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Kongresse

11.04.2017 Druckversion  |  Schrift: vergrößern verkleinern 

Calls for paper

 

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ohne Datum:

Die Phänomenologie und das Politische
Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für phänomenologische Forschung
FernUniversität in Hagen, 13.–16. September 2017
Call for Papers


Die Gegenwart politisiert sich. Die Krise Europas, die Konjunktur des Populismus, Flucht und Migration sowie die Rolle der internationalen Finanz- und Ordnungssysteme haben die politischen Verhältnisse wieder auf die Tagesordnung gesetzt. Klassische und postklassische phänomenologische Ansätze tragen vielfach zur Erschließung, Analyse und Problematisierung des Feldes des Politischen bei, auch wenn die Phänomenologie hier an ihre Grenzen getrieben wird.
Mit ihrer Fokussierung auf die Erfahrungsperspektive erlauben phänomenologische Ansätze einen
Zugriff auf politische Haltungen, Einstellungen und Affekte, die sie in ihrer Genese und Charakteristik zu durchdringen vermögen. Sie lenken das Augenmerk auf die Genese politischer Institutionen und Prozesse. Ihre Analysen des politischen Raumes zeigen auf, unter welchen Bedingungen Subjekte überhaupt erst als Akteure erscheinen und ihre Stimme erheben können. Ihre postfundamentalistische Herangehensweise erlaubt es, politische Kämpfe und Wandlungsprozesse begrifflich systematisch zu fassen. Und schließlich legt die Phänomenologie ethische und praktische Aporien und Paradoxien frei, die mit der Konstitution des politischen Raumes unvermeidlich einhergehen.


Die Tagung diskutiert das Problemfeld mit internationalen GastrednerInnen sowie in acht thematischen Sektionen, auf die sich alle interessierten WissenschafterInnen bewerben können:


Sektion I: Genealogie – Genese – Konstitution der politischen Welt
(Sektionsleitung: Karl Mertens, Würzburg)
Nach Hannah Arendt ist das Politische ein Weltbereich, in dem Menschen primär als Handelnde auftreten. Im Kontext konstitutionsphänomenologischer Überlegungen führt dieser Ansatz zur Frage nach der Möglichkeit der Bildung politischer Institutionen: Wie gelingt es von Individuen vollzogenen Handlungen eine die menschliche Praxis bestimmende Sphäre von überindividueller Bedeutung herzustellen? Lassen sich die Sphären des öffentlichen Lebens, überindividuelle Praktiken, institutionelle Ordnungen und Strukturen im Rekurs auf das bewusste Erleben, die Erste-Person-Perspektive oder gar die transzendentale Subjektivität zureichend erfassen? Ist darüber hinaus auch ein Verstehen des Politischen in drittpersonaler Perspektive möglich? Wo liegen gegebenenfalls die Grenzen einer Phänomenologie´des Politischen?


Sektion II: Leib – Körper – Biopolitik
(Sektionsleitung: Tobias Klass, Wuppertal)
Die Verflechtung des Leibes in das Feld des Politischen beginnt mit der Bestimmung einer politischenEinheit als „corps social“, setzt sich fort in der politischen Diskussion rund um bioethische Fragen wie Präimplantationsdiagnostik oder Stammzellenforschung und reicht bis zu Fragen des Gender-Mainstreaming und der leiblichen Dimension von Kategorien wie race, class oder gender. Die Sektionwill sich in erster Linie auf Fragen der „Biopolitik“ konzentrieren, verstanden als Problematisierung vonKörperordnungen, -techniken und -disziplinierungen, die den Raum des Politischen allererst konstituieren.


Sektion III: Gewalt – Schmerz – Leiden
(Sektionsleitung: Michael Staudigl, Wien)
Die Sektion fragt nach den Möglichkeiten der Phänomenologie, verschiedenste Phänomene der Gewalt  umfassend zu erforschen. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Weise, in der tradierte Auffassungen menschlicher Verletzlichkeit, Erfahrungen des Leidens und Symbolisierungen von Schmerz den sozialen Sinn und die gelebte Praxis von Gewalt bestimmen. Wie mit dem unaufhebbaren Faktum menschlicher Verletzlichkeit umgegangen wird, wie es gelebt und sinnhaft artikuliert wird und wie diese Sinnzuschreibungen in eins auf die Konstitution des Politischen wirken, soll dabei beispielhaft mit Bezug auf ausgewählte Phänomene der Gewalt beschrieben und kritisch diskutiert werden.


Sektion IV: Affekte – Gefühle – Leidenschaften
(Sektionsleitung: Iris Därmann & Kathrin Busch, Berlin)
Gefühle sind keine Privatangelegenheit. Als Bindungs- und Trennungskräfte bringen sie politische
Ordnungen in Aufruhr und Bewegung. Hass, Ekel und Angst werden als politische Intensivierungstechniken des gewaltsamen Ausschlusses Anderer genutzt. Trauer, Leid und Ohnmacht können sich als affektive Kräfte politischen Widerstands erweisen. Im Mittelpunkt steht das In- und Auseinander von Politischem und Politik aus gefühlsphänomenologischer Perspektive. An welchen Gefühlen richtet sich das Politische aus und mit welchen Gefühlen rechnet wiederum die Politik? Inwiefern sind Gefühle (wie die Liebe) und Gefühlspraktiken unverzichtbar für das politische Bindegewebe und können es zugleich exzessiv bedrohen? Ist die Affizierbarkeit durch Andere und Anderes bereits ein spezifischer Modus politischer Affektivität im Sinne einer vita passiva, die als konstitutiv für die vita activa gelten kann?


Sektion V: Macht – Herrschaft – Unterdrückung
(Sektionsleitung: Christina Schües, Lübeck)
Strukturelle Macht und die Ausübung von Herrschaft, das Erleiden von Unterdrückung und die Erfahrung des Ausgeschlossenseins aus dem gesellschaftlichen Bereich stellen Herausforderungen dar, die dazu aufrufen, Ansätze einer politischen Phänomenologie zu entwickeln. Die Partizipation in der Demokratie sowie der Widerstand in nicht-demokratischen Gesellschaften bedürfen epistemischer Ressourcen. Doch wie können aus phänomenologischer Perspektive die Ausgrenzung von Wissenspraktiken, das Fehlen von Sprache, das Nicht-Gehörtwerden, die Unterdrückung oder Machtstrukturen selbst beschrieben werden?


Sektion VI: Kultur – Nation – Ethnie
(Sektionsleitung: Georg Stenger, Wien)
Kultur, Nation und Ethnie dienen oftmals als „Kampfbegriffe“, anhand derer identifikatorische resp.
essentialistische Zuschreibungen vorgenommen werden. Dagegen soll im Ausgang von einer phänomenologischen Konstitutionsanalyse danach gefragt werden, wie es überhaupt zu diesen Begriffen und den mit ihnen verbundenen Verständnissen und Zuschreibungen kommt. Im Zuge dessen erscheintes möglich, „Normativität“ und „Genese“ nicht länger gegeneinander auszuspielen. Perspektivisch  legen sich daher folgende Fragestellungen nahe: Gibt es eine konstruktive Responsivität zwischen den drei Begriffen resp. Denkräumen, die von alters her für bestimmte Ordnungsmuster stehen? Grenzen sie sich gegenseitig stärker voneinander ab, wie es die historische Entwicklung in beinahe allen Kulturen nahezulegen scheint? Oder sind sie von Anfang an so ineinander verstrickt, dass „das Politische“ gänzlich aus dem Blickwinkel zu geraten droht?

Sektion VII: Offene – unmögliche – kommende Gemeinschaft
(Sektionsleitung: Matthias Flatscher, Wien)
In produktiver und zugleich kritischer Auseinandersetzung mit der klassischen Phänomenologie loten neuere Ansätze einen anderen Begriff von Gemeinschaft aus. Dieser wird als „uneingestehbare“ (Blanchot), „entwerkte“ (Nancy) oder auch „kommende“ (Agamben) Gemeinschaft bezeichnet, um jeder Form von Essentialismus einen Riegel vorzuschieben und ihr nicht-identitäres Verständnis zu akzentuieren. In der Sektion sollen die Diskurse, die den Versuch unternehmen, Gemeinschaft auf diese offene Weise zu „gründen“, zu Wort kommen, um zugleich Implikationen für eine Revision des Politischenzu diskutieren und konkrete Konsequenzen aufzuzeigen.


Sektion VIII: Kunst – Medien – Politik
(Sektionsleitung: Christian Grüny, Witten)
Das Politische ist das große Thema gegenwärtiger künstlerischer Produktion. Im Mittelpunkt der Sektionsoll die Frage nach den Formen des Politischen in den Künsten stehen, die eng mit der Rolle der Phänomenologie in der Kunsttheorie zusammenhängt. Die Phänomenologie ist dort am stärksten, wo wahrnehmungsbezogene Formen den Fokus künstlerischer Gestaltung bilden; je stärker konzeptuelle und aktivistische Züge hervortreten, desto weniger scheint sie gefragt. Wie schätzen Künstler- und Theoretikerinnen der verschiedenen Disziplinen die Möglichkeiten und die Produktivität eines phänomenologischen Zugangs ein?


Plenarvorträge: Linda Martín Alcoff (New York), Emmanuel Alloa (St. Gallen), Bettina Bergo (Montréal),
Debra Bergoffen (Washington), Robert Bernasconi (PennState), James Mensch (Prag), Andreas Oberprantacher
(Innsbruck), Jacob Rogozinski (Straßburg).


Bitte senden Sie Vorschläge in Form eines etwa 500 Wörter umfassenden Abstracts für einen Vortrag
von max. 30 Minuten bis zum 15.02.2017 an den Generalsekretär der DGPF, Dr. Steffen Herrmann:
steffen.herrmann@fernuni-hagen.de. Die Auswahl der Beiträge treffen die Sektionsleitungen. Geben
Sie daher bitte die Sektion an, auf die Sie sich mit ihrem Vorschlag bewerben.
Den Auftakt der Jahrestagung der DGPF macht der Workshop „Traditionslinien der Phänomenologie“
am 13. September 2017. In drei Sektionen (I. Klassische Phänomenologie (Brentano bis Heidegger), II.
Französische Phänomenologie, III. Grenzen der Phänomenologie) können ohne thematische Einschränkungen
phänomenologische Forschungsprojekte (insbes. Dissertationen) präsentiert und diskutiert
werden. Die Sektionen des Workshops werden u.a. von Mitgliedern des Beirats der DGPF geleitet.
Vorschläge für einen Vortrag können in gleicher Form und auf demselben Wege wie für die thematisch
fokussierte Tagung beim Generalsekretär eingereicht werden.
Organisation:
Prof. Thomas Bedorf (Präsident)
Dr. Steffen Herrmann (Generalsekretär)
Deutsche Gesellschaft für phänomenologische Forschung
www.phaenomenologische-forschung.de

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Call for Papers: The Experience of Suffering. Philosophical, Cultural and Social Dimensions

International Conference, Institute of Philosophy, University of Innsbruck Innsbruck

22th-23th June 2017

Organizers: Noelia Bueno-Gómez, Anne Siegetsleitner

The entire experience of suffering and the way in which we make sense of it is influenced by cultural and social patterns. Therefore, a phenomenon like suffering can only be understood from a holistic and an interdisciplinary approach. Suffering is at the same time a personal and a social experience. It affects people and their relationships at an existential, psychological, and physical level. Human suffering has always been treated through symbolical performances (rituals), narratives of meaning, religious explanations, and technical interventions in human cultures. A holistic approach to suffering should take into account all these dimensions, in order to put them together and design a general interpretation of what causes suffering, of how it affects human beings (and also non-human animals) and of how they face it.

Submission guidelines

This call for papers particularly addresses young researchers but is not limited in that regard. Abstracts should be around 500 words and include the author´s institutional affiliation if any. Please send abstracts to noelia.bueno-gomez@uibk.ac.at no later than 1st April 2017. Final decisions will be communicated by mid of April 2017.

The conference language is English.

Deadline. 20. Apil

Perspectives on Scientific Error

TiLPS, Tilburg University, 26-27 June 2017

Call for Papers

This workshop brings together an interdisciplinary group of researchers interested in issues of scientific error. Participants share their views on how scientific errors can be detected and corrected, how they influence scientific communities, and the perception of science as a whole.

The topics of the workshop include, but are not limited to:

  • replicability of research findings
  • statistical and social reforms to address error (e.g., Bayesian vs frequentist statistics, publication practices, incentive structures)
  • evidence aggregation, meta-analysis, and evidence hierarchies
  • error propagation and error correction
  • values in science, and their impact on scientific error
  • trust in science, science denial, etc.

Submission guidelines

Please submit an extended abstract (max 1000 words) and a short abstract (max 100 words) suitable for blind review until 20 April 2017 via the EasyChair review system (link below). The following categories are welcome:

  • Presentations
  • Posters

Participants can indicate in EasyChair whether they want their presentation submission, if not accepted, to be considered for the poster session

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CALL FOR APPLICATIONS
 
UNIVERSITÀ CA’ FOSCARI VENEZIA/
CA’ FOSCARI UNIVERSITY VENICE
 
DIPARTIMENTO DI FILOSOFIA E BENI CULTURALI/
DEPARTMENT OF PHILOSOPHY AND CULTURAL HERITAGE
 
FIFTH SUMMER SCHOOL OF PHENOMENOLOGY AND PHENOMENOLOGICAL PHILOSOPHY: PHENOMENOLOGY AND ART
 
VENICE, JULY 11-14, 2017
 
DEADLINE FOR APPLICATIONS: April 30th

 

The Department of Philosophy and Cultural Heritage of Ca’ Foscari University Venice (Italy) is pleased to host the fifth edition of the SSPPP (Summer School of Phenomenology and Phenomenological Philosophy), which will take place on 11-14.7.2017. 

 Language: English

 Seminars will be led by:

 Daniele de Santis (Seattle University)

Nicolas de Warren (Husserl Archives at KU Leuven)
Roberta Dreon (Ca’ Foscari University Venice)
Matteo Giannasi (Ca’ Foscari University Venice)
Burt Hopkins (Permanent Secretary of the Husserl Circle)
Qwok Jing (Chinese University of Hong Kong)
Niall Keane (University of Limerick)
Claudio Majolino (University of Lille)
Regina-Nino Mion (Istanbul Technical University)
Panos Theodorou (University of Crete)
Emiliano Trizio (University of the West of England)
Votini Vassiliou (Athens Advanced School of Fine Arts)
 
 Description:
 
Phenomenology and Art
 
The fifth (and special) edition of the Summer School for Phenomenology and Phenomenological Philosophy will explore the complex network of relations existing between the phenomenological tradition and a large set of issues concerning the nature of art, art creation and fruition, art interpretation and evaluation, and the nature of aesthetic values in general. This exploration will be conducted both by commenting on the writings of the main figures of that tradition (from Husserl, Heidegger, and Merleau-Ponty, onward), and by analyzing specific works of art in light of phenomenological categories. The occasion for this encounter between phenomenology and art will be provided by the La Biennale di Venezia’s 57th International Art Exhibition. VIVA ARTE VIVA, curated by Christine Macel, and by “Biennale Sessions”, La Biennale’s special affiliation program for Institutes of Higher Learning. Seminars and debates will cover three days, while an entire day will be devoted to a visit to the Art Biennale, followed by a round table in a seminar space located within the premises of the exhibition.
Nine two-hours seminars and a round table following a visit to La Biennale will address different aspects of this broad theme. No previous background in phenomenology is required.

 

Applicants should send a CV and a sample of writing (optional) to

 

 

The number of participants being limited, a selection will take place.

 Deadline for submissions: April 30, 2017

 Notification of acceptance: May 1, 2017

 The event is organized and sponsored by the Department of Philosophy and Cultural Heritage of Ca’ Foscari University Venice.

 

PARTICIPATION FEE: 120.00€ (70.00€ for Ca' Foscari students and previous participants). The fee includes 20.00€ for the visit to the Art Biennale and the related activities
 
For the ABSTRACTS OF THE SEMINARS and for further information and updates on SSPPP, check our Website:
 

 

Titles and abstracts of the seminars, details about the exact location within the city of Venice, as well as information about travel and accommodation will be made available soon. The participation fee does not cover any expenses for travel, food, and lodging, although participants shall enjoy existing agreements between Ca’ Foscari and other institutions in Venice.

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Termin: 30. April

Call for Abstracts


Marx Kongress 2017 -
Theorie und Praxis im 21. Jahrhundert
Tagung an der Universität Trier vom 11. bis 14. Oktober 2017
2017, und es ist Marx-Jahr. Die Stadt Trier nimmt dies zum Anlass, um nach dem großen
Nero-Jahr 2016 der nächsten Persönlichkeit ihre Aufmerksamkeit in Form von
Sonderausstellungen, Festakten und anderen Veranstaltungen zuzuwenden: Karl Marx, dem
wohl bekanntesten Sohn der Stadt. Im Fokus der Trierschen Erinnerungspolitik steht dabei
die notwendige Aufarbeitung der unter dem Banner des Marxismus begangenen
Menschheitsverbrechen des 20. Jahrhunderts, während die Auseinandersetzung mit dem
marxschen Werk entweder nicht stattfindet oder vollkommen analyse- und begriffslos bleibt.
Einen politischen, geschweige denn ernstzunehmenden Gegner sehen sie in Marx
offensichtlich nicht. So ist anlässlich des 150-jährigen Erscheinens des „Kapital“ im
September 2017 sowie des 200. Geburtstages von Karl Marx im Mai 2018 die
kulturindustrielle Verwertungsmaschinerie durch die Stadt Trier längst in Bewegung gesetzt
und von der Handelskammer bis zur Universität findet sie breite Zustimmung.
Diese verkehrte Situation möchten wir vom Rosa Salon Trier wiederum zum Anlass nehmen
und fragen: Ist das alles, was von Marx, seinen Motiven, Theorien und Kritiken bleibt? Der
Gesellschaft irgendeinen kulturellen Grund zum Feiern zu liefern? Den AkademikerInnen ein
spannendes ideengeschichtliches Feld zu bieten, welches in (unvergüteten) Seminaren
diskutiert werden kann? Politischen Gruppierungen einen identitären Bezugsrahmen zu
geben? Bejaht man diese Fragen, so scheint die Kritik verschwunden, welche Marx von den
Frühsozialisten und Linkshegelianern übernahm und radikalisierte, und welche in vielfältiger
Weise dem Denken des 20. Jahrhunderts ihren Stempel aufdrückte. Aber woran liegt das? Ist
es die Folge gesellschaftlicher Entwicklung? Hat sich unser Verständnis der Welt dermaßen
gewandelt, dass Marx' Kritik obsolet geworden ist?
Mit dem bevorstehenden Kongress soll die konkrete Frage behandelt werden, wie im Jahr
2017 sinnvoll an das marxsche Denken und seine radikale Kritik gesellschaftlicher
Verhältnisse angeschlossen werden kann und welcher Kritik und Weiterentwicklungen diese
bedürfen.
Wir bitten daher um die Einsendung von Beiträgen, welche sich thematisch in folgenden
Bereichen bewegen, aber auch jenseits davon formuliert werden können:
Marxsche Grundlagen und die Kritik der gesellschaftlichen Verhältnisse:
Inwiefern war das Denken von Marx grundlegend den Verhältnissen seiner Zeit verhaftet?
Wie hat Marx Konzepte und Begrifflichkeiten wie Fetischismus, Verdinglichung oder
Entfremdung geprägt? Was sind die zentralen Argumente der Kritik der politischen
Ökonomie? Inwieweit sind Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität marxsche Kategorien?
Welches Wahrheits-, Wissenschafts- und Theorieverständnis legte Marx zugrunde und in
welcher Weise kann adäquat daran angeschlossen werden?
Zugriffe, Kritik und Weiterentwicklung der marxschen Kritik:
Was ist Kritik? Haben sich Ansätze und Disziplinen wie Psychoanalyse oder Linguistik als
fruchtbar für die kritische Theorie der Gesellschaft erwiesen? In welchem Verhältnis stehen
die Analyse von Antisemitismus und Rassismus zur marxschen Theorie? Wie schließen soziale
Kämpfe wie die des Feminismus oder des Postkolonialismus an Marx an? Welcher Begriff von
Ideologie ist dem Bestehenden angemessen und worauf muss die Kritik dieser Ideologie
fußen? Kann man (noch) von einer gesellschaftlichen Totalität sprechen? Wie stehen an Marx
anschließende Theorie und Philosophie zueinander? Haben wir es mit einer einschneidenden
Transformation des Kapital-Verhältnisses zu tun? Und wie verhält sich die marxsche Kritik zu
moderner ökonomischer Theorie?
Die Kritik der Utopie und die Utopie der Kritik:
Welche utopische Kraft kann der Marxismus in den gesellschaftlichen Strukturen unserer
Gegenwart entwickeln? Waren immanente Probleme der Theorie verantwortlich für das
Scheitern marxistischer Projekte im 20. Jahrhundert? Wie muss das Verhältnis von Theorie
und Praxis aussehen? Was ist von Klassentheorie zu halten, was von der Revolution? Wie
könnte die Organisation emanzipatorischer Praxis konkret aussehen? Lassen sich Menschen
heute noch für sozialistische oder kommunistische Ideen mobilisieren? Und wie hat man
umzugehen mit Linkspopulismus und der Frage des Politischen?
Fristen und Ablauf:
Willkommen sind Beiträge aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen und fachlichen
Disziplinen. Es können Vorschläge für Panels oder einzelne Beiträge eingereicht werden.
Zudem ist es möglich, mediengestützte Beiträge zu zeigen oder künstlerische Ausarbeitungen
zu diesem Thema auszustellen.
Bitte sendet uns eure Abstracts von nicht mehr als 300 Wörtern mit einer kurzen
Selbstbeschreibung eurer Person auf Deutsch oder Englisch per E-Mail zu. Die allgemeine
Konferenzsprache ist Deutsch, Vorträge können jedoch auch auf Englisch gehalten werden.
Wir bitten um eine Einsendung der Beiträge bis zum 30. April 2017 (E-Mail:
info@rosasalon.org).
Veranstaltet wird der Kongress vom Rosa Salon Trier sowie der SJ – Die Falken Trier, geförder
wird er von der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

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Termin: 3o April

++Call for Paper++
Philosophie und politische Praxis in der Antike
GANPH-Symposium im Rahmen der Werner-Jaeger-Preisverleihung


Nettetal, 6.–7. Oktober 2017
Thema
Philosophie und politische Praxis stehen in der Antike in einem Spannungsverhältnis
zueinander. Einerseits ist der Philosoph für den Erhalt seines Lebens wie auch für die zur
Kontemplation notwendige Muße (scholê) auf die materiellen Leistungen des politischen
Verbandes und das politische Tätigsein seiner Mitbürger angewiesen. Andererseits verweigert
der Philosoph, indem er sich von den staatsmännischen Pflichten und Ämtern ausnimmt und
sich stattdessen der Kontemplation widmet, der Polis scheinbar seinen Dienst. Die Spannung
zwischen philosophischer Reflexion und politischer Praxis wird besonders im Werk von
Aristoteles durch die Gegenüberstellung zweier Lebensformen thematisiert: Auf der einen
Seite findet sich das Leben der Kontemplation, auf der anderen der bios praktikos, das Leben
der Politik (NE X.7–9). Doch auch bei den anderen antiken Philosophenschulen wird die
Spannung zwischen kontemplativen und praktischen Leben immer wieder diskutiert.
Unsere Konferenz soll verschiedene antike Positionen dazu beleuchten und miteinander
vergleichen. Zu den eingeladenen Referentinnen und Referenten gehören Cinzia Arruzza
(New York; zu Platon), Gretchen Reydams-Schils (Notre Dame; zur Stoa) und Andrés Rosler
(Buenos Aires; zu Aristoteles).
Zwei Vorträge der Tagung werden über diesen Call for Paper vergeben. Vorschläge für
Vorträge zu folgenden Themenbereichen sind besonders willkommen:
Politische Praxis und Philosophie im 6. und 5. Jahrhundert
Politische Praxis und Philosophie bei Sokrates
Politische Praxis und Philosophie in Platons Spätwerk
Politische Praxis und Philosophie in der Römischen Stoa
Politische Praxis und Philosophie in der Skepsis
Wir bitten um die Einsendung eines Abstracts von etwa 1000 Wörtern bis zum 30. April 2017
an Simon Weber und Anna Schriefl:
simon.weber@uni-bonn.de
schriefl@uni-bonn.de

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Deadline: 2. Mai

Welche Rolle spielt Öffentlichkeit
für Vernunft?
Workshop des Graduiertenkollegs des ZGW
Mittwoch, 14. Juni 2017, 9.45 – 18.30 Uhr
Ort: ETH Zürich, RZ F 21, Clausiusstrasse 59


Keynote Speaker
Prof. Dr. Stefan Gosepath (Freie Universität Berlin):
„Die soziale Natur der Normativität“
Der Workshop richtet sich primär an Doktorierende und
ist mit einem Call for Abstracts verbunden. Auch nichtvortragende
Doktorierende, sowie fortgeschrittene Master-
Studierende und Postdocs sind ausdrücklich zur Teilnahme
eingeladen. Eine Anmeldung ist erforderlich.
Inhalt und Ziel des Workshops
Vernunft als Fähigkeit von Personen, sich selbst und ihre
Handlungen und Überzeugungen zu begründen, erschöpft
sich nicht in privaten Überlegungen. Gerade auch in der
öffentlichen Argumentation, verstanden als Austausch von
Gründen zwischen Personen, wenden wir unsere Fähigkeit
zur Vernunft an. Öffentliche Räume, in denen dieser Austausch
stattfinden kann, scheinen demnach eine wesentliche
Rolle für Begründungen oder Rechtfertigungen zu spielen.
In dem Workshop wollen wir uns diesem Verhältnis von
Öffentlichkeit und Vernunft widmen: Inwiefern muss Vernunft
in den jeweiligen Problembereichen, derer sie sich
annimmt, öffentlich sein? Sind beispielsweise moralische
Diskussionen, logische Schlussfolgerungen, politische Entscheidungen,
wissenschaftliche Diskurse, gesellschaftliche
Beschlüsse oder persönliche Vorhaben allesamt in gleicher
Weise auf Öffentlichkeit angewiesen? Welche Anforderungen
ergeben sich daraus für die Ausgestaltung des öffentlichen
Raumes? Ist Öffentlichkeit möglicherweise eine notwendige
Bedingung für Vernunft?
Prof. Dr. Stefan Gosepath (Freie Universität Berlin) wird
den Hauptvortrag halten. Sein Werk umfasst grundlegende
Arbeiten zur Struktur der Rationalität (Aufgeklärtes
Eigeninteresse, 1992), sowie spezifischere Theorien zur
moralisch-politischen Konzeption von Gleichheit und
Gerechtigkeit (Gleiche Gerechtigkeit, 2004). Der Frage nach
dem Verhältnis von Öffentlichkeit und Vernunft widmet
er sich ausdrücklich in den Aufsätzen „The Publicity of
Reason(ing)“ (2016) sowie „Öffentliche Gründe“ (2012).
Der Workshop wird durch das Graduiertenkolleg des ZGW und
die Professur für Philosophie mit besonderer Berücksichtigung
der praktischen Philosophie der ETH Zürich unterstützt.
Organisation und Kontakt:
Professur für Philosophie II
Romila Storjohann, Silvan Moser
romila.storjohann@gess.ethz.ch
D GESS
Call for Abstracts
Aus den Einsendungen zum Call for Abstracts wählen
wir bis zu vier Vorträge von Doktorierenden zur Frage
des Workshops „Welche Rolle spielt Öffentlichkeit für
Vernunft“. Pro Beitrag sind insgesamt 60 Minuten vorgesehen,
wobei Vortrag und Diskussion jeweils etwa 30
Minuten dauern sollten.
Zur Bewerbung senden Sie bitte bis zum 2. Mai 2017
einen Abstract von maximal 350 Wörtern als pdf an
romila.storjohann@gess.ethz.ch.
Ihre pdf-Einreichung sollte zur anonymen Begutachtung
vorbereitet sein, das heisst keine persönlichen Informationen
enthalten. Ihr Name sowie Ihre Universität sollten
aus der E-Mail hervorgehen.
Zusagen bzw. Absagen werden spätestens am 8. Mai 2016
versandt. Ein Zuschuss zu den Reisekosten ist möglich.

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Deadline: 31. Mai

 

DGPPN-Referat Philosophische Grundlagen der Psychiatrie und Psychotherapie

(DGPPN Section „Philosophical Foundations of Psychiatry and Psychotherapy“

Gesellschaft für Philosophie und Wissenschaften der Psyche (GPWP)

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Deadline: 31. Mai

 

Call for Papers

 

Dear Colleagues,

Following this year’s WPA meeting, the Section for Philosophy of DGPPN and the Berlin based Gesellschaft für Philosophie und Wissenschaften der Psyche should like to welcome you to a

Satellite Symposium on the topic of “Social Embodiment”.

The symposium will be dedicated to issues of intersubjectivity and intercorporeality, in particular related to the psychiatric context.

The form of meeting outside the official WPA program will provide the opportunity for Berlin based people interested in our field to discuss these issues without needing to register at the WPA.

The meeting will take place at the Siemens-Villa, Immanuel Diakonie, Am kleinen Wannsee 5 in Berlin-Wannsee on October 12th, 2017, 1-6 p.m. The S-train station Wannsee is easy to reach from the conference site of WPA (about 30 Minutes). There will be no fee for attending. At the end there will be the opportunity for having dinner together at a nearby restaurant.

We kindly ask for your active participation. Time will allow for 4-6 presentations. If you would like to share your thoughts on the topic with us, please send an email to Prof. Heinze (m.heinze@immauel.de) until the end of May, 2017. We will then create a program.

Of course, everybody else who just wants to listen is welcome too!

 

Best regards,

Prof. Martin Heinze, Prof. Thomas Fuchs, Dr. Anke Maatz

(Chairs of the DGPPN Section „Philosophy“)

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Deadline: 31. Mai

 

Rechts- und sozialphilosophische Aspekte der Krise der Demokratie
Workshop im Rahmen der V. Tagung für Praktische Philosophie
17. November 2017
Universität Salzburg
Veranstalter: Dr. Norbert Paulo & Prof. Dr. Stephan Kirste (Salzburg)
Nach der Wahl von Donald Trump, der Brexit-Entscheidung und der Flüchtlingskrise scheint das Vertrauen der Bürger_innen der westlichen Welt in die liberale und pluralis-tische Demokratie erschüttert zu sein. Das Aufleben rechts- und (seltener) linkspopulis-tischer politischer Bewegungen ist nicht zu übersehen – aber ihre theoretische Durch-dringung steht noch am Anfang.
Außenpolitische Rahmenbedingungen des Populismus sind u.a. der Islamismus und zu-nehmend autoritäre Demokratien in Russland und der Türkei, die mitunter als Bedrohung empfunden werden. Innenpolitisch hat insbesondere die Flüchtlingskrise die europäi-schen Gesellschaften tief gespalten. Während die einen für größtmögliche Liberalität und Neutralität im Umgang mit Muslimen plädieren, nehmen andere den Islam(-ismus) als fremd oder gar gefährlich wahr und fürchten den Verlust der europäischen Identität.
Viele grundlegende staatstheoretische Fragen stellen sich vor diesem Hintergrund neu. Wieder umstritten sind u.a. die Bedeutung von Souveränität, Nationalstaatlichkeit und Gewaltenteilung, sowie die Rolle von Meinungsfreiheit, Medien und Experten. Dieser Workshop widmet sich daher den rechts- und sozialphilosophischen Aspekten der Krise der Demokratie. Die Bandbreite möglicher Themen ist groß. Dazu gehören bspw. diese:
 Wie können wir die politischen und rechtlichen Herausforderungen durch den Popu-lismus rechts- und sozialphilosophisch identifizieren und bewerten?
 Wo genau liegen die sozialen und rechtlichen Strukturen in diesem Problembereich?
 Was sind die politischen, rechtlichen und ethischen Voraussetzungen pluralistischer Demokratie?
 Welche demokratieimmanenten Lösungsmethoden gibt es für die gegenwärtige Krise der Demokratie?
 Darf die Demokratie ihre rechtlichen und institutionellen Bedingungen selbst in Frage stellen? Inwieweit darf sie ihre eigene Einschränkung ins Kalkül ziehen?
 Dürfen bzw. müssen sich rechtsstaatliche Institutionen einem populärdemokrati-schen Abbau demokratischer Institutionen entgegenstellen? Welche Mittel wehrhaf-ter Demokratie sind heute angezeigt?
 Dreht nicht die populistische Demokratie das Herrschaftsbegründungsverhältnis von einem bottom-up (vom Volk zur Regierung) zu einem top-down-Verhältnis um, bspw. indem spezifische Wählerprofile erstellt und manipuliert werden können?
 Ist der Verfassungspatriotismus ein sinnvoller Ansatzpunkt für die gegenwärtige Identitätsdebatte?
 Inwiefern ist die Schwächung von Verfassungsgerichten demokratietheoretisch be-denklich?
– 2 –
Wir bitten um die Einsendung von Abstracts (max. 500 Worte) für Vorträge (ca. 20 min) zu solchen oder ähnlichen Themen bis zum 31. Mai 2017 an Norbert Paulo (norbert.paulo@sbg.ac.at). Bitte schicken Sie auch einen kurzen Lebenslauf. Das Er-gebnis der Auswahl wird innerhalb einer Woche nach der Deadline bekanntgegeben.
Die ausgewählten Referent_innen müssen sich für die Tagung für Praktische Philoso-phie registrieren. Die Registrierungsgebühr beträgt 30 € und beinhaltet neben Kaffee und Kuchen in den Pausen auch einen Mittagssnack. Weitere Informationen: www.ta-gung-praktische-philosophie.org
Wir streben an, die bei dem Workshop vorgetragenen Aufsätze als Schwerpunkt in der Zeitschrift für Praktische Philosophie zu veröffentlichen.

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April 4th, 2017

 

Call for Papers

 

Dear Colleagues,

Following this year’s WPA meeting, the Section for Philosophy of DGPPN and the Berlin based Gesellschaft für Philosophie und Wissenschaften der Psyche should like to welcome you to a

Satellite Symposium on the topic of “Social Embodiment”.

The symposium will be dedicated to issues of intersubjectivity and intercorporeality, in particular related to the psychiatric context.

The form of meeting outside the official WPA program will provide the opportunity for Berlin based people interested in our field to discuss these issues without needing to register at the WPA.

The meeting will take place at the Siemens-Villa, Immanuel Diakonie, Am kleinen Wannsee 5 in Berlin-Wannsee on October 12th, 2017, 1-6 p.m. The S-train station Wannsee is easy to reach from the conference site of WPA (about 30 Minutes). There will be no fee for attending. At the end there will be the opportunity for having dinner together at a nearby restaurant.

We kindly ask for your active participation. Time will allow for 4-6 presentations. If you would like to share your thoughts on the topic with us, please send an email to Prof. Heinze (m.heinze@immauel.de) until the end of May, 2017. We will then create a program.

Of course, everybody else who just wants to listen is welcome too!

 

Best regards,

Prof. Martin Heinze, Prof. Thomas Fuchs, Dr. Anke Maatz

(Chairs of the DGPPN Section „Philosophy“)

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Deadline: 31. Mai

 

Rechts- und sozialphilosophische Aspekte der Krise der Demokratie

Workshop im Rahmen der V. Tagung für Praktische Philosophie

17. November 2017

Universität Salzburg

 Veranstalter: Dr. Norbert Paulo & Prof. Dr. Stephan Kirste (Salzburg)

 

Nach der Wahl von Donald Trump, der Brexit-Entscheidung und der Flüchtlingskrise scheint das Vertrauen der Bürger_innen der westlichen Welt in die liberale und pluralistische Demokratie erschüttert zu sein. Das Aufleben rechts- und (seltener) linkspopulistischer politischer Bewegungen ist nicht zu übersehen – aber ihre theoretische Durchdringung steht noch am Anfang.

Außenpolitische Rahmenbedingungen des Populismus sind u.a. der Islamismus und zunehmend autoritäre Demokratien in Russland und der Türkei, die mitunter als Bedrohung empfunden werden. Innenpolitisch hat insbesondere die Flüchtlingskrise die europäischen Gesellschaften tief gespalten. Während die einen für größtmögliche Liberalität und Neutralität im Umgang mit Muslimen plädieren, nehmen andere den Islam(-ismus) als fremd oder gar gefährlich wahr und fürchten den Verlust der europäischen Identität.

Viele grundlegende staatstheoretische Fragen stellen sich vor diesem Hintergrund neu. Wieder umstritten sind u.a. die Bedeutung von Souveränität, Nationalstaatlichkeit und Gewaltenteilung, sowie die Rolle von Meinungsfreiheit, Medien und Experten. Dieser Workshop widmet sich daher den rechts- und sozialphilosophischen Aspekten der Krise der Demokratie. Die Bandbreite möglicher Themen ist groß. Dazu gehören bspw. diese:

- Wie können wir die politischen und rechtlichen Herausforderungen durch den Populismus rechts- und sozialphilosophisch identifizieren und bewerten?

- Wo genau liegen die sozialen und rechtlichen Strukturen in diesem Problembereich?

- Was sind die politischen, rechtlichen und ethischen Voraussetzungen pluralistischer Demokratie?

- Welche demokratieimmanenten Lösungsmethoden gibt es für die gegenwärtige Krise der Demokratie?

- Darf die Demokratie ihre rechtlichen und institutionellen Bedingungen selbst in Frage stellen? Inwieweit darf sie ihre eigene Einschränkung ins Kalkül ziehen?

- Dürfen bzw. müssen sich rechtsstaatliche Institutionen einem populärdemokratischen Abbau demokratischer Institutionen entgegenstellen? Welche Mittel wehrhafter Demokratie sind heute angezeigt?

- Dreht nicht die populistische Demokratie das Herrschaftsbegründungsverhältnis von einem bottom-up (vom Volk zur Regierung) zu einem top-down-Verhältnis um, bspw. indem spezifische Wählerprofile erstellt und manipuliert werden können?

- Ist der Verfassungspatriotismus ein sinnvoller Ansatzpunkt für die gegenwärtige Identitätsdebatte?

- Inwiefern ist die Schwächung von Verfassungsgerichten demokratietheoretisch bedenklich?

Wir bitten um die Einsendung von Abstracts (max. 500 Worte) für Vorträge (ca. 20 min) zu solchen oder ähnlichen Themen bis zum 31. Mai 2017 an Norbert Paulo (norbert.paulo@sbg.ac.at). Bitte schicken Sie auch einen kurzen Lebenslauf. Das Ergebnis der Auswahl wird innerhalb einer Woche nach der Deadline bekanntgegeben.

Die ausgewählten Referent_innen müssen sich für die Tagung für Praktische Philosophie registrieren. Die Registrierungsgebühr beträgt 30 € und beinhaltet neben Kaffee und Kuchen in den Pausen auch einen Mittagssnack. Weitere Informationen: www.tagung-praktische-philosophie.org

Wir streben an, die bei dem Workshop vorgetragenen Aufsätze als Schwerpunkt in der Zeitschrift für Praktische Philosophie zu veröffentlichen.

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15. Juni

 

PLM4 - Fourth Philosophy of Language and Mind Conference

PLM is a European network of centers devoted to the Philosophy of Language and Mind. PLM was founded in 2010 and organizes international conferences, workshop and master classes taught by leading experts in the field  (see www.illc.uva.nl/PLM/).

The Fourth PLM conference will take place:

Venue: Ruhr University Bochum

Time: 21-23 September 2017

Conference Homepage: www.rub.de/phil-lang/PLM4/

Plenary Speakers:

  • Emma Borg (U Reading)
  • Ophelia Deroy (LMU Munich & IP London)
  • Paul Egré (Institut Jean Nicod, Paris)
  • Max Kölbel (U Vienna)
  • Nikola Kompa (U Osnabrück)
  • Bence Nanay (U Antwerp)
  • Albert Newen (U Bochum)
  • Markus Werning (U Bochum)

Organization: Markus Werning (speaker), Albert Newen and Heinrich Wansing

PLM Board/Member Institutions:

Call for Papers 

The conference welcomes the submission of abstracts in the areas of philosophy of language (widely construed, including philosophical logic and philosophy of linguistics) and philosophy of mind (including philosophy of psychology and cognitive science). Abstracts accepted as talks will be allocated 40 minutes, including 10 minutes of discussion. In addition, we will allow for poster presentations.

Submission of Abstracts 

Abstracts should be anonymous, not more than two pages of A4 (1 inch margins, 11 Times Roman) and submitted as a pdf file via EasyChair at:

easychair.org/conferences/?conf=plm4

Submission opens:  1 April 2017

Submission closes: 15 June 2017

Notification of acceptance: 30 July 2017 

Registration opens: 1 August 2017

Publication of Selected Papers:

Selected papers from all three previous PLM conferences have been published in special issues of Synthese or Review of Philosophy and Psychology. A similar special issue with selected papers is intended for PLM4.

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Termin: 1. Juli

Call for Papers


Autumn School
Kultur als zweite Natur?
des Clusters I „Kultur und Lebensform“ des Forschungsschwerpunktes
„Kulturelle Orientierung und normative Bindung“
der Universität Koblenz-Landau


Ralf Becker (Philosophie), Christian Bermes (Philosophie), Jürgen Goldstein (Philosophie)
16.–18. Oktober 2017 Kurhaus Trifels, Annweiler am Trifels


Die Autumn School richtet sich an Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler
(Doktorandinnen/Doktoranden, Post-Doktorandinnen/-Doktoranden) aus den Bereichen
Pädagogik, Philosophie und Soziologie sowie angrenzenden Disziplinen, die Forschungsvorhaben
rund um die Begriffe „Kultur“, „kulturelle Praxis“, „Handeln“ und „Verbindlichkeit“
verfolgen und Interesse haben, ihre Überlegungen anhand eines Vortrags mit
ausgewiesenen Fachvertreterinnen und -vertretern zu diskutieren.
Die Rede von der „zweiten Natur“ kann Verschiedenes bedeuten. Eine Verwendungsform
geht auf Aristoteles zurück, der Gewohnheiten als unsere zweite Natur charakterisiert. In
diesem Sinne sagen wir auch alltagssprachlich, dass uns eine Handlungs- oder Herstellungsweise
in „Fleisch und Blut“ übergegangen sei. Und tatsächlich bewegen wir uns alltäglich
innerhalb von selbstverständlichen Verbindlichkeiten, indem wir unseren Alltag bewältigen
und gestalten. Damit eröffnet dieses Verständnis einen Blick sowohl auf kulturelle Praktiken
und deren Verbindlichkeit sowie auf die generelle Bedeutung kultureller Orientierung, indem
wir alltäglich impliziten Normen folgen.
Ein weiterer Gebrauch steht in der Tradition von Hegel und Marx und eröffnet eine Gegenüberstellung
der Begriffe „Kultur“ und „Natur“. Demnach ist die zweite Natur die bearbeitete
erste Natur. Die Philosophische Anthropologie des 20. Jahrhunderts findet im Resultat
dieser Arbeit die Kultur als Inbegriff des von Menschen Hervorgebrachten. Für Arnold Gehlen
ist die Kultur die Kompensationsleistung für die bloß mangelhafte Ausstattung der
menschlichen Natur: Der Mensch muss selbst für das aufkommen, was ihm die Natur versagt.
Nach Plessner ist der Mensch von Natur aus auf Kultur angelegt, weil er als exzentrisches
Wesen sein Leben führen muss und sich so erst zu dem macht, der er ist. Schließlich
wären noch die Versuche im Ausgang von der Evolutionstheorie seit der Mitte des 19. Jahrhunderts
zu nennen, menschliche Kulturleistungen naturgeschichtlich aus einer „Vorgeschichte
der Moral“ herzuleiten.
Die Ableitung der menschlichen Kultur mit ihren Normen, Handlungs- und Lebensformen
sowie Institutionen aus einem (bloß gedachten oder rekonstruierten) Naturzustand wirft
Fragen auf, denen sich die Autumn School widmen möchte. Das grundsätzliche Problem lautet,
ob (und gegebenenfalls wie) eine Naturgeschichte der Kultur überhaupt vernünftigerweise
konstruiert werden kann. Überdies lohnt es sich, den Spieß umzudrehen und zu fragen,
weshalb das von Menschen Gemachte als etwas Naturgegebenes aufgefasst wird. Möglicherweise
erweist sich, wie bereits Adorno bemerkt, die zweite Natur als die in Wahrheit
erste. Wenn wir geschichtlich und gesellschaftlich Hervorgebrachtes als Natur ansehen, erzeugen
wir nach Roland Barthes Mythen. Die Naturalisierung von Normen und Institutionen
entzieht diese der Kritik. Außerdem fällt auf, dass der Begriff der Natur unbestimmt zumeist
als selbstverständlich vorausgesetzt wird, was er keineswegs ist. Was ist eigentlich so attraktiv
daran, Kultur in irgendeiner Hinsicht als (erste oder zweite) Natur zu begreifen? Wie verhält
sich die Konstellation „erste und zweite Natur“ angesichts der alltäglich vollzogenen
kulturellen Praktiken und der Selbstverständlichkeit kultureller Orientierung?
Ihre Antworten auf den Call for Papers mit bis zu 500 Worten senden Sie bitte bis zum
01.07.2017 an schimmer@uni-landau.de. Sie bekommen von den Veranstaltern der Autumn
School bis zum 31.07.2017 eine Rückmeldung auf Ihre Einsendung.
Reise- und Übernachtungskosten werden übernommen.
Weitere Informationen zu den Veranstaltern und ihrer Zusammenarbeit finden Sie unter
www.kulturelle-orientierung.de
Für Rückfragen können Sie sich jederzeit an Thomas Schimmer, Koordinator des Forschungsschwerpunktes
am Campus Landau, wenden: schimmer@uni-landau.de, Telefon: 06341 /
28032282.

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Termin: 15. Juli

Call for paper
Workshop an der Freien Universität Berlin


Kritiken des Leidens


Organisation: Erika Benini
10.-11.11.2017
Das leibhafte Moment meldet der Erkenntnis an, daß Leiden nicht sein, daß es anders werden solle […]. Die
Abschaffung des Leidens, oder dessen Milderung hin bis zu einem Grad, der theoretisch nicht vorwegzunehmen,
dem keine Grenze anzubefehlen ist, steht nicht bei dem Einzelnen, der das Leid empfindet, sondern allein
bei der Gattung, der er dort noch zugehört, wo er subjektiv von ihr sich lossagt und objektiv in die absolute
Einsamkeit des hilflosen Objekts gedrängt wird.
[Negative Dialektik., GS 6, S. 203]
Ziel des Workshops ist, eine erneute Reflexion über das Leiden für eine kritische Diagnose der
Gegenwart anzuregen. Voraussetzung wäre, dass, obwohl das Leiden eine der individuellsten
Erfahrungen ist, es nicht als etwas bloß Subjektives gedacht wird. Es zeigt eine objektive Wahrheit
bzw. eine objektive Beziehung zur Realität, die eine kritische Analyse der Gesellschaft nicht
vernachlässigen darf.
Leiden ist zweifellos eines der zentralen Themen des menschlichen Lebens, das aber in der
Philosophie nur am Rande vorkommt (entscheidende moderne Ausnahmen sind Schopenhauer und
Nietzsche), und über das sich die philosophischen Kontroversen nie einig waren. Sowohl
anthropologisch als auch gesellschaftlich ist es tatsächlich schwierig, dem Leiden eine Stellung,
einen Sinn, eine Bedeutung zu geben. Wozu leiden wir?
Die idealistische Philosophie hat, ähnlich wie die manche Religion, das Leiden in einen geistigen
oder geschichtlichen Plan eingebettet. Bei Hegel widerspricht das individuelle Leiden nicht dem
geschichtlich parallel verlaufenden Fortschritt von Denken und Wirklichkeit. In diesem Sinn wird
das Leiden in der allgemeinen Perspektive der Geschichte des Geistes als Motor des Fortschritts
berücksichtigt (wie etwa im unglücklichen Bewusstsein). Aber Hegel unterscheidet die
Wirklichkeit, die vernünftig ist, von der bloß vergänglichen, unvernünftigen Existenz, und stellt
diese Wirklichkeit zudem als das eigentliche Geschichtsfeld dar.
Das wird in aktuellen Debatten ab dem 20. Jahrhundert (siehe Heidegger, Jaspers, Sartre usw.)
kritisiert, wobei das Leiden zunehmend an Relevanz gewinnt. Die gegen Hegel gerichteten
Versuche, Leid als existenzielle Erfahrung des menschlichen Lebens in die theoretische Reflexion
einzubeziehen, entspricht der Tendenz, die Erfahrungen von Leid und Schmerz von ihren
historischen wie gesellschaftlichen Gründen zu dispensieren, bzw. individualisiert zu betrachten.
Dieses Verständnis hat in aktuellen phänomenologischen wie anthropologischen Theorien immer
mehr an Gewicht gewonnen: Leiden wird oft nur in seinen individuellen Erscheinungsformen
untersucht, seine Unsinnigkeit durch eine vermeintlich ursprüngliche und unvermeidbare Struktur
des ,Menschseins‘ bzw. der conditio humana abgemildert.
Diese Tendenz steht im Einklang mit der gesellschaftlichen Tendenz des Spätkapitalismus: Wenn
Verletzlichkeit heutzutage eine höhere Aufmerksamkeit als je zuvor erfährt, wird folgende
Paradoxie erlebt: Obwohl diese Erfahrung gesellschaftlich akzeptierter ist, wirkt sie dennoch bloß
individuell und hat keinerlei gesamtgesellschaftlichen Anspruch. Das Leiden wird privatisiert und
gleichzeitig immer stärker sozial verwaltet (etwa in Analysen von Experten, durch neue Namen für
psychische Krankheitsbilder und Studien über Störungen etc.). Nicht nur wird unproblematisch das
Faktum akzeptiert, dass es trotz aller technologischer Fortschritte und aller sozialer Verbesserungen
nach wie vor in unserer Gesellschaft so ist, dass Menschen leiden, sondern Schmerzerfahrung ist
quasi zum Substitut der Individualität einer Person geworden und beansprucht nicht weniger – aber
auch nicht mehr – als eine neue Grundlegungsfunktion des privaten Subjekts.
Innerhalb der aktuellen Analysen über das Leiden hat die Schmerzerfahrung an Bedeutung
gewonnen. Das ist das unbestrittene Verdienst der Phänomenologie (Merleau-Ponty, Levinas). Nicht
nur scheint im körperlichen Schmerz das Leiden direkter zu sein, sondern das Nachdenken vom
Leiden schließt die Möglichkeit ein, eine absolute Unvergleichbarkeit einer somatischen
(leiblichen) Erfahrung einzuräumen und damit das je Besondere zu betonen. Wenn die
Phänomenologie grundsätzlich die Fragestellung vertieft, wie wir – leiblich strukturiert –
Schmerzen erfahren können, bleibt dennoch zu erklären, unter welchen gesellschaftlichen
Bedingungen unsere leiblichen Erfahrungen in einer bestimmten Weise strukturiert werden.
Der Workshop soll dazu dienen, die soziale Dimension der individuellen Schmerzerfahrung mit
ihren komplexen – sowohl theoretischen als auch praktischen – Implikationen zu berücksichtigen.
Anders gesagt: Mit der strategischen Fokussierung auf die einzelne, nicht generalisierbare
Erfahrung, die ein Subjekt erleidet, müssen die (widersprüchlichen) Aspekte der Realität (bzw. der
Gesellschaft) als objektive Wahrheit gefunden werden.
Die Themenbereiche des Workshops sind:
(a): Die Beziehung des Leidens zur Geschichte und Gesellschaft
Fragestellungen: Wie kann ein erneutes Verständnis des vergangenen Leidens ein Potential für das
Verständnis der Gegenwart anbieten?
Ist das Leiden als das Vergessene der Geschichte zu lesen, um das Leiden in der Gegenwart
vermeiden zu können?
Welche sind die sozial konstruierte Vorstellungen des Leidens in unserer Gesellschaft und warum
bestimmen sie unsere Gesellschaft
(b) Das Leiden und die Schmerzerfahrung
Fragestellungen: Wie ist die Schmerzerfahrung phänomenologisch, medizinisch, psychologisch zu
bestimmen?
Wie ist unsere Wahrnehmung des eigenen Schmerzes sozial adressiert?
Was bedeutet es, die Schmerzen der Anderen wahrzunehmen? Ist das grundsätzlich möglich?
Warum werden nicht alle Schmerzen (gleich) wahrgenommen?
Abstracts (1-1,5 Seiten) werden bis zum 15.07.2017 erbeten (Adresse: erikabenini00@gmail.com).
Aus der Veranstaltung sollen Beiträge zu einem Sammelband (Ende 2018) hervorgehen.

 

Termin: 31. Juli

Philosophische Anthropologie und ihr Verhältnis zu den
Wissenschaften der Psyche. Ein französisch-deutsches Prisma


Eine philosophie- und wissenschaftsgeschichtliche Tagung des Instituts für Philosophie der
Universität Potsdam und der Deutschen Gesellschaft für französischsprachige Philosophie
Ort: International Psychoanalytic University (IPU), Stromstr.2, 10555 Berlin
Datum: 19.-21.02.2018 (Montag bis Mittwoch)
Konzeption und Organisation: Thomas Ebke (Potsdam), Sabina Hoth (Berlin)
Kontakt: thomas.ebke@gmx.net; s.hoth@fu-berlin.de

Teilnahmebedingungen
Die Einsendung von Abstracts (1-1,5 Seiten) wird erbeten bis zum 31.07.2017. Die
Konferenzsprachen sind Englisch und Deutsch. Eine Zuordnung zu einem der im Exposé
unterschiedenen thematischen Teilbereiche ist ausdrücklich erwünscht. Aus der Tagung sollen
Beiträge zum Internationalen Jahrbuch für Philosophische Anthropologie (de Gruyter)
hervorgehen, die in für die Publikation ausgearbeiteter Form bis zum 31.07.2018 vorliegen
müssen. BewerberInnen werden gebeten, die Möglichkeiten zur Übernahme der Reise- und
Übernachtungskosten durch Universitätsinstitute (Dienstreisen), Stiftungen usw.

 







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