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02 2021

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Jahrgang 2021 - Heft 2 / 2021

EDITORIAL
 
Liebe Leserin, lieber Leser,
 
Philosophie ist das Fach, das der Wahrheit verpflichtet ist. Hier kann jeder alles sagen, sofern er es argumentativ vorbringt, es ihm um die Sache geht und er bereit ist, sich der Diskussion sachlich zu stellen. Von den Diskutierenden wird erwartet, dass etwa Relevantes vorgebracht wird, und man ist bereit, ihnen zuzuhören und ihre Argumente zu prüfen. Das ist eine Selbstverständlichkeit und sollte hier nicht eigens gesagt werden müssen. PhilosophInnen lieben die Weisheit, nichts liegt ihnen ferner als persönliche Animositäten.
 
Der Nachrichtenteil dieses Heftes zeigt allerdings ein etwas anderes Bild (S. 117ff). An einigen Orten wird erst eingeladen und dann wieder ausgeladen. Doch nicht in der Philosophie, werden einige sagen, und wenn ja, zu Recht – Antisemitismus hat an unseren Universitäten nichts zu suchen. Doch wo liegt die Grenze dessen, was man sagen darf? Und wenn man zudem argumentiert? Wer entscheidet? Eine neue Gruppe will sich für die Freiheit der offenen Rede an den Universitäten einsetzen, dazu gehören auffallend viele PhilosophInnen (S. 131).
 
Die Philosophie erlebt in Corona-Zeiten eine Hochblüte. Von der Religion erwartet man keine Antwort, dafür fragt man nun bei der Philosophin und beim Philosophen nach. Diese haben die Gelegenheit zweifellos genutzt: Täglich erscheinen Beiträge von Philosoph-Innen in den Zeitschriften oder beim Hörfunk und interpretieren die Situation je auf ihre Weise. Einige scheinen multipräsent zu sein. So ist der Bonner Philosoph Markus Gabriel beinahe täglich mit Äußerungen zu vernehmen. Doch wie wird das Engagement der Philosophie beurteilt? In den Medien eher kritisch. Hat die Philosophie aber überhaupt zu Corona etwas Relevantes zu sagen, und wenn ja, was könnte dies sein? Ich habe vier PhilosophInnen, die Erfahrung mit dem Thema Philosophie und Öffentlichkeit haben, gefragt, wie sie die Sache beurteilen (S. 26ff).
 
Mit einem freundlichen Gruß und allen guten Wünschen für Gesundheit
 
Der Herausgeber, Peter Moser
 
 
INHALT
 
ESSAY
Andreas Speer: Ein anderer Blick auf das Mittelalter; S. 8
 
INTERVIEW
Ein Blick zurück. Fragen an Gerhard Ernst, den Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Philosophie; S. 20
 
STELLUNGNAHMEN
Was macht die Corona-Krise für die Philosophie so interessant? Stellungnahmen von David Lauer, Olivia Mitscherlich-Schönherr, Nikil Mukerji und Uwe Justus Wenzel; S. 26
 
FORSCHUNG – TRENDS – KONTROVERSEN
Debatten über die Natur der Person im Spätmittelalter; S. 38
Internationales Klaus Reinhard-Institut; S. 44
Blumenbergs Auseinandersetzung mit Husserl; S. 45
Agnotologie; S. 46
Donata Rimizzi schreibt eine Geschichte des Determinismus; S. 48
Die organismische Naturtheorie von Reto Luzius Fetz; S. 56
Könnte es sein, dass Philosophie und Wahnsinn miteinander verwandt sind?; S. 59
Slavoj Žižek unternimmt eine Gesamtschau der aktuellen Problemlage; S. 62
Di Cesare rechnet angesichts des Anthropozän mit der gegenwärtigen Philosophie ab; S. 67
Warum wir nach uns fragen; S. 68
Félix Guattari; S. 72
 
UNTERRICHT
Baden-Württemberg: Was halten die Parteien vom Fach Ethik?; S. 77
Schlick: Texte zur Quantentheorie; S. 84
Georg Lukács: Werke; S. 84
Weitere Ausgaben; S. 86
 
STUDIUM
Preise, Einführungen, Übersichten; S. 92
Lexika, Reader; S. 98
Radikale Demokratietheorie; S. 101
Was sind „radikale Demokratietheorien“? Fragen an Oliver Flügel-Martinsen; S. 103
 
POSITIONEN
Judith Butlers Ethik der Verwundbarkeit. Von Jule Govrin; S. 110
 
TAGUNGSKALENDER; S. 114
 
NACHRICHTEN
England: Kathleen Stock der Transphobie bezichtigt; S. 117
Frankreich: Foucault der Pädophilie bezichtigt; S. 117
Universitäten; S. 118
Personen; S. 122
Gestorben; S. 125
Preise; S. 128
Institutionen, Gesellschaften, Medien; S. 129
Zeitschriften, Verlage; S. 130
Netzwerk Wissenschaftsfreiheit; S. 131
 
INTERVIEW
Das "Netzwerk Wissenschaftsfreiheit". Fragen an Maria-Sibylla Lotter; S. 132
ZEITSCHRIFTENSCHAU; S. 136
 
PHILOSOPHIE NEUERSCHEINUNGEN; S. 139
 
IMPRESSUM; S. 163



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