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Kongresse

11.08.2017 Druckversion  |  Schrift: vergrößern verkleinern 

Calls for paper

 

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Termin: 15. August

 

41. Kölner Mediaevistentagung
10.–14. September 2018 DieBibliothek
Denkräume und
Wissensordnungen


Im digitalen Zeitalter scheint uns langsam, aber unaufhaltsam die Erfahrung
dessen zu entgleiten, was einmal eine Bibliothek war: ein Zugang zu einer beträchtlichen,
aber begrenzten Menge an Büchern, die nur an einem bestimmten
Ort, zu einer bestimmten Zeit und unter bestimmten Bedingungen verfügbar
waren; eine gewissen Kriterien unterliegende Sammlung, die einer sinnvollen und
feststehenden Ordnung bedarf, damit dort überhaupt etwas gefunden werden
kann. Alle diese Einschränkungen des unmittelbaren Zugriffs auf jedes beliebige
Buch werden angesichts globaler Suchmaschinen und weit ausgreifender Suchalgorithmen
mehr und mehr aufgehoben. Wie sehr sich dadurch unsere Lese- und
Arbeitsbedingungen praktisch verändern, erfahren wir jeden Tag. Welche Folgen
sich daraus für unsere Konzeptionen des Wissens und Forschens ergeben, ist
jedoch allenfalls erst in vagen Umrissen erkennbar.
Wenn wir also die Bibliothek zum Thema einer Mediaevistentagung machen,
dann geschieht dies in der Absicht, durch die Untersuchung der Frage, wie sich
Bibliotheken in ihren verschiedenen Gestalten und Erscheinungsformen in die
intellektuellen Prozesse und ihre sozialen und materiellen Bedingungen einfügten
und in diese hineinwirkten, auch etwas Grundsätzliches über das Verhältnis von
Bibliothek und Wissen zu erfahren, das unsere Reflexion über die aktuellen Umbrüche
sowie allgemeiner über die Bedingungen und Mechanismen der Erkenntnis
zu schärfen vermag. Wir betrachten hierzu – gemäß dem Rahmen unserer
Tagung – ein Jahrtausend, in dem Bibliotheken eine bedeutende Rolle für die Weitergabe
des Wissens über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg zukam. Bibliotheken
waren Orte, an denen gedacht und geschrieben, übersetzt und kopiert wurde.
DieBibliothek
Denkräume und
Wissensordnungen
41. Kölner Mediaevistentagung
10.–14. September 2018
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Denn eine Bibliothek ist nicht bloß eine Ansammlung von Büchern, die auf ihre Nutzer warten. Bibliotheken sind Räume des Denkens und Institutionen geordneten Wissens. Sie spiegeln die Fragen ihrer Zeit und bewahren sie auch für künftige Zeiten. Sie sind demnach privilegierte Orte der Teilhabe an jenem Wissen, zu dem wir mit unseren Büchern selbst etwas beitragen. Schon früh wurden die medialen Träger des Wissens an Orten gesammelt, an denen sie aufbewahrt, studiert und vervielfältigt werden konnten. Dies waren Archive aller Art und vor allem Bibliotheken. Diese gewährten und gewähren je nach Größe und Konzeption Zugang zu einer bestimmten und zugleich begrenzten Menge an medialen Trägern von Wissen: seien es Schriftrollen, Urkunden, Handschriften oder Bücher, Mikrofilme oder Datenbanken.
Im Begriff der Bibliothek zeigt sich die Interdependenz von ideeller und materieller Kultur, die Verflechtung von Wissensgeschichte und institutionellen Kontextbedingungen. Am Anfang aller großen Rezeptionsbewegungen stehen Bücher oder Textkorpora. In diesem Zusammenhang bilden Bibliotheken jene Denkräume, welche die gedanklichen Entwürfe zum einen widerspiegeln, zum anderen erst eröffnen. So manche Wissensordnung entspringt bibliothekarischer Praxis, die ihrerseits wiederum – implizit oder explizit – Ausdruck einer theoretisch fundierten Wissensordnung sein kann, die sich uns erst über dieses Praxiswissen erschließt.
Es ergeben sich somit viele Ausgangspunkte für eine interdisziplinäre Herangehensweise an unser Tagungsthema. Einige Fragen seien im Folgenden angesprochen, ohne dass ein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben wird.
(i) Zunächst stellt sich die Frage nach dem Entstehen und Vergehen von Bibliotheken: Wo gibt es sie? Wer besitzt sie? Wer legt sie an? Wie wird gesammelt? Woher stammen die Bücher? Was sind ihre Preise? Wie entwickelt sich der Bestand über die Zeit? Wie erfolgt die Aufbewahrung, die Aufstellung, die Benutzung? Wer sind die Nutzer? Welchen Regeln unterliegt die Benutzung? Wer überwacht sie und wie? Was tun die Nutzer unter welchen Umständen mit den Büchern, z.B. lesen, kopieren, glossieren, beschädigen, stehlen...? Wann und wie werden Kataloge angelegt? Nach welchen Systemen? Gibt es Punkte, an denen ein bewusster Umbau einer Bibliothek erfolgt? Aus welchen Gründen? Was sind die Gründe für den Verlust von Bibliotheken?
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(ii) In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, wie Bibliotheken von Zeitgenossen wahrgenommen und beschrieben werden. Mit welchen Absichten werden sie aufgesucht? Wer ist hierzu befugt? Wem ist der Zugang verwehrt

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Termin: 31. August

 

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Call for Papers


Glauben und Wissen in der Klassischen deutschen
Philosophie: Positionen, Kontroversen, Perspektiven
Workshop für Doktorand*innen


Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Philosophisches Seminar
Arbeitsbereich „Klassische Deutsche Philosophie und ihre Rezeption“
10./11. November 2017
Veranstalter: Georg Spoo, M.A. & Sören Wulf, M.A.
Glauben und Wissen sind zentrale Themen der Klassischen deutschen Philosophie bzw. des
sogenannten ‚Deutschen Idealismus‘. Die Philosophen dieser geistesgeschichtlichen
Epoche beschäftigen sich in besonderem Maße mit Fragen der Begründung, der Struktur
und der Grenzen des Wissens. Mit ihrem Anspruch, Wissen als System zu denken, wird auch
eine Neubestimmung des Verhältnisses von Glauben und Wissen virulent.
Vor diesem Hintergrund ist der Workshop den Themen ‚Glauben‘ und ‚Wissen‘ in
systematischer wie historischer Perspektive gewidmet. Der Workshop ist aber auch für
Beiträge offen, die nur eines dieser beiden Themen oder eine mit diesen Themen in einem
weiteren Sinne zusammenhängende Frage behandeln. Er bietet den Teilnehmer*innen die
Gelegenheit, eigene wissenschaftliche Arbeiten (z.B. Dissertationsvorhaben oder
Aufsatzprojekte) in der Gruppe vorzustellen und zu diskutieren.
Ihrem Format nach ist die Veranstaltung als Workshop im Sinne einer offenen
wissenschaftlichen ‚Werkstatt‘ konzipiert. D.h. sie will einen konstruktiven und offenen
Austausch insbesondere über noch ungeklärte Fragen oder inhaltliche wie methodische
Schwierigkeiten fördern, mit denen die Teilnehmenden in ihren Projekten konfrontiert sind.
Dabei dürfen und sollen gerade auch solche Aspekte zur Sprache kommen, die zum
aktuellen Stand noch als ‚problematisch‘ oder ‚ungeklärt‘ erscheinen. Dieses Vorgehen
verspricht eine möglichst sachnahe Diskussion, die das systematische Zentrum der
jeweiligen Fragen und Probleme besonders produktiv erschließen soll.
Bitte senden Sie bei Interesse Ihren (vorläufigen) Vortragstitel und ein etwa 500 Wörter
umfassendes Abstract bis spätestens zum 31. August 2017 an Georg Spoo
(georg.spoo@philosophie.uni-freiburg.de) und Sören Wulf (soeren.wulf@philosophie.unifreiburg.
de).
Die Veranstaltung ist mit dem Arbeitsbereich Klassische deutsche Philosophie und ihre
Rezeption am Philosophischen Seminar Freiburg verbunden und wird von der
Graduiertenschule Humanities der Universität Freiburg gefördert. Auswärtige
Teilnehmer*innen können in Zahl und Umfang begrenzt mit Reisekostenzuschüssen
unterstützt werden.

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 Termin: 1. September

 

Sublimation – Mind, Matter, Concept in Art after Modernism
Text: Interdisziplinäre und internationale Tagung an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Termin: 1. September

The Generalized Theory of Evolution

January 31 - February 3, 2018

DCLPS, University of Duesseldorf, Germany

For some decades now experts in several fields of the science of human nature, society and culture are using evolutionary models to explain their domain-specific phenomena. This led to the prominent idea, that the historical development of human culture in all or many of its facets should best be described as a Darwinian process that is not based on genes but still driven by the principles of variation, selection and reproduction. At the beginning of the 21st century, a generalized theory of evolution seems to appear as an interdisciplinary theoretical structure finding its place between likewise interdisciplinary frameworks such as system theory or action theory. Subdisciplines like evolutionary psychology, evolutionary game theory, evolutionary epistemology and the theory of a cultural evolution in general seem to provide a set of models and explanatory tools that ultimately can be seen as varieties of one and the same basic theoretical structure: a generalized theory of evolution.

The generalization of the theory of evolution had not only emphatic supporters, but was also exposed to severe critique. In any case, various interesting questions can be raised within the framework. Is a Darwinian theory of cultural evolution a proper candidate to synthesize the social sciences? What is the surplus value of evolutionary explanations? More specifically, e.g., can language, meaning and content be explained in terms of evolutionary signaling games of coordination? Which facets of biological evolutionary systems can be applied for cultural evolutionary systems and where do they differ in relevant aspects? For example, are there any, and if, what is the methodological and ontological status of replicators in the cultural realm?

The conference aims to gather answers to some of these frequently raised questions and explores recent attempts to move beyond mere qualitative theorizing in the domain of generalized evolutionary systems. By bringing together researchers with a common interest but with different backgrounds and toolboxes, we hope to inspire interdisciplinary discussions and new collaborations.

 

Keynote Speakers:

* Daniel Dennett  (Tufts University)

* Eva Jablonka (Tel Aviv University)

* Alex Mesoudi (University of Exeter)

* Thomas Reydon (University of Hannover)

* Gerhard Schurz (University of Duesseldorf)

* Brian Skyrms (University of California, Irvine)

 

Call for papers:

We invite contributions devoted to all fields of The Generalized Theory of Evolution. Abstracts should be suitable for a 20min presentation (plus 10min discussion) and contain not more than 500 words, including some references to important work that will be addressed. They have to be in English and prepared for blind review. The title of the paper as well as the name, affiliation and e-mail address of the author must be included in a separate document. It should be clear from your abstract which authors your paper will address. Files have to be submitted via e-mail to: <christian.feldbacher-escamilla@hhu.de>. The submission deadline is September 1, 2017. Authors will be notified by September 30, 2017.

 

Organization:

DCLPS, University of Duesseldorf: Karim Baraghith, Christian J. Feldbacher-Escamilla, Corina Stroessner, Gerhard Schurz

Please do not hesitate to contact us for any further information:< christian.feldbacher-escamilla@hhu.de>

 

Important dates and links:

Submission deadline: September 1, 2017

Notification deadline: September 30, 2017

E-Mail: <christian.feldbacher-escamilla@hhu.de>

Website: <http://dclps.phil.hhu.de/genevo/>

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Termin: 15. September

International Research Conference Robophilosophy 2018 / TRANSOR 2018:
Vienna, Austria, February 14-17, 2018

Envisioning Robots in Society—Politics, Power, and Public Space       

  • Sept 15, 2017: Deadline for submission of workshop proposals.
  • Oct. 31, 2017: Deadline for submission of abstracts for papers and posters

http://conferences.au.dk/robo-philosophy/

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Termin: 20. Oktober


Tagung der Deutschen Sektion der IVR 2018 27.–29. September 2018, Universität Freiburg i.Br.


Hans Kelsen’s Pure Theory of Law: Conceptions and Misconceptions

Call for Papers
Die Tagung der Deutschen Sektion der Internationalen Vereinigung für Rechtsphilosophie findet im Jahr 2018 an und in Kooperation mit der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg i.Br. statt. Im Rahmen dieses call for papers sollen bis zu 24 Beiträge zu sechs Panels ausgewählt werden.
Tagungsthema
Die Reine Rechtslehre Hans Kelsens prästiert einen spezifischen Zugang zu Recht und Normati-vität. Sie stellt eine eigene Grammatik und eine besondere Nomenklatur bereit, mit deren Hilfe man so manche rechtswissenschaftlichen Begriffe, Konzepte und Probleme als wesentlich und andere als eher fremd für die Hauptaufgaben der (rechts)wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Recht ausweisen kann. Grundlegender noch erhebt sie den Anspruch, eine Rechtswissen-schaftstheorie zu sein, d.h. eine Theorie darüber, was Rechtswissenschaft ist bzw. sein kann oder sein sollte. Dieser Ansatz zu Bedeutung und Aufgabe einer selbständigen Rechtswissenschaft bleibt oft implizit und wird in der einschlägigen Literatur eher selten adressiert.
Auch nach über einhundert Jahren weckt die Reine Rechtslehre die Aufmerksamkeit der Rechtswissenschaft – und das in ebenso heftigem Zuspruch wie Widerspruch. Dabei treten Miss-verständnisse und Ausblendungen zutage – bei Kelsens Lehren, bei den Versuchen, sich dessen Lehren anzueignen, und bei den Versuchen, diese zu widerlegen. Die internationale Community setzt sich nach wie vor mit bestimmten Schriften und Konzepten Hans Kelsens recht intensiv auseinander. Darüber geraten andere Wesenszüge und Argumentationslinien der Reinen Rechtslehre gar nicht erst ins Blickfeld. Und während Kelsens auch auf Englisch verfügbare Werke international vergleichsweise intensiv diskutiert werden, gilt Gleiches nicht für die Wer-ke anderer wegbereitender Mitglieder der „Wiener rechtstheoretischen Schule“. Just die Debatte um die Reine Rechtslehre in und zwischen den unterschiedlichen rechtswissenschaftlichen Kul-turen und Traditionen soll im Fokus der gegenständlichen Tagung stehen.
Die Tagung beabsichtigt daher, über eine bloße Exegese des Kelsenschen OEuvres hinauszu-gehen und den Versuch zu unternehmen, in einem offenen Diskurs die rechtskulturellen, sprach-lichen und disziplinären Disjunktionen kenntlich zu machen und möglichst zu überbrücken, um eine freimütige internationale und intradisziplinäre Debatte um Hans Kelsen und die Reine Rechtslehre zu eröffnen. Mit der Konferenz wird also nichts weniger gewagt, als der heutigen Relevanz der Thesen der Reinen Rechtslehre in einem international und intradisziplinär reflek-tierten Rahmen nachzugehen.
Mögliche Vortragsthemen
Die Organisatoren laden zur Einsendung von Vortragsvorschlägen ein. Im Fokus sollen Vorträge stehen, welche die Reine Rechtslehre auf rechtsdogmatische Themen und Probleme anwenden, um die Relevanz dieses Ansatzes für Rechtspraxis und Rechtswissenschaft zu reflektieren. Bei-spielhaft seien genannt:
– Zivilrecht: Rechtspersönlichkeit; Rechtssubjekte; subjektive Rechte und Privatautonomie; Unterschiede und Verknüpfungen zwischen materiellem und Prozessrecht
– Strafrecht: Rechtfertigungsgründe; Kausalität; Zurechnung
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– Öffentliches Recht und Völkerrecht: Verfassungskonforme Auslegung; Verfassung und Recht im Mehrebenensystem; kosmopolitischer Konstitutionalismus: internationale politische Theorie und Rechtstheorie; zivil- und öffentlich-rechtliche Analogien im Völkerrecht; Allge-meine Rechtsgrundsätze
Aber es sind auch weitere Vorschläge willkommen, die sich am Tagungsthema orientieren, z.B.:
– Die philosophischen Grundlagen der Reinen Rechtslehre: der modus operandi der Philoso-phen sowie der Juristen/Rechtswissenschaftler; die implizite Rechtswissenschaftstheorie der Reinen Rechtlehre und heutige Ansätze der Wissenschaftstheorie; der Antiessentialis-mus und die Dualismus-Kritik der Reinen Rechtslehre
– Der normativ(istisch)e Zugriff auf die Welt: zur Möglichkeit von Normen; der Normativitäts-begriff der Reinen Rechtlehre im Kontrast und in der Kritik; Normen als Handlungsgründe; Recht und praktische Vernunft; was ist „positives“ Recht?
– Die zwei Stufenbauten (Struktur und dynamische Operationen der Rechtsordnung): theoreti-sche Grundlagen und konkurrierende Ansätze der Struktur(ierung) des Rechts; Ermächti-gungsnormen; Einheit der Rechtsordnung; Systemtheorie als neue Reine Rechtslehre?; Re-kurs auf das „Sein“ für die Erzeugung positiver Normen?; Rechtslücken; Normkonflikte; Derogation; Rechtslogik; „fehlerhafte“ Entscheidungen/Urteile; Fehlerkalkül; Alternati-vermächtigung; defeasibility; Rechtskraft
– Die Auslegungslehre der Reinen Rechtslehre und moderne Ansätze: Korpuslinguistik; Sprach-philosophie; Hermeneutik im engeren wie im weiteren Sinne
– Richterrecht: Ansätze zur Rechtserzeugung durch (richterliche) Entscheidungen; Präzedenz-fall und Autorität; Rechtsfortbildung
– The sound of silence? Themen, die von der Reinen Rechtslehre nicht adressiert werden (kön-nen)
– Kelsens Schüler und die darauffolgenden Generationen der Kelsenforschung
Eingeladene Teilnehmer
– John Gardner, Oxford: Eröffnungsrede
– Robert Alexy, Kiel, und Stanley L. Paulson, St. Louis/MO, Kiel: Die philosophischen Grundlagen der Reinen Rechtslehre
– Christoph Kletzer, London, und Lena Foljanty, Frankfurt a.M.: Struktur der Rechtsordnung
– Alexander Somek, Wien, und D.A. Jeremy Telman, Toledo/IN: Trans(rechts)kulturelle Ver-schränkungen („Lost in Translation“)
Auswahlverfahren
Interessenten werden gebeten, ein die wesentlichen Argumente des Vortrages zusammenfas-sendes Thesenpapier (maximal 800 Wörter) einzureichen. Für die auf Deutsch oder Englisch zu haltenden Vorträge sind höchstens 15 Minuten vorgesehen; an die Vorträge eines Panels schließt sich eine 45-minütige Aussprache an. Bereits andernorts zur Veröffentlichung ange-nommene Aufsätze dürfen zur Grundlage eines Vorschlages gemacht werden, solange sie zum Zeitpunkt der Tagung noch nicht erschienen sein werden. Ein substanzieller Anteil der Reise- und Hotelkosten kann den Vortragenden erstattet werden.
Vorschläge, inklusive Kontaktdaten, Lebenslauf sowie Angabe der Vortragssprache, werden bis zum 20. Oktober 2017 an ivrtagung2018@jura.uni-freiburg.de erbeten. Fragen zu diesem call for papers können ebenfalls an diese Adresse gerichtet werden.

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Call for Papers


In Rahmen des Internationalen Forschungsprojekts anlässlich des 200. Jubiläums von

Die Welt als Wille und Vorstellung: Das neue Jahrhundert Schopenhauers


Zusammenfassung
Im Rahmen eines vom Kakenhi-Grant bei der Japan Society for Promotion of Science (JSPS) unterstützen Projekts ruft das Projektteam zur Einreichung von Vorträgen aus dem Problemkreis des jungen Schopenhauer für die internationale Tagung am 21. und 22. Februar 2018 an der Kwansei Gakuin Universität in Nishinomiya (unweit von Kyoto und Osaka) auf. Das Projektteam arbeitet mit der Japanischen Schopenhauer-Gesellschaft eng zusammen.
Weitere drei internationale Tagungen (mit Call for Papers) sollen im Februar 2019 und Februar 2020 in Japan, im Herbst 2019 in Deutschland veranstaltet werden. Wir beteiligen uns auch an der Schopenhauer-Sektion des Weltkongresses der Philosophie (WCP) 2018 in Beijing.
Junge Nachwuchswissenschaftler/-innen sind besonders zur Bewerbung aufgerufen. Wir erwarten einen Vortrag, der den Horizont der Forschung über die Philosophie Schopenhauers erweitern kann.
Bestimmungen zur Kandidatur
Teilnahmeberechtigt: keine Bewerbungsbeschränkungen
Deadline: 31. Oktober 2017
Sprache: Deutsch oder Englisch
Jury: Redaktionskommittee des Projektteams (double blind peer review)
Veröffentlichung: Der Vortrag wird veröffentlicht.
Hilfsgelder: Bis zu zwei von der Jury ausgezeichnete Bewerber werden mit Übernahme der Flug- und Hotelkosten eingeladen, ihren Vortrag auf der Tagung zu präsentieren.
Bestimmungen zum einzureichenden Vortrag
1. Das Thema muss im Zusammenhang mit dem Problemkreis des jungen Schopenhauer (Vor- und
Entstehungsgeschichte der Welt als Wille und Vorstellung) stehen.
2. Der ausgearbeitete Vortrag sollte inklusive Anmerkungen 10 Seiten umfassen.
3. Bitte senden Sie Ihren Text als E-Mail-Anhang im MS-Word DOC/DOCX-Format oder PDF-
Format (keine gescannte Datei) mit dem Betreff "Einreichung fuer den Call for Papers" an
<wwv200cfp@schopenhauer.org>. Das Sekretariat des Forschungsprojekts behält sich das
Recht vor, nötigenfalls die gedruckte Version oder Ihren Text auf einen elektronischen Datenträger (z.B.
USB Massenspeicher) mit Luftpost anzufordern.
4. Bitte senden Sie Ihren Vortrag bis spätestens zum 31. Oktober 2017 an das Sekretariat der
Schopenhauer-Gesellschaft Japan. Das Redaktionskomitee bewertet Ihren Text und entscheidet über eine
Einladung. Sie werden über das Resultat so bald wie möglich, aber spätestens Ende November 2017
informiert. Das eingereichte Material kann leider nicht zurückgeschickt werden. Wir bitten um
Verständnis.
5. Falls Ihr Vortrag für die Tagung vorgeschlagen wird, gehen die Urheberrechte zwecks einer Publikation
an das Projektteam des Kakenhi-Grants bei JSPS.
Sekretariat der Schopenhauer-Gesellschaft Japan
c/o Prof. Takao Ito, Soka Universität, 1-236,
Tangimachi, Hachioji-shi, Tokyo 192- 8577, Japan
Email: wwv200cfp@schopenhauer.org
HP: http://schopenhauer.org/wwv200/

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Termin: 31. Oktober


HANDELN = HERSTELLEN? UNTERWEGS ZU EINEM POSTPOIETISCHEN PARADIGMA


Gründungsworkshop für die AG Postpoietisches Paradigma
am 2./ 3. Feb. 2018 an der Universität Duisburg-Essen
Menschen handeln. – Das scheint evident, wenn auch in Philosophie und Soziologie zum einen der Begriff des Handelns oft infrage gestellt und zum anderen versucht wird, den Anwendungsbereich dieses Begriffs auf Natur und Artefakte zu erweitern. Jedoch setzen ihn alle modernen Institutionen, vor allem das Rechtssystem, mehr oder weniger stillschweigend voraus. Handeln bedeutet innerhalb der akteursorientierten soziologischen Theorien üblicherweise das zielgerichtete, intentionale Verhalten. Der Akteur bemüht sich, seine Ziele nach der – stets subjektiven – Abwägung der geeignetsten Mittel zu realisieren. In diesem Modell – in der philosophischen Tradition poiesis genannt – wird der Sinn des Handelns mit dem zu realisierenden Zweck identifiziert.
Es war Martin Heidegger, der bemerkte, dass dieses in der europäischen Denktradition überlieferte und als selbstverständlich angenommene Modell des Handelns als poiesis mit zwei anderen Annahmen zusammenhängt: Erstens dem Sein als Hergestellt-Sein und Vorhanden-Sein; zweitens der linearen Zeitvorstellung, der zufolge Vergangenheit nur die vergangene Gegenwart und die Zukunft nur die herannahende Gegenwart bedeutet. Die lineare Zeit als Kontinuum – also ohne Bruch – ist zugleich eine unentbehrliche Voraussetzung für die kausale Erkenntnis und die kausale Zurechnung. Max Webers Beharren auf der kausalen Erkenntnis und das Zweckhandeln als soziologische Grundkategorie sind die beiden Seiten derselben Medaille. Seitdem versuchte die soziologische Handlungstheorie mehrere Korrekturen an diesem poietischen Paradigma, die wesentliche Bestimmung blieb jedoch unangetastet. Sowohl der Homo oeconomicus als auch der Homo sociologicus lassen sich als Variante des herstellenden Verhaltens (poiesis) ansehen. Zwecke und Normen realisieren bzw. bekunden sich als Handlungssinn durch bzw. im Handeln. Was durch menschliches Verhalten (Handeln) geäußert und objektiviert wird, variiert von Theorie zu Theorie. Hierzu gehören nicht nur Zwecke, Ziele und Absichten, sondern auch Werte und Normen, nicht nur explizites Wissen im Bewusstsein, sondern auch das vom Körper getragene, implizite Wissen (Habitus). Das Grundschema des herstellenden Verhaltens aber – die Realisierung von etwas, was vor dem Tun irgendwo und irgendwie potenziell schon vorhanden ist, durch das menschliche Verhalten (Handeln), die Objektivierung des Subjektiven – bleibt unerschüttert, weil man die beiden anderen Annahmen über Sein und Zeit nie infrage gestellt hat.
Andererseits unterschlug schon Max Weber keineswegs den idealtypischen Charakter zweckrationalen Handelns. Dass ein Mensch hinsichtlich des Zweckes, Mittels oder Werts bewusst agiert, ist eher ein Grenzfall. Der subjektive Handlungssinn existiert nicht immer ex ante (vor der Ausführung eines Handelns im „Bewusstsein“ bzw. im Körper), sondern wird einer Tat ex post durch die rückblickende Konstruktion und (nicht selten) externe Beobachter zugewiesen. Insofern ist die poietische Kategorie des Handelns eine Kategorie der (Selbst-)Beobachtung mit der Funktion, die Komplexität der uns anschaulich gegebenen Wirklichkeit zu reduzieren und eindeutige, evidente und verständliche Sinnzusammenhänge zu generieren. Menschen handeln also nicht – zumindest nicht immer. Wahr ist, dass wir – seit Platon und Aristoteles, aber vor allem seit der Durchsetzung der Moderne – darauf getrimmt sind, bestimmte Vorgänge einschließlich der eigenen Körperbewegung als „Handeln“ zu betrachten und zu beschreiben. Dieser historische Vorgang geht zugleich einher mit der Implementierung des modernen Subjekts als institutionelle Fiktion – als Handlungs- und Rechtssubjekt mit Bewusstsein und Verantwortbarkeit, wobei, wer nicht zweckmäßig handeln, sein körperliches Verhalten nicht unter Kontrolle bringen und sich nicht i.S. der unterstellten Subjektfiktion selbst steuern kann, mit verschiedenen Etiketten (Natur, Frau, Kind, Orientaler, Proletarier usw.) aus der sozialen Welt exkludiert wird (Ariès, Foucault u.a.).
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Das sozialtheoretische Poiesis-Paradigma zeigt bis heute mehrere konzeptionelle Schwächen. Dazu gehören
(hier ohne Anspruch auf Vollständigkeit), (1) dass sich die menschlichen Tätigkeiten nicht in poiesis
erschöpfen, vor allem wenn es um Beziehungen zwischen Menschen geht. Außerdem ist der Sinn des
Handelns nicht ausschließlich auf Absichten bzw. Normen reduzierbar; ferner ist (2) nach diesem Modell die
Zukunft nichts anderes als eine Folge der Vergangenheit, womit „die Zukunft als authentische Zeitform“
geleugnet wird (Hannah Arendt, Leben des Geistes, Bd. 2, 1989, 18). In dieser Denktradition wird jedenfalls
das Mögliche durch das herstellende Verhalten hier und jetzt realisiert und in das Wirkliche umgesetzt. Mit
der Zukunftsoffenheit wird dann auch in der neueren Praxistheorie nur die Zweiwertigkeit bezeichnet, d. h.,
ob Praktiken gelungen oder misslungen sind, fortgesetzt werden oder nicht. Es fällt in diesem Paradigma sehr
schwer, etwas wirklich Neues, einen wirklichen Neuanfang zu denken (Problem der Emergenz); schließlich
(3) wird diese Denktradition der Einzigartigkeit eines Individuums und der Pluralität der Menschen nicht
gerecht. Jede Einzelhandlung bedeutet danach lediglich mal eine gute, mal eine schlechte Realisierung eines
Zwecks und von Normen bzw. Vorgaben und Habitusformen.
Ausgehend von dieser Problemlage wird die Gründung einer neuen Arbeitsgruppe in der Sektion
Kultursoziologie angestrebt, die sich der Rekonstruktion und Erforschung des postpoietischen Paradigmas als
Alternative zum poietischen Paradigma der Handlungstheorie widmet. Zu den Fragestellungen der
Arbeitsgruppe gehören beispielsweise – auf der sozialtheoretischen Ebene: Welche Alternativen zum Poiesis-
Modell lassen sich (etwa im Anschluss an Heidegger, Arendt, aktuelle Überlegungen zum Begriff der
Emergenz und des Ereignisses oder die Akteur-Netzwerk-Theorie Bruno Latours und anderer Agency-
Konzepte) entwickeln? Welche Verbindungen von Formen menschlicher Tätigkeiten (Arbeit, Herstellen,
Handeln…)

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Termin: 30. November

2. Wiener Forum interkulturellen Philosophierens
Umweltethik


23./24. Februar 2018
Relativ früh haben Umweltethiker (wie etwa Tiefenökologen) die gegenwärtige ökologische Krise auf die moderne europäische Metaphysik zurückgeführt und Anregungen für ihre Überwindung in nicht-westlichen, hauptsächlich fernöstlichen Naturphilosophien gesucht. Die ökologische Krise hat heute ein globales Ausmaß erreicht. Der Klimawandel, der Schutz bestimmter Tierarten, die Errichtung von Naturreservaten, der Schutz indigenen Wissens oder die Einschränkung der Kohlendioxidwirtschaft sind Anzeichen dafür, dass Umweltfragen längst nicht mehr nur innerhalb nationalstaatlicher Grenzen bewältigt werden können. Das Wiener Forum interkulturellen Philosophierens nimmt sich im Jahr 2018 vor, den Beitrag nicht-westlicher Denktraditionen zur interkulturellen Ethik zu untersuchen und die interkulturelle Philosophie durch ursprünglich in der Umweltethik angesiedelte Fragen zu bereichern.
Mögliche Themen und Problemstellungen betreffen:
- Die verwendete Begrifflichkeit (Natur, Umwelt etc.) in anderen Denktraditionen
- Umweltrelevante traditionelle Naturauslegungen, die die Subjekt-Objekt-Dichotomie auflösen und den Subjektbegriff erweitern
- Das Verständnis und die Bewertung nicht-westlicher Denktraditionen in der bisherigen Geschichte der Umweltethik
- Die Auseinandersetzung zwischen anthropozentrischen und nicht-anthropozentrischen (patho-, bio-, geozentrischen) Ansätzen in nicht-westlichen Denktraditionen
- Natur oder Mensch? Interessenkollisionen zwischen umweltethischen Ansätzen und wirtschaftsorientierten Theorien im globalen Süden
- Die Rolle des indigenen Wissens für den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen
- Ethische Aspekte der Biotechnologie, die Legitimität von Biopatenten für Saatgut, Pflanzen und Tiere
- Die Internationalisierung der Umweltbewegung und die sogennante globale Staatsbürgerschaft
- Philosophische Argumente für die biokulturelle Diversität, die Koinzidenz der hot spots der Biodiversität und jener der kulturellen Diversität
- Zugang zu Ressourcen, Klimawandel und globale Ungleichheit: Lösungsvorschläge aus dem globalen Süden
- Umweltfreundliche Werte und Praktiken in nicht-westlichen Kulturen etc.
Abstracts von max. 1.500 Zeichen sind bis 30. November 2017 einzureichen an: monika.kirloskar-steinbach@uni-konstanz.de und madalina.diaconu@univie.ac.at. Wir bitten InteressentInnen, kurze Angaben zur Person und zur institutionellen Zugehörigkeit beizufügen.

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Termin: 15. Dezember

Call for Papers


Vom 13.-16. September 2018 veranstalten der Lehrstuhl für Philosophie und Geschichte der Philosophie in der Theologischen Fakultät Fulda, der Lehrstuhl für Christliche Religionsphilosophie in der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg und die International Association for Anselm Studies (IAAS) eine Tagung in der Theologischen Fakultät Fulda zum Thema


„Philosophie der monotheistischen (Welt-) Religionen im frühen und hohen Mittelalter: Christliche, jüdische und islamische Denker im Gespräch.“


Auf dieser Tagung sollen Texte von christlichen Autoren aus der Zeit von Anselm von Canterbury bis Thomas von Aquin, die mit genuin philosophischen Argumenten elementare christliche Glaubensüberzeugungen gegen Einwände von Seiten jüdischer und islamischer Autoren verteidigen, in ihrem jeweiligen historischen Diskussionskontext vorgestellt, ausgelegt und auf ihre rationale Plausibilität hin beurteilt werden. Darüber hinaus sollen auch Überlegungen jüdischer und islamischer Autoren aus ungefähr diesem Zeitraum, die für die Wahrheit ihrer jeweiligen Religion und gegen christliche Überzeugungen mit natürlichen Verstandes- und Vernunfteinsichten argumentieren, vorgestellt und gemeinsam diskutiert werden.
Weil diese Fachtagung die Gelegenheit zu einem intensiven Austausch unter Fachleuten bieten möchte, ist neben den invited speakers ein Kreis von höchstens 10–12 Referenten/innen vorgesehen. Für zwei Nachwuchswissenschaftler/innen stehen für die Teilnahme an dieser Tagung Reisekosten-Stipendien in Höhe von jeweils maximal 200.- € bei freier Unterbringung in einem Gästezimmer des Priesterseminars Fulda (mit Dusche/WC; Frühstück) zur Verfügung. Den übrigen Referenten/innen stehen diese Gästezimmer bei Bedarf zu moderaten Preisen zur Verfügung. Die Teilnahme an den gemeinsamen Mahlzeiten zu Beginn und zum Abschluss der Tagung ist optional. Eine Tagungsgebühr wird darüber hinaus nicht erhoben.
Die Konferenzsprachen sind Deutsch, Englisch und Französisch. Für die drei öffentlichen Vorträge steht eine maximale Redezeit von 45 Minuten mit anschließender Diskussionszeit von maximal 30 Minuten, für die Sektionsvorträge
steht eine maximale Redezeit von 30 Minuten mit anschließender Diskussionszeit von ebenfalls maximal 30 Minuten zur Verfügung.
Die Beiträge zu dieser Tagung sollen nach einem Evaluationsverfahren in einem Tagungsband zusammengefasst werden, der in der Reihe Fuldaer Studien im Herder-Verlag publiziert werden soll.
Die Tagung beginnt am Donnerstag, dem 13. September 2018, mit einem gemeinsamen Abendessen der Tagungsteilnehmer, einem öffentlichen Abendvortrag im historischen Auditorium maximum der Theologischen Fakultät Fulda und einem anschließenden Empfang der Tagungsteilnehmer durch den Rektor der Theologischen Fakultät Fulda.
Die Tagung endet am Sonntag, dem 16. September, mit der Möglichkeit zum Besuch eines Gottesdienstes im Dom zu Fulda und zur anschließenden Teilnahme an einem geführten Besichtigungsprogramm auf den Spuren des karolingischen Fulda, das mit einem gemeinsamen Mittagessen der Exkursionsteilnehmer ausklingen soll.
Interessenten für eine Teilnahme mit einem eigenen Vortrag auf dieser Tagung werden gebeten, Ihren Vorschlag mit einem Abstract von maximal 1.000 Wörtern in elektronischer Form bis spätestens 15.12.2017 einzureichen bei
Prof. DDr. Markus Enders, Lehrstuhl für Christliche Religionsphilosophie in der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg im Breisgau, email: Markus.Enders@theol.uni-freiburg.de,
und bei
Prof. Dr. Bernd Goebel, Lehrstuhl für Philosophie und Geschichte der Philosophie in der Theologischen Fakultät Fulda, email: goebel@thf-fulda.de.

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Termin: 31. Dezember

Aussprechen des Unaussprechlichen.
Sprache und Kreativität bei Nicolaus Cusanus

Hildesheim, Deutschland
27.-30.09.2018
Nachdenken über Sprache mit Nicolaus Cusanus bewegt sich in einem Spannungsfeld: Einerseits
gilt ihm nicht nur das Absolute als in seinem Wesen unaussprechlich, so dass Sprache sich stets mit
den eigenen Grenzen konfrontiert sieht. Andererseits ist Sprache der Modus menschlicher
Artikulation und Kommunikation – trotz der damit verbundenen Schwierigkeiten müssen
Menschen sprechen, wenn sie sich mit anderen Menschen verständigen wollen. Der Umgang mit
dieser Problemlage ist Cusanus zufolge von Kreativität gekennzeichnet: Menschen setzen sie ein in
ihrem Bemühen, sich Unaussprechlichem sprachlich anzunähern. Sprache ist für Cusanus deshalb
Untersuchungsgegenstand, epistemologisches Instrument zur Annäherung an Gott, Welt und
Menschen, sinnlich erfahrbare Schnittstelle menschlicher Interaktion, kurz: facettenreicher
Kernbereich menschlicher Aktivität und Kreativität. Das hat Folgen für die forschende
Beschäftigung mit Cusanus. Sprachphilosophische Fragen im engeren und epistemologische Fragen
im weiteren Sinn, Fragen der Annäherung an Gott, Fragen nach Textkonstitution und -komposition,
Fragen nach der Rolle von Metaphern und Bildern; sie alle können ohne die Auseinandersetzung
mit dem cusanischen Verständnis von Sprache kaum zufriedenstellend beantwortet werden. Mit
„Sprache und Kreativität bei Cusanus“ bieten wir deshalb ein gemeinsames Dach für
Forschungszugriffe aus einer Vielzahl von Perspektiven und Disziplinen.
Anliegen der Reihe, zu der diese Konferenz gehört, ist es, jungen Forschenden am Beginn ihrer
akademischen Laufbahnen Raum zu geben für die Durchführung, Präsentation und Diskussion ihrer
Arbeit an Nicolaus Cusanus. Das soll in Form eines dynamischen, offenen Austauschs geschehen.
Wir nehmen es deshalb ernst, wenn wir vom „Beginn“ akademischer Laufbahnen sprechen: Um
jungen Forschenden Gestaltungsfreiheit zu geben, verzichten wir auf feierliche Vorträge und
professorale Meinungshoheit.
Gestaltungsfreiheit liegt uns nicht nur inhaltlich, sondern auch formal am Herzen. Deshalb
schreiben wir kein Beitragsformat vor. „Konventionelle“ Vorträge mit anschließender Diskussion,
Podiums- oder Gruppendiskussionen, gemeinsame Textlektüre und -arbeit oder etwas völlig
anderes – wir bieten die Möglichkeit, die Beitragsform selbst zu wählen. Unter Berücksichtigung
der eingegangenen Wünsche entwickeln wir ein Konferenzprogramm und stellen gegebenenfalls
im Vorfeld Kontakte zwischen Teilnehmenden her.
Bei Teilnahmeinteresse bitten wir deshalb um: Abstract (max. 500 Wörter), Formatwunsch und
knappe Angaben zur Person (Name, akademischer Status, Forschungsprojekt(e)/
Forschungsinteressen) an: cusanus.scholars@posteo.de. Einsendefrist ist der 31.12.2017.
Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch.
Wir bemühen uns um die Erstattung von Reise- und Unterbringungskosten, können derzeit aber
noch keine Garantien in dieser Hinsicht geben.
Wir freuen uns auf thematisch und formal breit gefächerte Beitragsvorschläge und stehen bei
Rückfragen gern zur Verfügung.
Johanna Hueck | Susann Kabisch | Christian Kny | vocalisingtheineffable.wordpress.com

 

 







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