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Aristoteles: Topik

ARISTOTELES: Topik

Bislang war die „Topik“ des Aristoteles in deutscher Übersetzung einzig in der 1997 erschienenen Ausgabe von H. Zekl in der Philosophischen Bibliothek (2 Bände, kt., 80 S. und XVII, 227 S., € 12.80) des Meiner Verlages erhältlich. Nun haben Tim Wagner und Christof Rapp innerhalb Reclams Universalbibliothek eine neue Übersetzung vorgelegt:

Aristoteles, Topik. Übersetzt und kommentiert von Tim Wagner und Christof Rapp. 368 S., kt., 2004, € 9.—, Reclams Universalbibliothek Band 18337, Reclam, Stuttgart.

Die Schrift entfaltet die aristotelische Theorie der dialektischen Argumentation. „Dialektisch“ sind dabei Schlüsse und Argumente, wenn sie nicht von gesicherten Prämissen ausgehen, sondern von Sätzen, die nur anerkannte Meinungen sind. Dabei setzt Aristoteles, wie die Herausgeber in der Einleitung ausführen, voraus, dass die dialektische Argumentation als eine kontroverse Disputation vonstatten geht, bei der die Kontrahenten entgegengesetzte Auffassungen vertreten. Einer der Kontrahenten übernimmt die Rolle des Angreifers, der die Auffassung zu widerlegen sucht, die der andere vorgebracht hat. Diesem wiederum fällt die Rolle eines Verteidigers zu, dessen Ziel es ist, seine Auffassung widerspruchsfrei zu vertreten.

Die Topik lehrt, welche formalen Kriterien zum Beispiel eine Definition erfüllen muss und wie man jemanden widerlegen kann, der eine formal unzureichende Definition aufstellt. Bei spezifischen Aussagen untersucht sie, ob es allgemeinere Sätze gibt, die der aufgestellten Behauptung widersprechen, und bei allgemeineren Behauptungen untersucht sie umgekehrt, ob das allgemein Behauptete auch auf alle spezifischen Fälle zutrifft.

Während es in der Ersten Analytik um eine Theorie des logisch gültigen Schlusses geht, ist die Topik in erster Linie die Anwendung solcher Schlüsse. Sie enthält mehrere hundert Anleitungen zur Konstruktion dialektischer Schlüsse (wobei eine einzelne Anleitung „tópos“, wörtlich „Ort, Platz“ heißt).

Die Schrift umfasst insgesamt acht Einzelbücher. Buch I führt in die dialektische Argumentation ein, die Bücher II-VIII sind der Auflistung von Topen gewidmet und Buch VIII widmet sich der Anordnung der Argumente und behandelt die strategischen Fragen aus Sicht des Angreifers und des Verteidigers.

Die Übersetzung versucht den griechischen Text möglichst originalgetreu wiederzugeben, „auch wenn dies gelegentlich mit gewissen Härten im Deutschen verbunden ist“ (die Herausgeber). Ergänzt wird die Übersetzung mit einer knapp gehaltenen Kommentierung, wobei das Hauptgewicht auf die Kommentierung auf die am meisten rezipierten Bücher I, II und VIII gelegt wird.


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