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Conceptus



 

Conceptus

Nr. 91/2008

 

„Nur als Ausdruck eines beständigen, opferbereiten Idealismus“, könne diese österreichische, der analytischen Philosophie zugehörige kleine Zeitschrift angemessen verstanden werden, schrieb seinerzeit Reinhard Kleinknecht über Conceptus. Und da die analytischen Philosophen dem Naturalismus, kaum aber dem Idealismus nahestehen, ist es erstaunlich, dass Conceptus, ursprünglich   eine Studentenzeitschrift, den 37. Jahrgang erreicht hat. Jetzt haben, nicht zum ersten Mal, die Herausgeber gewechselt, neu hinzugekommen sind Gabriele Mras und Michael Stöltzner. Auch ein Verlagswechsel ist anzuzeigen, Conceptus ist neu beim Ontos-Verlag, wo die Zeitschrift gut hinpasst.

 

G.E. Moore hat darauf aufmerksam gemacht, dass einen Satz wie „Es regnet, aber ich glaube es nicht“, zu äußern absurd ist, obwohl das mit dem Satz Ausgesagte logisch möglich ist. Wittgenstein soll seinerzeit gesagt haben, dass ihn diese Entdeckung, bekannt als „Moores Paradox“, als einzige in Moores Arbeiten wirklich beeindruckt hat. Christoph C. Pfisterer legt dar, dass Moore mit seinem Paradox auf einen wesentlichen Zug des Behauptens aufmerksam gemacht hat und dass dies für das Verständnis dessen, was es heißt, ein Urteil zu fällen, fruchtbar gemacht werden kann. Für Pfisterer sind Sätze der genannten Form nicht nur qua Behauptung defekt, sondern sie drücken einen propositionalen Gehalt aus, der in einem gewissen Sinn nicht Gegenstand einer Überzeugung sein kann. Hans Lenk führt aus, dass P.M.S. Hacker und M.R. Bennet zu Recht die tiefengrammatikalische unzulässige Verwendung von Verben bei Hirnforschern kritisiert haben: Nicht das Gehirn „entscheidet“, „weiß“, „konstruiert“ oder „argumentiert“, wie diese unterstellen, sondern Personen. Es handelt sich dabei um eine Art von Kategorienfehlern. Etwas anderes ist es aber, wenn solche Verben bewusst in analogischer oder metaphorischer Form verwendet werden – die ganze Wissenschaftssprache ist von solchen Gebrauchsweisen durchdringen.

Weitere Artikel: Herbert Hrachovec: Ganze Sätze. Davidson über Prädikation. Richard Raatzsch: A Note on Knowing and Having Thought to Know. Sebastian Paasch: Morschers Anselm: Eine Rekonstruktion in Behandlung





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