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Klaus Sachs-Hombach:
Medienphilosophie: Die Rehabilitation des Bildes in der Philosophie. Die Debatte um den Stellenwert mentaler Bilder Ein Forschungsbericht von Klaus Sachs-Hombac

Die Rehabilitation des Bildes in

der Philosophie. Die Debatte um den Stellenwert mentaler Bilder

Ein Forschungsbericht von Klaus Sachs-Hombach

 

Zur Geschichte

 

Für die Antike, insbesondere für Platon und Aristoteles, galt es als selbstver­ständ­lich, daß das Bild eine eige­ne Repräsen­tations-form dar­stellt, auch wenn ihr be­son­dere Skep­sis ent­ge­gen­ge­bracht wurde. Auf den Bereich des Mentalen über­tragen, konn­te diese Form der Re­präsen­tation in zwei un-ter­schiedlichen Theo­­rien reflek­tiert wer­den: Mentale Bil­der ließen sich entweder als ab­geschwä­ch­te Wahr­neh­mungen oder als men-tal erzeugte Kopien der Wahr­neh­mun­gen konzi­pie­ren (34). Die erste Theorie, als deren neu­zeit­li­cher Vertre­ter Hobbes gelten kann, wurde ge­schichtlich von der zwei­ten Theo­rie, die sowohl Des­cartes als auch den Empi­risten zuge­schrieben wird, verdrängt.

 

Der intuitiv zu­nächst plau­sible Ge­dan­ke, der beiden Theorien zugrunde liegt, be­steht dar-in, daß sich sinn­liche Erfah­rung aus der Ver­arbeitung von Sinnesdaten er­gibt; der eben­falls, zu­min­dest auf den ersten Blick, nicht unsin­nige Ge­danke, der speziell mit der zwei­ten Theorie verbunden ist, be­steht darin, daß, wenn auch nicht alle, so doch die meisten geistigen Pro­zesse (Erinnern, Träumen, etc.) auf einer Verar­beitung ent­spre­chen­der Repräsentationen, eben der Ko-pi­en oder Ab­bil­der dieser ur­sprünglichen Sin­nes­da­ten, basie­ren. Die­ser Ge­danke im-pli­zierte oft die Annah­me der Existenz men­taler Bilder. Sie erlebte ihren Höhe­punkt im engli­schen Empi­ris­mus, der den menta­len Bil­dern glei­cher­weise eine kog­nitive und eine erkennt­nis­theoreti­sche Fun­damen­tal­funktion zuwies: Die men­ta­len Bilder galten hier nicht nur als die ele­men­ta­ren Einheiten der kogni­tiven Prozesse; in­so­fern sie für "ab­strakte" Kopien der kon­kre­ten Sin­nes­eindrücke gehalten wur­den und die Funk­tion men­taler Mu­ster inne­hat­ten, übernah­men sie zugleich die Aufga­ben von Begrif­fen und damit von Be­zugs­punk­ten zur Recht­ferti­gung der Er­kenntnis­an­sprü­che.

 

Im Unterschied zu dieser em­piri­stischen Auszeichnung der mentalen Bilder, wie sie z.B. Locke mitun­ter vertreten zu haben scheint, betonte der Rationalismus (insbe­sondere Leib­niz, aber auch schon Des­car­tes), daß Begriffe sinn­vol­lerweise nur als abstrakte Gegen­stän­de zu konzi­pieren sind, Bilder aber notwendig kon­kret bleiben. Unter ratio­na­listi­schen Prämis­sen ist daher die Annah­me ei­ner pro­po­sitio­nalen Reprä­senta­tions­struk­tur naheliegen­der. Ver­bunden mit dem seit Leib­niz inten­siv unter­nom­me­nen Ver­such, kogniti­ve Prozesse zu for­ma­lisieren, wurde die Re­le­vanz des Be­griffs des men­talen Bildes zunehmend nicht nur in den er­kennt­nis­theoreti­schen Über­legun­gen, sondern auch inner­halb psy­cholo­gi­scher Theori­en be­zweifelt, ohne damit schon die Existenz des Phä­no­mens bild­haf­ter Vor­stel­lungen zu bestrei­ten. Späte­stens mit den Un­tersu­chun­gen der Würz­bur­ger Schule im spä­ten 19. Jahr­hundert zeigte sich aber zudem auf der Ebene einer ansatzweise ex-pe­rimen­tel­len Psy­cholo­gie, daß bild­hafte Vor­stellun­gen nicht notwendig im Denkpro-zeß auf­treten und daß die Fähigkeit, sie zu erzeugen, ein hohes Maß in­dividu­eller Un-ter­schiede auf­wei­st. Dieser Prozeß führte schließlich innerhalb der objekti­ven Psy­cholo­gie (Beha­vio­ris­mus) zur generellen Kritik men­ta­ler Be­griffe, in­ner­halb der sprach­analyti­schen Philoso­phie zog er eine Neubestim­mung der "Gram­matik" mentaler Begriffe nach sich, die zu­mindest eine Kri­tik der Reprä­sentati­onstheorie des Geistes ein­schloß.

Mentale Bilder innerhalb der kog­nitiven Psychologie

Mit dem Entstehen der Kog­nitionswissen-schaft in den 60er Jahren erhiel­ten men­tale Be­griffe auch in der expe­ri­mentellen Psy­chologie wie­der Beach­tung. Der Informa-tions­ver­arbei­tungs­ansatz, der hier das Para­digma lieferte, be­steht wesent­lich aus einer Re­prä­senta­tionstheorie des Geistes, die den Anspruch erhebt, die tra­di­tionellen menta­len Konzepte in ex­perimentell überprüfbarer Weise aufzuneh­men. Damit wurde zu­nächst der behaviori­stische Ausschluß men­taler Be-griffe kriti­siert. Der Wie­deraufstieg des Bildbegriffs setzte etwas später - in den frü­hen 70er Jahren - ein. Anfänglich wurde die Annah­me men­taler Bilder lediglich inner­halb der Gedächt­nispsychologie, vor allem im Zu­sam­menhang mit Memoriertechniken, unter­sucht (14); sie erhielt aber schon bald, zu­nächst im Rahmen der dualen Kodie-rungs­theorie von Pai­vio (14), in der gesam­ten kog­nitiven Psychologie eine zen­trale Stel­lung.

Allgemeines Aufsehen erregten die Rota­tionsexperimente von Shepard, Metzler und Coo­per (5), die in ihrem Aufbau fas-zinierend einfach und in ihrem Ergeb­nis genauso fas­zinie­rend weitreichend sind. Ver­suchspersonen werden jeweils zwei bild-liche Dar­stellungen eines dreidimensionalen geometrischen Körpers mit der Auffor­de-rung dar­geboten, zu ent­scheiden, ob die dargestellten Gegenstände iden­tisch sind. In einigen Fällen zei­gen die Darstellungen denselben Gegen­stand, sind aber mehr oder weniger in der Ebene ge­dreht. In diesen Fällen benö­tigten die Ver­suchs­per­sonen desto länger, die Identi­tät der Gegenstän­de festzu­stel­len, je mehr die Dar­stel­lung ge­dreht war. Gleiches galt, wenn die Drehung um eine Raumachse er­folgt war. Die Reak­ti­ons­zeit kor­re­lierte, anders gesagt, signi­fi­kant mit dem ver­wende­ten Rota­tions­winkel, was der intro­spek­tiv ge­stütz­ten Intui­tion genau zu ent­sprechen schien, nach der wir bei der gefor­der­ten Aufga­be zwei men­tale Bilder for­men und eines so­lange drehen, bis es entweder mit dem anderen zusammen­fällt oder sich als inkon­gruent erweist. Dies legte die Annah­me nahe, daß die längeren Reak­tions­zeiten aus dem tat­säch­li­chen Dre­hen einer men­talen bild­lichen Dar­stellung des Ge­genstan­des resul­tieren, da sol­ches eben Zeit benö­tigt. Würden wir die gestellte Auf­ga­be dagegen im Sinne einer propositiona­listi­schen Theorie lösen, indem unser ko­gni­tives Sy­stem zuerst Merk­mals­listen auf­stellte und diese dann ver­gliche, bliebe die vom Dreh­win­kel abhängige, unter Umstän­den längere Reakti­onszeit unein­sich­tig. Siehe (2) und (4).

Kosslyn hat unter anderem diese Rotations­experimente zum Aus­gangspunkt seines be-kannt gewor­denen Gesamtmodells genom-men, das den besonderen Eigenschaf­ten des mentalen Bildes dadurch Rechnung trägt, daß es sie als analoge Da­tenstruktu­ren auf­faßt, die sich mit dem entsprechenden Pro-gramm auf einem Computer simulieren las­sen (12). Für das Funk­tionieren des kog­niti­ven Systems ist nach Kosslyn ein bild-schirmmartiges Me­dium, der soge­nannte visuelle Ar­beits­speicher, ent­scheidend. Er ist im Kurzzeitgedächtnis an­gesiedelt und er­möglicht anhand entsprechender Inter­pretati­onsme­chanismen die weitere Enkodie­rung der visuellen Info­rmation. Dies ge­schieht in zweifacher Weise, einmal propo­si­tional (über Merk­malslisten), einmal pikto­rial (über Bildpunktli­sten). Pikto­ria­le Re­prä­senta­tionen sind nach Kosslyn zwar immer interpretiert - und des­halb für sich nie hin­rei­chend, um das Zustande­kommen mentaler Fähig­keiten zu erklären -, sie besitzen aber den­noch ein eigenes Reprä­sentati­ons­format, dessen ana­loge Quali­tät bei der erneu­ten Gene­rie­rung eines Vorstel­lungs­bil­des direkt verfügbar ist. Es ist hierbei wich­tig, den Unter­schied zwi­schen dem Vorstel­lungs­bild und der sogenannten piktoria­len Reprä­sen-tation festzu­halten. In der Regel geht es in der Imagery Deba­te um die letztere. Der Begriff der piktorialen Repräsentation wird bei Kosslyn als theo­retischer Termi­nus einge­führt, um die po­stulierten Prozesse, die be­stimm­ten kogni­tiven Lei­stungen zugrunde liegen sollen, ange­messener be­schreiben zu kön­nen. Er be­zeichnet also nichts intro­spek­tiv Er­fahr­ba­res, sondern weist - analog zum Be­griff einer ange­borenen Gram­matik, die unsere Sprache ermög­licht - auf eine "Tie­fen­schicht" des Gei­stes.

Unterschiedliche Deutungen

Daß mentale Bilder wieder ein Thema der psychologischen For­schung gewor­den sind, hat nicht schon zu ihrer allgemeinen Aner­kennung geführt. Ohnehin setzt der Begriff des menta­len Bildes be­reits den Begriff der mentalen Reprä­sentation voraus. Nur wenn -wie paradig­matisch in der Kog­nitionswis-senschaft - anerkannt wird, daß der Begriff der menta­len Re­präsentation ein sinnvoller Be­griff innerhalb der Beschrei­bung kog­ni-tiver Leistungen ist, läßt sich über verschie­dene Formen der internen Repräsen­tation disku­tier­en. Die beiden wich­tigsten Po­sitio­nen in die­sem Zusam­men­hang, die die Na-men "De­s­krip­tio­na­lis­mus" und "Pik­to­rialis­mus" erhalten ha­ben, bleiben daher glei­cher­weise kogniti­ons­wis­senschaftli­chen Vor­gaben verpflichtet. Wäh­rend die De-skrip­tiona­listen jedoch die An­sicht ver­treten, daß unser kogni­tives System Infor­mation nur im proposi­tionalen Zustand ver­arbeite und menta­len Bildern (da sie bei Bedarf aus Be­schreibun­gen erzeugt werden) nur ein epiphänome­naler Status zukomme, be­haup­ten die Pik­toria­listen, daß es minde­stens zwei Repräsenta­tionsformate gebe, ein pro­po­sitionales und ein pik­toriales, und daß letzterem eine mitunter ent­scheiden­de Funk­tion bei Problem­lösungspro­zessen zukom­me. Beide Positionen können einer­seits Experi­mente zu ihren Gun­sten zitieren, anderer­seits interpre­tieren sie die vor­liegenden Ex­perimente aber in sehr unter­schied­licher Weise.

 

In dieser bis heute an­dauernden Auseinan­dersetzung lassen sich zwei Typen von Ar-gu­menten unter­scheiden. Zunächst herrschte eine logisch-begriffliche Kritik vor (21), dann ging man zu methodo­logi­schen Ein­wänden über (16), die von speziel­len Inter­pretationen der Experimente ausgingen. Die Piktorialisten verfolgen in ihrer Vertei­di­gung entspre­chend zwei Stra­tegien: Ge­gen­über be­griff­lichen Argu­menten wird darauf hin­gewiesen, daß eine strenge Über­tragung der Eigenschaften materie­ller Bilder auf men­tale Bilder nicht inten­diert sei (19). Niemand behaupte, daß es im Geist "mate­rielle" Bilder gibt. Weil die be­griff­li­chen Argumente der Deskrip­tionalisten aber von einem Begriff mate­rieller Bilder ausge­hen, lau­fen sie ins Leere. Diese Argumen­tation ist zwar zutreffend, ihre Schwäche liegt allerdings darin, daß es bisher noch nicht über­zeugend gelungen ist, den Sinn genau zu explizieren, in dem von mentalen im Unter­schied zu mate­riellen Bildern gespro­chen wer­den soll.

Klar ist, daß men­tale Bilder nur auf Grund der Art und Weise "Bilder" heißen sollen, wie von ihnen Informationen "abge­le­sen" werden. Mentale Bilder funk­tio­nieren also wie "nor­male" Bil­der, weshalb Kosslyn sie auch mit dem Ausdruck "funktiona­le Bil­der" bezeichnet. Als wichtigstes Krite­rium, das auch funktionale Bilder erfüllen müssen, wird immer wieder genannt, daß, wenn ein men­tales Bild innerhalb seiner Ver­arbei­tung als Dar­stellung eines bestimm­ten Objekts gilt, dann auch jeder Aus­schnitt dieses Bildes einen ent­spre­chen­den Aus­schnitt des Ob­jekts darstellt. Dies ist sicher­lich für Be­schrei­bungen nicht gefor­dert: Der sprachli­che Ausdruck "Omas Hühnerstall" stellt einen bestimm­ten Hüh­nerstall dar, der Aus­druck "Oma" als Teil dieses Ausdrucks aber keines­wegs einen Teil des Hühner­stalls.

Innerhalb des zweiten, methodolo­gischen Typs der Kritik spielt das Argument der kogniti­ven Durch­dringbarkeit eine beson­dere Rolle (16). Nach Pylyshyn, der dieses Ar­gu­ment entwickelt hat, ist ein Prozeß kog­nitiv durchdringbar, wenn er von seman­ti­schen Inter­pre­tationen ab­hängt und sich mit der jeweiligen Interpreta­tion in sy­ste­mati­scher Weise verändert. Der Begriff der kognitiven Durchdring­bar­keit soll ein Kri­teri­um lie­fern, um zwischen verschiede­nen Ebe­nen der Analyse unter­schei­den zu kön­nen. Nur die Prozesse, die von seman­tisch interpre­tierten Repräsentatio­nen, also von Über­zeugun­gen, Wün­schen etc. abhän­gen, kön­nen danach über­haupt als regel­gelei­tete Prozesse be­schrieben werden. Alle Prozesse dagegen, die kognitiv undurch­dringbar sind, gehören der nomologisch zu be­schrei­benden Ebene der `Hard­ware' an. Sie werden folg­lich durch Ge­setze, nicht durch Regeln erfaßt, da ihre Eigen­schaf­ten intrinsi­sche Eigen­schaften des Repräsentati­ons­medi­ums sind. Deshalb entzie­hen sie sich dem Be­reich der psycholo­gischen The­orie. Pylys­hyns Ar­gument ist ein wissen­schafts­stra­tegi­sches Argu­ment, das den Gegen­standsbe­reich einer spezi­fisch psy­cholo­gi­schen Theorie si­chern soll. Danach bietet nur eine in­terne Sprache des Gei­stes syste­matisier­bare Re­geln, während men­tale Bil­der, wären sie wirk­lich bildhaft, allen­falls mor­pho-logische Beschrei­bungen zu­ließen und des­halb aus dem Gegen­stands­bereich der kog­niti­ven Psy­cho­logie ausge­klam­mert werden müs­sen.

Die Strategie gegen dieses Ar­gument be­steht in der Regel in dem Nachweis, daß sich der Ausschluß pikto­rialer Repräsen-tationen le­diglich aus dem meta­theoreti­schen Rah­men des bis vor kurzem gängigen kognitionswissenschaftli­chen Para­dig­mas, des Computer­modells des Geistes, ergebe. Die Zurückwei­sung der methodo­logischen Argu­men­te als unerlaubt normativ verbindet sich deshalb oft mit einer Kritik des Com­pu­termodells des Geistes (28). Auch hier ist aller­dings noch nicht genü­gend geklärt worden, in welchem Sinne die An­nahme pik­torialer Repräsenta­tionen tat­säch­lich zu einem alternativen ko­g­nitions­wissen­schaftli­chen Paradig­ma führen kann oder muß, denn vor allem die Ver­suche, über eine ge­nuine Bildsyn­tax ein erfor­der­liches Regel­system zu entwickeln, sind bisher nicht befrie­digend ausgefallen.

Philosophische Positionen

Eine abschließende Klärung der Funktion und Reich­weite mentaler Bilder ist folglich noch nicht in Sicht. Weitgehende Überein­stimmung scheint lediglich darüber zu be-ste­hen, daß es keine selbständige "ikonische Sprache" geben kann. Wie besonders Fodor ausgeführt hat (24), müßte in einem ikoni­schen Repräsen­tationssystem einem voll­ständi­gen Satz entweder ein Bild oder meh­rere Bilder entsprechen. Schwierigkeiten bereitet das er­ste, da die Merk­male eines Bildes, von den grammatischen Problemen ganz abgesehen, für sich nicht hinreichend sind, einen bestimmten Gedanken mit Wahrheits­wert zu spe­zifizieren, denn einem Bild können unterschiedliche Aussagen ent-spre­chen. Auch die zweite Möglichkeit, Bil-der als Wörter bzw. als Phrasen aufzu­fas­sen, die zu Sätzen kombi­niert werden kön­nen, verwirft Fo­dor mit Recht, denn es ist völlig un­klar, wie diese Bilder zu ver­binden sind, um einen bestimmten Gedan­ken zum Aus­druck zu brin­gen. Um wirksam sein zu können, müssen Bilder daher nach Fodor "unter einer Be­schreibung ste­hen". Auch ihre Bedeutung erhalten sie erst inner­halb eines solchen Kontex­tes.

Damit ist aber lediglich aus­geschlossen, daß kognitive Pro­zesse allein durch das Kon­zept der mentalen Bilder angemessen be­schrie-ben werden können. Dies be­an­spru­chen Pikto­rialisten in der Regel aber gar nicht. Sie behaup­ten vielmehr, daß zur angemes­senen Be­schreibung der beobachte­ten Bild-haftig­keitseffekte die An­nahme proposi­tionaler Repräsen­ta­tionen unbefriedi­gend bleibe und deshalb ergänzt werden müsse. Die experi­mentellen Arbeiten kon­zentrier­ten sich dabei bisher auf den spe­ziel­len Aspekt der Informations­ver­ar­beitung. Zu den vielen vernach­läs­sigten Aspekten gehört z.B. der Zusammenhang von menta­len Bil­dern und Emo­tio­nen. Aus diesem Grunde sind die Ergebnisse der empiri­schen For­schung noch unzureichend, um eine allgemeine Theorie men­taler Bilder zu entwerfen, die deren Funk­tion innerhalb des kog­nitiven Gesamt­systems ange­messen bestimmt.

Nicht zuletzt wegen dieser em­pirischen Unbestimmtheit besitzen philosophische Klä­rungs­versuche für die kognitive Psycho­logie auch gegenwärtig noch ihre Be­deu­tung. Der be­griff­liche wie methodologi­sche Beitrag der Philosophie ist hierbei zunächst wissenschafts­theoreti­scher Natur. Über eine Klärung relevanter Begriffe wird versucht, eine der Deutun­gen der Experimente als tragfähiger zu erweisen. Wie zu erwarten, finden sich auch unter den Philo­sophen Vertreter beider Rich­tungen. Als Deskriptio­na­list kann sicherlich Dennett gelten, als Piktorialist Block. Die Piktoriali­sten lassen sich wiederum durch die jeweili­ge Verteidi­gungs­strategie unterschei­den. Rehkämper etwa (27) will den piktoria­li­stischen Stand­punkt über eine Präzisierung des Begriffs der analogen Reprä­sen­tation ver­teidigen. Die Bild­haftigkeit men­taler Bilder lasse sich plausi­bel ma­chen, sofern gezeigt werden kann, daß analoge Repräsentati­onen im allge­mei­nen und mentale Bilder im beson­deren das Ergeb­nis einer strukturerhal­tenden Abbil­dung sind. Eine andere Strate­gie, die dem Kosslyn­schen Ansatz mehr ver­pflich­tet bleibt, schlägt Tye ein (32). Er spricht von in­terpre­tier­ten Sym­bo­lan­ord­nun­gen und ver­tritt damit einen ge­misch­ten Ansatz: Bild­sym­bole sind nö­tig, da anders z.B. Dreidi­mensio­nalität nicht dar­stellbar sei, diese benöti­gen aber - vor al­lem auf Grund des Figur/Hinter­grund-Pro­blems, das z.B. Kipp­figuren veranschauli­chen - sprachli­che Inter­preta­tio­nen.

Je nachdem für wie fundamental der Begriff des mentalen Bildes gehal­ten wird, verbin­det sich mit der Verteidigung der Piktoriali­sten, wie gesagt, eine Kritik des Computer-mo­dells des Geistes und des damit ver­bun­denen philosophi­schen Funk­tiona­lismus, von dem dieses Modell abstammt. Da hierin aber kaum Einig­keit besteht, teilt sich auf philosophi­scher Seite zumin­dest das Lager der Piko­riali­sten nochmals in diejenigen, die eine mit dem Funktionalis­mus ver­einbare Theorie mentaler Bilder anstreben (Kosslyn oder Tye), und diejeni­gen, die hierin eine prin­zipielle Grenze des Funktiona­lis­mus sehen (Block oder Rollins). Oft wird in diesem Zusammenhang auf das Phänomen digitalisierter Bilder hingewiesen, das mitt­ler­weile ein bevorzugtes Thema der Infor-matik ist (17). Insofern Kos­slyn selbst ein Computermodell piktorialer Reprä­senta­tio­nen ent­worfen und zur Bestäti­gung seiner Theorie auch herangezogen hat, ist vernünf­tigerweise anzuneh­men, daß sich die Unter­scheidung von digi­tal und analog nicht auf dieselbe Ebene beziehen muß. Einem digi­talen Bild kann, anders gesagt, durchaus ein analoger Inhalt zuge­sprochen werden. Dies ist möglich, da die Digitali­sierung keine Be­schreibung des Bildinhaltes, son­dern ledig­lich der Farbwerte der einzelnen Pixel gibt.

Die Frage, ob die Annahme piktorialer Re-prä­sentation das Com­putermodell des Gei­stes sprengt, sollte daher, denke ich, als die Frage aufgefaßt werden, ob ein Compu­ter­programm fähig ist, analogen Inhalt nicht nur digital zu reproduzie­ren, son­dern auch dem Inhalt nach in eine Beschreibung zu überfüh­ren.

Solche und ähnliche Fragen nach den Kon­sequenzen der piktoriali­stischen Annah­men für das kog­nitionswissenschaftliche Paradig­ma, die über wissen­schaftstheoretische Ausein­ander­setzun­gen weit hinausgehen, haben ihren Ur­sprung in Grundsatz­entschei­dungen innerhalb der Phi­lo­sophie des Gei­stes und sind also als kritische Rückkopp­lungen ent­spre­chender Analysen des Be­griffs des Mentalen zu verstehen. In­sofern gibt es kaum eine philoso­phische Position, die sich nicht zum piktorialistischen Stand­punkt - sei es kritisch oder af­firmativ - in Beziehung setzen ließe, wenn dies gegen­wärtig auch selten geschieht. Die möglichen extre­men Positio­nen werden abge­steckt einer­seits durch eine anti-rationali­stische Inter­pretation des Begriffs des mentalen Bildes, dem auch er­kennt­nistheoretisch eine entscheidende Position zukom­men soll (nach dem Empirismus un­ter­nahm die Le­bensphilo­sophie, z.B. Henri Bergson oder Ludwig Klages, hier große Anstren­gungen), andererseits durch die mehr oder weniger radika­le Kritik jeder Re­präsen­tionstheorie des Geistes, sei sie nun im Sinn der Pik­torialisten oder der De­skrip­tiona­listen - eine Tradi­tion, die auf den logischen Behavioris­mus, z.B. bei Ryle, zurückgeführt werden kann.

Als Vertreter der ersten Position ließe sich Fellmann an­führen (23), dessen "Prag­mati­scher Sym­bolis­mus" mentale Bilder als die primä­ren Instanzen der Verhal­tens­steue­rung annimmt und ihnen, eng mit Emo­tio­nen ge-koppelt, die ent­scheidende Funk­tion in­ner­halb der Bedeutungs­konstitution zus­p­richt. Als Vertreter der zweiten Positi­on ließe sich Good­man - etwa in (7) - nennen. Scholz - siehe (30) und seinen Beitrag in (10) - ver­sucht im Sinne der Analy­sen von Good­man (und mit Bezug auf Witt­genstein und Ryle) das Vorstel­len als ein So-tun-als-Ob zu be-schrei­ben. Zwischen diesen Posi­tio­nen gibt es zahlreiche Zwischen­stufen. Schir­ra (29) verfährt z.B. ähnlich kritisch wie Scholz, wenn er als sinnvoll nur die Frage zuläßt, welcher argumentationstheore­ti­sche Sinn dem Begriff des menta­len Bildes zu­gespro­chen werden kann (nicht aber diejeni­ge, ob es mentale Bilder gibt), aber inner­halb dieser Fragestellung den Bildbe­griff rehabi­litie­ren will.

Es ist wichtig zu betonen, daß die Frage um den Stellenwert mentaler Bilder und diejeni­ge nach einer angemessenen Explikation des Bild­begriffs zwar eng aufein­ander ver­wie­sen sind, aber dennoch genau auseinander­gehalten werden soll­ten. Faktisch liegen mit beiden Fragen auch zwei getrennte Diskus­sionen vor, die teilweise ohne jede Bezie­hung nebeneinander­lau­fen. In dieser Situa­tion wäre es sicher wünschenswert, die Dis-kus­sion um den Stellen­wert mentaler Bilder stärker in die Diskussion um eine tragfähige semiotische Bestimmung des Bildbegriffs ein­zubetten. Denn es scheint mir nahelie­gend und auch ange­mes­sen, daß wir uns erst einmal Klarheit darüber ver­schaf­fen, was wir sinn­vol­ler­weise unter dem Be­griff des Bildes verste­hen wollen, bevor wir klären kön­nen, wel­chen Sinn die Rede von menta­len Bildern macht. Da bereits die erste Frage bislang überaus kontrovers verhandelt wird, kann es kaum verwundern, daß auch die Beant­wor­tung der zweiten Frage bisher wenig Über­einstim­men­des bietet.

 

Ausgewählte Literatur zur "Imagery Debate"

 

I. Psychologie: Überblicksdarstel­lungen

 

(1) Engelkamp, Johannes: Das menschli­che Gedächtnis. Das Erinnern von Sprache, Bil­dern und Handlungen. 1990, 2. Auflage 1991, XVII, 555 S., kt., DM 98.--, Hogrefe, Göttingen. Liefert eine umfas­sende, multi­moda­le Ge­dächtnistheorie, die dem Erinnern von Bil­dern und Handlungen beson­dere Bedeu­tung ein­räumt.

 

(2) Finke, R.A.: Principles of Mental Ima­gery, £ 20.95, 1989, MIT-Press, Cambridge (MA). Gibt einen Über­blick der empiri­schen For-schungsergebnisse zur bildhaften Reprä­senta­tion.

 

(3) Freksa, Christian & Christopher Habel (Hg.): Repräsentation und Verar­bei­tung räum­li­chen Wissens. Viii, 353 S., kt., DM 57.--, 1990, Informatik-Fachberichte 245, Springer, Berlin/ Heidelberg. Kog­nitions­wissen­schaftli­che Bei­träge zu As­pekten bildlicher Repräsentati­on, mit einer aus­führ­lichen Bibliogra­phie.

 

(4) Ritter, Manfred (Hg.): Wahrnehmung und visuelles System. 1986, 2. Auflage 1987. 224 S., kt., DM 48.--, Verständliches Forschen, Spek­trum der Wissenschaft, Heidelberg (deut­sche Ausgabe von Scientific Ameri­can). Ent­hält gut lesbare psychologische und neuro­phy­siolo­gische Auf­sät­ze zur visuellen Wahr­neh­mung und zur bild­haften Vorstellung.

 

 

(5) Shepard, Roger N. & Lynn A. Cooper: Men­tal Images and Their Trans­forma­tions, 1982, paperback 1986, £ 10.50, MIT-Press, Cam­bridge (MA). Ent­hält Darstel­lun­gen der be­kannt gewordenen Ro­ta­tionsex­peri­mente, die für die Imagery Debate eine zentrale Rolle bekommen haben.

 

(6) Steiner, Gerhard: Vi­suelle Vorstellungen beim Lösen von elemen­taren Pro­ble­men. Über die Wirkung visueller Vorstellungen und ihr Verhältnis zum visuel­len Wahr­neh­men. 1981, Klett-Cotta, Stutt­gart (im Buchhandel vergrif­fen). Eine aus­führli­che Monographie, die einen sehr guten Ein­blick in den Stand der psy­cho­logi­schen For­schung bis 1980 gibt.

 

II. Philosophie: Sammelbände

 

(7) Barlow, Horace, Colin Blakemore & Miran­da Weston-Smith (eds.): Ima­ges and Un­der­stand­ing. Thoughts about Images and Ideas about Under­stan­ding. Pbk., £ 18.95, 1990, Cam­brid­ge University Press, Cambridge. Ent­hält Auf­sätze verschiedener Diszi­plinen zu Aspekten der Bildproble­matik und der Wahr­neh­mungstheorie.

 

(8) Beakley, Brian & Peter Ludlow (eds.): The Philosophy of Mind. Classi­cal Pro­blems/Con- temporary Issues. 1992, MIT-Press, Cambridge (MA). Bietet im Kapi­tel "Mental Imagery" eine die historischen Theo­rien ein­beziehende Aus­wahl wich­tiger psycho­logischer und phi­losophi­scher Auf­sätze.

 

(9) Block, Ned (ed.): Imagery. 1981, MIT-Press, Cam­bridge (im Buchhandel vergriffen). Ver­sam­melt die "K­las­siker" der Ima­gery-De­bate. Si­cherlich das Stan­dardwerk zu dieser Diskussi­on.

 

(10) Sachs-Hombach, Klaus (Hg.): Bilder im Geiste. Zur kognitiven und er­kennt­nis­theore­ti­schen Funktion piktorialer Repräsen­tationen.  345 S., kt., DM 90.--, 1995, Editions Rodopi, Amsterdam. Gibt einen Über­blick über die gegen­wärti­ge deutsch­sprachige Dis­kussion zum Thema.

 

(10a) Sachs-Hombach, Klaus & Klaus Reh­kämper (Hg.): Bild, Bildwahrneh­mung, Bildver­arbeitung, Tagungs­beiträge zur interdis­ziplinären Bildtagung in Mag­deburg vom 5. - 8. März 1997, Deutscher Univer­sitätsverlag, im Druck. Enthält sowohl Beiträge zum Problem einer allgemeinen Bild­theo­rie als auch zu Fra­gen der Theorie mentaler Bilder aus neuro­phy-sio­logi­scher, psychologischer und philoso­phi­scher Sicht.

 

III. Psychologie: Einzelne Posi­tionen

 

(11) Anderson, J.R.: Ar­guments Concerning Re­presentations for Men­tal Image­ry, in: Psy­cholo­gical Review 85 (1978), 249-277. Ein früher Aufsatz zur Ima­gery Deba­te, der die Unentscheidbarkeit der Diskussion be­hauptet.

 

(12) Kosslyn, Stephen M.: Image and Mind. 1980, Cloth £ 25.95, pbck., £ 11.50, Har­vard Uni­ver­sity Press, Cambridge MA. Das Stan­dardwerk zur piktorialen Posi­tion, in dem Koss­lyn sein CRT-Modell (cathod-ray tube) ent­wirft.

 

(13) Kosslyn, Stephen M.: Image and Brain. The Resolution of the Ima­gery Debate. 1994, Cloth £ 42.50, Pbk. £ 23.50, Bradford Books Kosslyns neuestes Buch zur Ima­gery Deba­te, das seine vielfäl­tigen Bemühungen zu­sammen­faßt und einen neurophy­siologi­schen Ansatz entwickelt.

 

(14) Paivio, Allan: Imagery and Verbal Proces­ses. 608 p., $ 99.95, 1970. Erlbaum Assoc., New York. Ein Pio­nier­werk, das erstmals eine duale Kodierungstheorie ent­wirft und dem die Pikto­rialisten viel zu ver­danken haben.

 

(15) Pylyshyn, Zenon W.: What the Mind's Eye Tells the Mind's Brain: A Critique of Mental Ima­gery, in: Psychological Bulletin 80 (1973), 1-24. Pylyshyns frühe Kritik an den Pik­toriali­sten.

 

(16) Pylyshyn, Zenon W.: The Imagery-Debate: Analogue Media versus Tacit Knowle­dge, in: Psy­chological Review 87 (1981), 16-45. Klas­sisch ge­wor­dene Kritik an den Pik­to­rialisten.

 

(17) Strothotte, Thomas & Christine Stro­thotte: Seeing Between the Pixels. 1997, Springer, Berlin­/Heidel­berg. Be­handelt die Bilddiskussion aus der Perspekti­ve der Com­puter­graphik.

 

(18) Weidenmann, Bernd: Lernen mit Bildme-dien. Psychologische und didakti­sche Grundla­gen, 2. Aufl. 1994, Beltz, Wein­heim (im Buch­handel vergriffen). Eine der wichtig­sten Ar­beiten zur Bild­proble­matik aus dem Bereich der päd­ago­gi­schen Psycho­logie.

 

IV. Philosophie: Einzelne Positio­nen

 

(19) Block, Ned: The Photo­graphic Fallacy in the Debate about Mental Ima­ge­ry, in: Nous, 17, 1983, 651-661. Blocks Rehabili­tierung der Pik-toriali­sten gegen Pylyshyn und Dennett.

 

(20) Block, Ned: Mental Pic­tures and Cog­nitive Science, in: Philoso­phical Re­view 92, 1983, 499-541. Versuch, die Implikationen der Ima­gery Debate für die Kogni­tions­wissenschaft zu skizzieren.

 

(21) Dennett, Daniel C.: The Nature of Images and the Introspective Trap, in: ders.: Con­tent and Consciousness, pbk. £ 14.--, 1969, Rout­ledge and Kegan Paul, London, 132-146 (auch als Penguin-Book, pbk., £ 10.--). Den­netts frühe Kritik der Piktorialisten, die u.a. das De­ter­minis­mus-Argument, illustriert an den Ti­ger­streifen, ent­hält.

 

(22) Dennett, Daniel C.: Two Approaches to Mental Images, in: ders.: Brain­storms. Phi­lo­sophical Essays on Mind and Psychology. 1978, Bradford Books, Montgomery, VT, 174-189 (im Buchhandel vergriffen). Dennetts differen­ziertere Kritik, in der er einen phäno­meno­logi­schen Zu­gang fordert.

 

(23) Fellmann, Ferdinand: Symbolischer Prag­matismus. Rowohlts Enzyklopädie, kt., DM 18.80, 1991, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg. Ein lebensphiloso­phisches, an Dilthey orien­tiertes Modell der Her­meneu­tik, die im bewußt­seinstheoretischen Teil zen­tral am Bild­be­griff aus­ge­richtet ist.

 

(24) Fodor, Jerry A.: Imagistic Repre­senta­tion, in: Block (12), 63-83. Ein über­arbei­teter Aus­zug aus "The Language of Thought", in dem Fodor die Un­möglichkeit einer "iko­nischen Sprache" beweist, dem Begriff der men­ta­len Bilder aber eine be­grenzte Funk­tion innerhalb der Kognitions­wissen­schaft zu­spricht.

 

(25) Hyman, John: The Imitation of Na­ture. 1989, £ 45.--, 1989, Blackwell, Oxford. Ver­sucht über eine Rekonstruktion der Wahrneh-mungstheorie Des­cartes' Klarheit in die Bild­diskus­sion zu be­kommen.

 

(26) Jonas, Hans: Homo Pic­tor und die Dif­fe-rentia des Menschen, Zeit­schrift für philo­so­phi­sche Forschung XV (2), 1961, 161-176. Behan-delt den Begriff des Bildes aus der Sicht der philosophischen Anthropo­logie.

 

(27) Rehkämper, Klaus: Sind mentale Bilder bild­haft? - Eine Frage zwi­schen Philo­so­phie und Wissenschaft (Diss.), Hamburg 1991 (nicht im Buchhandel). Un­ter­nimmt eine Ver­teidigung der Pikto­riali­sten über eine Präzisie­rung der Begriffs der analo­gen Repräsentati­on.

 

(28) Rollins, Mark: Mental Imagery. On the Limits of Cognitive Psycho­logy. 1989, Cloth, £ 21.--, pbck. £ 9.50, Yale University Press, New Ha­ven & Lon­don. Un­ter­nimmt anhand der pikto­ria­li­sti­schen Position eine Kritik des Com­puter­modells des Gei­stes.

 

(29) Schirra, Jörg R.J.: Bildbeschreibung als Verbindung von visuel­lem und sprachli­chem Raum. Eine interdisziplinäre Untersuchung von Bildvorstel­lungen in einem Hörer­mo­dell. XX, 446 S., kt., DM 56.--, 1994, infix, Sankt Augu­stin. Behandelt die Diskussion um menta­le Bilder im Schnittpunkt von Philo­sophie und Infor­matik.

 

(30) Scholz, Oliver R.: Bild, Darstel­lung, Zei­chen. Phi­lo­sophische Theo­rien bildhafter Dar­stel­lung. 200 S., kt., DM 34.--, Kolleg Philoso­phie, 1991, Alber, Freiburg/­München 1991. Eine an Good­man orien­tierte zeichentheo­reti­sche Analyse des Bildbe­griffs, die eine durch Witt­gen­stein und Ryle inspi­rierte Kritik der Re­-

 

prä­sentationstheorie des Geistes insge­samt ein­schließt.

 

(30a) Schumacher, Ralph: Philosophische Theo­rien mentaler Repräsentation, in: Deut­sche Zeitschrift für Phi­losophie, Heft 5, 1997. Gibt einen guten Überblick zu den ge­genwärtig aktuellen Theorien men­taler Repräsentation.

 

(31) Steinbrenner, Jakob & Ulrich Winko (Hg.): Bilder in der Philosophie und in anderen Kün­sten und Wis­senschaften. 200 S., ca. DM 58.--, 1997, Schöningh, Paderborn. Ent­hält neue­re Arbeiten zur Bildproblematik vor allem aus phi­losophi­scher, insbesondere ästhe­ti­scher Sicht.

 

(32) Tye, Michael: The Ima­gery Debate. £ 20.95, 1991, MIT-Press, Cam­b­ridge (MA). Ein aktuel­ler Versuch, die klas­sische Position der Piktoria­listen wei­terzu­ent­wickeln und in den Zusammenhang mit anderen philo­sophi­schen Pro­blemen, z.B. mit dem Qua­lia-Pro­blem, zu stellen.

 

(33) Warnock, Mary: Imagina­tion. 1976, Lon­don (im Buchhandel vergriffen). Gibt eine gute Dar­stellung der phi­lo­so­phi­schen Bilddiskussion von Hume bis Witt­genstein.

 

(34) White, Alan R.: The Language of Imagina­tion. 1990, Blackwell, Oxford: Blackwell. Hilf­reich für die Geschichte der phi­losophischen Bilddis­kussion; entwi­kelt eine sprach­analy­ti­sche Kritik des Begriffs des men­talen Bildes.

 

(35) Wiesing, Lambert: Phä­nomenologie des Bildes nach Husserl und Sar­tre, in: Phä­nome­nolo­gische Forschungen, Bd. 30, 1995, 255-281. Erörtert die phänomenologische Theorie mentaler Bilder.

 

UNSER AUTOR:

 

Klaus Sachs-Hombach ist promovierter Philo­soph und zur Zeit Assistent am Institut für Philosophie an der Universität Mag­deburg.

 

 

 




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