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11.09.2020 Druckversion  |  Schrift: vergrößern verkleinern 

Philosophisches Orientierungsjahr in München, Süddeutsche Zeitung

Denken lernen:Wer bin ich?

Georg Sans, Jahrgang 1967, trat 1994 in den Jesuitenorden ein. Er studierte Philosophie und katholische Theologie. Seit 2014 hat er den Eugen-Biser-Stiftungslehrstuhl für Religions- und Subjektphilosophie inne.

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Die Hochschule für Philosophie startet im November erstmals ein Philosophisches Orientierungsjahr

Interview von Sabine Buchwald

Zwei Semester mit Wittgenstein oder Kant verbringen und am Ende deren Gedanken, die Welt und sich selbst besser verstehen. Mit dieser Zielsetzung startet die Hochschule für Philosophie im November erstmals ein Philosophisches Orientierungsjahr. Für Studiendekan Georg Sans ist das neue Angebot eine "sinnvolle Pause" in Zeiten der Corona-Pandemie.

SZ: Wen wollen Sie mit dem Orientierungsjahr ansprechen?

Georg Sans: Alle, die sich selbst mal als denkende, lesende und schreibende Wesen erfahren und über Fragen nachdenken wollen wie: In welcher Gesellschaft lebe ich? In welcher Welt? Wer bin ich?

Wer bin ich? Braucht man für eine Antwort darauf nicht ein ganzes Leben?

Unser Ziel ist es, den Studierenden in einem Jahr eine Menge über Philosophie beizubringen und sie ans Denken heranzuführen. So kommen sie dann leichter auf Antworten.

Welche Voraussetzungen braucht man für das Kompaktstudium?

Die Allgemeine Hochschulreife oder ein Äquivalent. Es gibt keine Zulassungsbeschränkung.

Eventuell eine Altersbegrenzung? Darf man sich als Rentner immatrikulieren?

Uns sind alle willkommen, die sich für ein Jahr von beruflichen Verpflichtungen frei machen können für ein Vollzeitstudium. Rentner nehmen wir gerne als Gasthörer oder für ein längeres Studium auf. Wir denken vor allem an Abiturienten, die ihre Zukunft noch nicht klar vor Augen haben und sich in der Corona-Zeit ein Pausenjahr gönnen ...

... und ein bisschen Philosophie studieren wollen?

So ist das nicht gemeint. Man muss viel lesen und Hausarbeiten schreiben. Dass man am Ende ein Zertifikat und 60 ECTS-Punkte erreicht hat, sehen wir als ein Signal: Man muss hier genauso arbeiten, wie in einem anderen Studium. Aber man legt sich nur für ein Jahr fest. Sich orientieren und nachdenken bedeutet ja nicht, nichts zu tun. Es ist ein anspruchsvolles Projekt, das etwa Grundlagen der Anthropologie, Metaphysik und auch der philosophischen Gotteslehre vermittelt.

Was kann man mit so einem Kurzstudium sonst anfangen?

Es entspricht einem Drittel Bachelor-Studium. Man kann mit Philosophie weitermachen oder sich die Leistungspunkte für ein anderes Studienfach anrechnen lassen. Womöglich stellt der eine oder andere aber fest, dass ein Studium nichts für ihn ist und wechselt zu einer praktischen Berufsausbildung. Es ist ja als Orientierungsjahr gedacht.

Wie fangen Sie die Corona-Bedingungen auf?

Durch eine Mischung aus Präsenz- und Online-Veranstaltungen. Außerdem planen wir Repetitorien mit wenigen Teilnehmern. Wir sind eine Hochschule mit nur knapp 600 Studierenden. Wir möchten, dass sich die Erstsemester kennenlernen und austauschen, so gut das eben möglich sein wird.

Hochschule für Philosophie, Kaulbachstraße 31, Einschreibung das Philosophische Orientierungsjahr von 16. bis 29. Oktober; weitere Informationen unter www.hfph.de







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