Dürfen wir gezielt Menschen, gar: "Übermenschen" züchten? Dürfen wir das nicht? Oder müssen wir es sogar tun? Fragen, die eine Ethik für das bevorstehende Zeitalter der technisch möglichen Menschenzüchtung zu beantworten hat. Der streitbare Peter Sloterdijk hat in Rückgriff auf Platons Politikos, Nietzsches Dionysos und Heideggers "Humanismus-Brief" die öffentliche Debatte über dieses Thema angeheizt. Seine Hauptthese: Der Humanismus ist am Ende, d.h. marginalisiert; der Übergang zum "Super-Humanismus" ist angesagt; und es sind die platonischen Philosophenkönige, die als Hirten der menschlichen Herde für die passende Auslese zu sorgen haben - daß die Herdentiere ihre Hirten demokratisch selbst wählen, sei indes der falsche Weg.
Diese Thesen haben in den Feuilletons heftige Reaktionen hervorgerufen. Sloterdijk hat inzwischen Jürgen Habermas beschuldigt, Drahtzieher einer "Undercover-Aktion" zu sein.