen Beispielen aus und dann nach und nach schwierigeren Beispielen überzugehen und diese auf eine anschauliche Weise zu präsentieren. Diese stammen aus den verschiedensten Wissenschaften. Das Buch führt direkt in den gegenwärtigen Stand der Diskussion und zeigt auch die Verschränkung der Thematik mit den verschiedenen anderen Gebieten der Philosophie, insbesondere der Metaphysik. Arbeitet mit sehr vielen Beispielen und möglichst wenig (aber dafür gut nachvollziehbaren) Formalisierungen. Zu empfehlen sowohl für die Verwendung im Seminar wie auch für das private Studium.

Rheinberger, HansJörgen: Historische Epistemologie. 155 S., kt., € 12.90, 2007, zur Einführung, Junius, Hamburg.
„Historische Epistemologie“ ist ein (noch) kaum bekannter Ausdruck und steht für eine Forschungsrichtung in der Wissenschaftsphilosophie, die auf Gaston Bachelor zurückgeht (deswegen der bei uns kaum gebräuchliche Name „Epistemologie“) und für die in Deutschland der Name des Direktors des MaxPlanckInstituts für Wissenschaftsgeschichte, HansJörg Rheinberger, steht.
„Historische Reflexion“ bezeichnet die Reflexion auf die historischen Bedingungen, unter denen und mit welchen Mitteln die Dinge zu Objekten des Denkens bzw. der Wissenschaft gemacht werden. Die stark von der französischen Philosophie inspirierte „Historische Epistemologie“ ist eine Art Alternativunternehmen zur von der analytischen Philosophie geprägten Wissenschaftsphilosophie, wobei die Frage, wie neues Wissen entsteht, im Zentrum steht (und nicht, wie Wissen gerechtfertigt werden kann).
Das Buch beinhaltet einen historischen Durchgang von der an der Mechanik orientierten Wissenschaftsphilosophie im 19. Jahrhundert zu einer historisch orientierten und hebt exemplarisch bedeutende Denker in diesem Prozess hervor: Bachelor, Fleck, der später Husserl, Kuhn und in Frankreich der Sechziger Jahre Canguilhelm, Foucault, Althusser und Derrida und gegenwärtig Hacking und Latour. Behandelt wird aber auch ein Denker, der diesen Prozess nicht mitmacht: Karl Popper (und der dann auch dafür kritisiert wird.). In didaktischer Hinsicht nimmt der Autor kaum Rücksicht auf den Leser, es handelt sich mehr um Essays denn um eine eigentliche Einführung


Analytische Philosophie
3885066114 Newen, Albert: Analytische Philosophie zur Einführung. 252 S., kt., € 14.80, 2005, zur Einführung 311, Junius, Hamburg. Basiert auf einer 1996 erstmals erschienenen Einführung, ist aber weitgehend überarbeitet. Stellt erst Frege, Russell und Wittgenstein, dann zentrale Thesen bei Carnap, Quine, Moore, Hare, Rawls, Kripke und Putnam sowie in einem neuen Kapitel „neuere Strömungen, einige Problemfelder“ mit Themen aus Ontologie, Philosophie des Geistes und der Sprachphilosophie vor. Während Frege, Russell und Wittgenstein breit (mit Wirkung behandelt) werden, werden bei den späteren Autoren nur wichtige Problemfelder und am Schluss, bei den Gegenwartsdisziplinen, nur einzelne ausgewählte Positionen dargestellt.. Ganze Gebiete wie politische Philosophie, Wissenschaftstheorie, Erkenntnistheorie, Ethik oder Logik fehlen als Disziplin, dafür werden Philosophen wie Russell, Moore oder auch Carnap, die heute keine wichtige Rolle mehr spielen und mehr zur Vorgeschichte der analytischen Philosophie gehören, ausführlich behandelt (und für den breit dargestellten Wittgenstein gibt es eigene, sehr gute Einführungen). Wirkt dadurch etwas unausgewogen und einseitig. Ein Übersicht über die analytische Philosophie (auch über deren Geschichte) fehlt, dafür zeigt es, wie analytische Philosophen arbeiten und argumentieren. Ist aber gut verständlich, auf logischen Formalismus wird verzichtet und hervorzuheben ist auch die ausführliche Biographie im Internet, auf die der Leser verwiesen wird.

Apriorität

9783897854123 Newen, Albert / Horvath, Joachim (Hrsg.): Apriorität und Analytizität. 213 S., kt., € 24.80, 2007, map mentis anthologien philosophie, Mentis, Paderborn.
Seit Kant kommt den Begriffspaaren „a priori / a posteriori“ und „analytisch/synthetisch“ eine grundlegende Bedeutung bis hin zur gegenwärtigen analytischen Philosophie zu. Der Band enthält – gedacht als Seminargrundlage für die beiden ersten Studienjahre – die grundlegenden Texte. Sie sind geordnet nach klassischen Texten (Locke, Leibniz, Hume, Kant, Frege und Ayer) nach kritischen Einwänden gegen Analytizität und Apriorität ( Quine, Grice/Strawson, Putnam), Kripkes neue Konzeption von Apriorität und Notwendigkeit sowie exemplarischen Beiträgen zur gegenwärtigen Diskussion (Bonjour und Boghassian). In der Einleitung werden die einzelnen Texte vorgestellt. Die englischsprachigen Texte sind (mit Ausnahme der beiden letzteren, die sich an fortgeschrit tene Studierende wenden), ins Deutsche übersetzt. Eine Auswahlbibliographie gibt Hinweise zur Fortsetzung des Studiums.

Vernunft
Schnädelbach, Herbert: Vernunft. 155 S., kt., € 9.90, Reclam 20317, Grundwissen Philosophie, 2007, Reclam, Stuttgart
Dargestellt werden die verschiedenen Vernunftkonzeptionen und da diese das Gerüst der Philosophiegeschichte bilden, beinhaltet das Buch nicht weniger als eine Darstellung des Wandels der Grundlagen innerhalb der Geschichte der Philosophie und damit auch in nuce einen systematischer Abriss der Philosophiegeschichte. Viel Raum gibt Schnädelbach der Philosophie des alten Griechenlands als Entstehungsort des modernen Rationalitätskonzepts und den Begriffen logos und nous als den griechischen Konzeptionen der Vernunft. Allerdings endet der Abriss in etwa bei Dilthey, die weitere Entwicklung und die gegenwärtige Situation ist mehr stichwortartig dargestellt, die vernunftkritischen Positionen etwa der französischen Philosophen fehlen. Das Buch ist nicht lehrbuchartig geschrieben, Schnädelbach geht es um ein grundlegendes Verständnis. Dies auf einem hohen Niveau und dennoch gut verständlich zu vermitteln ist ihm gelungen.

Wahrheit
Einen repräsentativen Überblick über die Geschichte des Begriffes „Wahrheit“ verspricht der Band
Enders, Markus/Szaif, Jan (Hrsg.): Die Geschichte des philosophischen Begriffs der Wahrheit. 404 S., kt., de Gruyter Studienbuch, € 24.95, de Gruyter, Berlin.
Der Band geht auf eine Tagung der Autoren des „Historischen Wörterbuches der Philosophie“, die das Stichwort „Wahrheit“ bearbeitet haben, zurück. In einzelnen Kapiteln wird die Geschichte des Begriffes anhand von ausgewählten Denkern vorgestellt. Allerdings ist das Mittelalter dabei überdurchschnittlich stark vertreten (die Hälfte der Texte betreffen Altertum und Mittelalter), mit eigenen Kapiteln zu Grosseteste und Bonaventura, während weder Leibniz, Kant noch Hegel eigene Beiträge haben, sondern in Sammelkapiteln untergebracht und überhaupt die analytisch orientierte Tradition unterrepräsentiert ist. Die einzelnen Beiträge sind jedoch durchweg von hoher Qualität, und die Autoren sind Kenner ihres Themas. Damit ist das Buch gutes Referenzwerk zum Thema Wahrheit.

Phänomenologie

3885066165 Fellmann, Ferdinand: Phänomenologie zur Einführung. 200 S., kt., € 13.90, 2006, Junius, Verlag, Hamburg.
Bringt im wesentlichen eine Einführung in die Philosophie Edmund Husserls. Erklärt, worum es in Husserls Phänomenologie geht und stellt seine Grundbegriffe übersichtlich dar. Neben Husserl wird noch Scheler eingehender behandelt, die Darstellung der übrigen Phänomenologen ist eher kursorisch. Weggelassen sind die österreichischen Phänomenologen. Was Husserl betrifft, eine brauchbare Einführung.

Philosophie der Biologie
Krohs, Ulrich und Toepfer, Georg (Hrsg.): Philosophie der Biologie. Eine Einführung. 460 S., kt., € 16., stw 1745, 2006, Suhrkamp, Frankfurt.
Die „Philosophie der Biologie“ ist eine noch junge Disziplin und die meisten Einführungsveranstaltungen kranken daran, dass eine zu große Zahl englischer Texte den Zugang dazu erschwert und geeignete deutsche Einführungstexte fehlen. Dieser Band beinhaltet allerdings mehr als eine Einführung, er bietet eine Gesamtübersicht über das Thema aus verschiedenen Perspektiven.
Er ist in vier Themenkomplexe gegliedert, mit Darstellungen der jeweiligen Grundprobleme und der zentralen Begriffe. Der erste Teil, „Biologie und Physikalismus“ diskutiert den Unterschied zwischen den beiden Disziplinen und die alte Frage, ob biologische Erklärungen auf physikalische zurückgeführt werden können. Der zweite Teil untersucht den Begriff des „Organismus“, der dritte Teil untersucht zentrale biologische Theorien und Begriffe wie der des „Gens“ oder der „biologischen Information“. Der letzte Teil hat den Handlungsbezug zum Thema, zum einen das biologische Experiment, zum anderen, ob Organismen und Maschinen analogisiert werden können.

Biopolitik

Lemke, Thomas: Biopolitik zur Einführung. 172 S., kt., € 12.90, 2007, Junius, Hamburg.
Lemke ist ein exzellenter FoucaultKenner; entsprechend steht in diesem Band (übrigens die erste kürzere Darstellung des Themas in deutscher Sprache) Foucault im Zentrum. Der erste Teil enthält eine Geschichte des bald einhundertjährigen Begriffs und seine Einbettung in organizistische und rassistische Konzepte, insbesondere in das des Nationalsozialismus. Der Hauptteil beschreibt die Bioethik bei Foucault. Lemke stellt danach zwei Rezeptionslinien vor, die an Foucault anschließen: eine mit Agamben und eine bei Hardt / Negri. Behandelt werden aber auch (wenn auch weniger ausführlich) Agnes Heller und Ferenc Fehér, Anthony Giddens, Didier Fassin, Roberto Esposito u. a.

Eine zweite Rezeptionslinie (nicht nach Autoren, sondern nach Themen dargestellt) beinhaltet eine Korrektur des Foucaultschen Begriffs und eine Berücksichtigung der Tatsache, dass sich durch einen erweiterten technologischen Zugriff auf Lebensprozesse auch der Begriff des Lebens verändert.


Medizinische Ethik

SchöneSeifert, Bettina: Grundlagen der Medizinethik. 227 S., kt., € 10.90, Kröner Taschenbuch Band 503, 2007, Kröner, Stutt gart.
Zu Recht verspricht der Klappentext einen „fundierten Überblick über die wesentlichen Fragestellungen und Argumente der aktuellen Diskussion um den Umgang mit Medizin“. Das Buch ist eine erweiterte Fassung von Bettina SchöneSeiferts Text in dem von Julian Nida-Rümelin herausgegebenen Handbuch „Angewandte Ethik“ und stellt alle Bereiche der Medizinethik übersichtlich vor. Es beginnt mit den metaethischen und normativen Grundfragen und behandelt dann den ärztlichen Umgang mit Kranken, Sterbehilfe und Hirntod, Organtransplantationen, Fortpflanzungsmedizin und die Diskussion um die Forschung an Embryonen. Die Autorin ist eine Kapazität auf ihrem Gebiet, sie ist Professorin für „Ethik in der Medizin“ in Münster und Mitglied des Nationalen Ethikrates.


Psychologie
3170184679 Walach, Harald: Psychologie. Wis senschaftstheorie, philosophische Grundlagen und Geschichte. 375 S., kt., € 38.—, 2005, Kohlhammer, Stuttgart.
Im Zentrum des Buches steht eine kursorische Übersicht der Philosophiegeschichte, die sich auf wissenschaftlich orientierte bzw. rationalistische Denker konzentriert und nach Kant in eine Darstellung der Entwicklung der entstehenden Psychologie einmündet. Auch dieser geschichtliche Überblick beschränkt sich aber zum einen auf die naturwissenschaftlich orientierten Richtung der Psychologie und zum anderen auf Deutschland und Österreich. Der zweite Hauptteil beinhaltet eine Darstellung der an der Physik orientierten Wissenschaftstheorie der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts, im Zentrum steht die Poppersche Falsifkationstheorie. Lediglich gestreift werden neuere Ansätze wie System und Chaostheorie. Übergangen wird der ganze Komplex der verstehenden, geisteswissenschaftlich orientierten Psychologie. Auch enthält das Buch keine konkreten Anwendungen der Wissenschaftstheorie auf die Psychologie (dafür ein Überblick über das Leib-Seele-Problem und die Ethik). Das Buch ist flüssig geschrieben und wendet sich an einen Personenkreis, die sich für wissenschaftstheoretische Grundlagen der naturwissenschaftlich ausgerichteten Psychologie interessiert.


Philosophie des Geistes
3379201227 Sturma, Dieter: Philosophie des Geistes. 140 S., kt., € 9.90, 2005, Grundwissen Philosophie, Reclam UB 20122, Reclam, Leipzig.
Sturma, PhilosophieProfessor an der Universität DuisburgEssen, behandelt die Geschichte des Themas sehr knapp, wird dann aber bei den gegenwärtig in der analytischen Philosophie diskutierten Konzepten ausführlicher, insbesondere behandelt er auch deren Schwierigkeiten. Behandelt werden vor allem „Das psychophysische Problem“, „Selbstbewusstsein“, „Intentionalität“ und „Qualia“, aber auch „Bioethik der Person“, die Willensfreiheit sowie Künstliche Intelligenz. Während der historische Teil eher distanziert geschrieben und manchmal schwer verständlich ist, wirkt der aktuelle Teil lebendig. Das Buch eignet sich daher ideal für jemanden, der sich über die aktuelle Diskussion einen kurzen, aber kompakten Überblick verschaffen will.

Walter, Sven: Mentale Verursachung. Eine Einführung. 275 S., kt., € 29.80, 2006, Mentis, Paderborn.
Das Thema der „mentalen Verursachung“, wie der Geist einen kausalen Einfluss auf unseren Körper haben kann, ist nicht nur eines der zentralen Themen der Philosophie des Geistes, es steht momentan auch im Zentrum der gegenwärtigen philosophischen Diskussion. Walter stellt die Probleme, die verschiedenen Lösungsansätze und die Schwierigkeiten, die diese wiederum mit sich führen, lehrbuchartig vor und untersucht insbesondere auch die Argumente, mit denen die verschiedenen Autoren für oder gegen eine Position eintreten. Er konzentriert sich dabei auf die gegenwärtig aktuellen Ansätze. Das Buch kann nicht einfach gelesen werden, man muss sich vielmehr in die einzelnen Positionen gründlich (und zeitaufwendig) einarbeiten, hat dann aber einen sehr guten Überblick über das Thema. Das Buch ist didaktisch gut aufbereitet, mit Kurzzusammenfassungen und weiterführenden Literaturangaben. Sehr zu empfehlen.

Mentis Grundkurs Philosophie des Geistes

Das philosophische Studium hat sich in den letzten Jahren verändert. Zum einen ist es durch die neuen Studiengänge didaktisiert worden, zum anderen ist es insofern international geworden, als die angloamerikanische Gegenwartsphilosophie den gleichen Stellenwert wie insbesondere die deutschsprachige Tradition einnimmt (an manchen Universitäten sogar einen höheren).
Dies erfordert, was man früher abgelehnt hätte: Unterrichtswerke nicht nur für den Bachelor (dafür gibt praktisch zu allen Themen bereits gute Einführungen), sondern auch für den Masterstudiengang. Vor allem die analytische Philosophie ist inzwischen derart unübersichtlich geworden, dass man sich ohne Orientierungshilfe kaum mehr zurechtfinden kann.

Diesem Bedürfnis kommt der MentisVerlag mit einem von Thomas Metzinger herausgegebenen dreibändigen „Grundkurs Philosophie des Geistes“ entgegen. Entsprechend dem Schwerpunkt der Fachdiskussion behandelt je ein Band eines der drei Hauptthemen dieser Disziplin: „Phänomenales Bewusstsein“, „LeibSeeleProblem“ und „Intentionalität des Mentalen“. Jeder Band ist auf ein Semester zugeschnitten und für jede Semesterwoche stellt Metzinger ein Modul vor, das auf drei verschiedenen Ebenen abgearbeitet werden kann:

 Die erste Ebene ist die Proseminarebene, welche einem Bachelorstudiengang entspricht.
 Die zweite Ebene ist die Hauptseminararbeit, die Materialien für den Masterstudiengang anbietet.
 Die dritte Ebene ist für jene gedacht, die es mit der Philosophie wirklic




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