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Neuigkeiten

17.03.2017 Druckversion  |  Schrift: vergrößern verkleinern 

Sommerakademie für Kunstphilosophie

Internationale Sommerakademie für Kunstphilosophie

2017: Philosophie der bildenden Künste

 

Ort: Cselley-Mühle, Sachsenweg 63, 7064 Oslip, Burgenland, Österreich
Zeit: Sonntag 13. August,
18 Uhr bis Sonntag 20. August 2017,12 Uhr
Fragen: info@kunstphilosophie.academy
Bewerbung: bewerbung@kunstphilosophie.academy


Wir laden ein zur Teilnahme an der Internationalen
Sommerakademie für Kunstphilosophie! Sie ist in ihrem Gründungsjahr 2017 der Philosophie der bildenden Künste gewidmet. Wir suchen interessierteTeilnehmer und Teilnehmerinnen, die das Anforderungsprofilerfüllen. Wir bieten drei miteinander verknüpfte Kurse fürje sieben Teilnehmer*innen. Die dreivon Universitäten kommendeLehrenden stellen ihre eigenenPositionenvor, diskutieren sie anhand von eigenen und fremden Texten mit den Teilnehmer*innen und entwickeln die Reflexionenmit allen gemeinsam im Sinn forschungsgeleiteterLehreweiter. EinBegleitprogramm bietet anschauliche Ergänzungen(siehe: Leistungen, in Kursgebühr inkludiert). Am Samstag werden zwei Dozenten öffentliche Dialoge mit Künstlernführen.Wir freuen uns auf Ihre Bewerbungen!

Gesamtkonzept, Leitungund Organisation: PD Dr. Peter Mahr

 

Inhalt

die Lehrenden

die Themen der Kurse

Bewerbung undOrganisation

 

Inhalt

Schon ein Blick auf die Inhaltsverzeichnisse von Zeitschriften für Ästhetik und die Programme von Ästhetik-Kongressen zeigt: Weder werden die Künste als ein vielfältiges Ganzes, noch in Gruppen von Künsten behandelt wie zum Beispiel die bildenden Künste. Doch längst beschäftigen sich etwa Kunsthochschulen nicht mehr nur mit Malerei, Grafik, Skulptur und Architektur. Zum festen Bestandteil des Unterrichts wie der Kunstwelt geworden sind Mixed Media, Landschaftskunst, Visuelle Kommunikation, Fotografie, Installationskunst, Szenographie, Lichtgestaltung, Videokunst, digitale und Internetkunst, Computerspiel-Kunst, Kunst im öffentlichen Raum, Artistic Research, Angewandte Kunst. Auch hatseit den 1960er Jahren die bildenden Kunst am meisten neue Künste oder Kunstrichtungen hervorgebracht, wie dauerhaft auch immer: Objektkunst, Minimal Art, Concept Art, Land Art, Environment, Videoinstallation, Medienkunst, Flyer, T-Shirt, Interventionskunst. Diese enorme Kraft der Generation und Filiation von Künsten fordert die Arbeit des Begriffsgeradezu heraus.Wie können diese Künste als bildende Künste auf den Begriff gebracht werden? Wie können die spezifischen Unterschiede dieser künstlerischen Praktiken, genannt bildende Künste,philosophisch gefasst werden?

Kunstphilosophie ist somit als Philosophie der Künste
gefordert, als begriffliche Bestimmung und systematische Reflexion der Künste, wie sie im Rahmen der philosophischen Tradition der Ästhetik Gestalt angenommen hatund ein Potenzial bereit hält, das noch nicht erschöpft ist.(Alexander G. Baumgarten)

Was die bildenden Künste angeht, so finden sich neben ihnen andere Gruppen von Künsten, die
darstellenden KünstesowiedieKünstedes Design, der Musik und der Literatur. Es liegt daher nahe, dass sich die Philosophie der bildenden Künste mit derFrage beschäftigt: Was ist das Gemeinsameund was das Trennende, das diebildenden Künste mit den anderen Künsten unterhalten?

Die nächste Herausforderung ist
das Denken der künstlerischen Verbindungen zwischen den bildenden und anderen Künsten, zum Beispiel vom Comic-Strip zur Literatur, vom Poetry Slam zum Theater, vom Videoclip zur Musik, von zahlreichen Verbünden in der der Oper zu schweigen. Man hat im Blick auf diese komplexen Künste von der Verfransung der Künste (Theodor W. Adorno)odervom Genre-Mix (Jacques Derrida) gesprochen. Können hier Prinzipien, wie sie für die bildenden Künste konstitutiv sind, noch eine Rolle spielen?

Eine besondere Herausforderung für die Philosophie der Künste und damit auch für die Philosophie der bildenden Künste ist die Tatsache, dass sich zwischen den genannten Gruppen nicht-komplexeZwischenkünste befinden: Graffiti, Performance-Art, Sound Art. Welchen Status nehmen sie ein? Existieren sie ohne künstlerische und doch mit eigenen Prinzipien? Beruhen sie auf Prinzipien, die nicht auf das Bildliche der bildenden Künste zurückgeführt werden können.

Auf welchen Prinzipien überhaupt beruht die Unterscheidung und Differenzierung der Künste innerhalb und außerhalb der bildenden Kunst? Sollte man bei den Prinzipien der jeweiligen einzelnen Künste beginnen und sich auf sie beschränken? Sind das Bild, die Geste, der Klang, die Schrift, die Rede, der Entwurf jeweils grundlegend;
oder sind es Bilden, Schauspielen, Tanzen, Hörenlassen, Schreiben, Reden, Skizzieren? Welche Prinzipien könnten es denn sonst sein als Tätigkeiten wie Poiesis, AisthesisundKatharsis (Hans Robert Jauss) sowie Mimesis?Effektewie Identifikation (Arthur Danto), Repräsentation, Ausdruck, Gefühl, Interpretation, Fiktion? Materialien undMedien wie Pigment, Stein, Stift, Film, Video, Instrument? Werke wie Unikate oder Multiples, Texte oder Aufführungen?(Gérard Genette)

All diese Fragen bewegen sich noch immer auf die Frage zu: Gibt es eine Einteilung, Ordnung, Systematik der Künste, die auf einem einzigen Prinzip beruht, jedoch ohne dass es heute noch ein klassisches tableau mit umfassendem
Anspruch wie im 18. Jahrhundert bräuchte?(Foucault)Und davon herkommend: Ist eine Selbstbegründung der bildenden Kunstmöglich, die in den gesamten Raum des Wissens ausstrahlt?

Das philosophische Trachten nach einem einzigen Prinzip hat seit dem 19. Jahrhundert zu
verschiedenen Unterordnungen unter den Primat jeweils einer Kunst geführt:unter die bildende Kunst (Friedrich W. J. Schelling), unter die Dichtung (Georg W. F. Hegel, Martin Heidegger), unter die Musik (Arthur Schopenhauer, Friedrich Nietzsche). Wie wurde der eher unterschwellige, verhalten geführte 'Paragone' des 19. Jahrhunderts ausgetragen?Dauert er noch an?Kommt heute ein neuer Wettstreit der Künste auf? Gibt es über bildendeund andereKünste hinaus nur mehr Prinzipien des Wissens - einer Wissensgesellschaft -und im Wissen eine Wissensart wie etwa artistic research? Oder wird das heute gefragte einheitliche Prinzip von der Digitalität gestellt? Oder wird im Projektzeitalter der Entwurf immer wichtiger? Und wenn es doch nicht ein Prinzip allein gibt, wenn es der Prinzipien mehrere sind? Waren die Künste niemals rein voneinander geschieden? Was wäre das vereinigende Band, das heute legitimerweise von Kunst generell sprechen liesse? Muss zur Klärung der Singularität und Pluralität der Künste auf das allegorische Konzept der Musen zurückgegriffen werden? (Jean-Luc Nancy)

Fragen über Fragen.
So scheint es angeraten, sich einen Referenzrahmen zur Orientierung zu nehmen. Er könnte mit Nelson Goodmans Buch "Sprachen der Kunst"eine Ontologie der Künste innerhalb einer Theorie der symbolischen Systeme bereit stellen, wie sie im fünften Abschnitt dieses Buchs als Musik, Malerei, Literarische Künste, Tanz und Architektur entfaltet werden. Wie inkomplett auch immer Goodmans Aufstellung heute ist, wie sehr Fotografie, Film und Medienkunst bestenfallsangedeutet sind, so lassen sich die ersten vier Abschnitte des Buchs gut zu einem brauchbaren Fundament einer Philosophie der bildenden Künste sowie einer Philosophie der Musik und des Tanzes ausbauen, um in nächsten Schritten eine größere Pluralität der Künste abzuschreiten. Dann ließen sich auch die mehr oder weniger (post-)metaphysischen Theorien verorten unddiskutieren, die heute zum Teil die kunsttheoretischen wie kunstphilosophischen Diskurse bestimmen.

 

die Lehrenden

 

Dr. Constanze Peres, ordentliche Professorin an der Hochschule für Bildende Künste Dresden web

Mag. Dr. Eberhard Ortland, Forschungsbeauftragter am Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld web

Dr. Peter Mahr, Privatdozent am Institut für Philosophie der Universität Wien web

 

die Themen der Kurse


Constanze Peres:
Ontosemantische Ästhetik und Begriff der Künste


In Auseinandersetzung mit der semantischen Ästhetik und Ontologie der Künste werden Fragen diskutiert wie: Ist eine Unterteilung der Kunst in (bildende) Künste noch sinnvoll? Wie könnte ein offenes „System“ der (bildenden) Künste aussehen? Sind Einteilungsprinzipien aus einem essentiellen oder einem funktionalen Kunstbegriff zu gewinnen? Spielen physikalische Gegebenheiten für die Unterscheidung in „Zeitkünste“ und „Raumkünste“ eine Rolle? All dies wird im Blick auf Kunstwerke erörtert, sodass sich wie sonst die ont(olog)ische und die semantische Seite als zwei Seiten derselben Sache enthüllen: als Totalitäten ihrer Zustände und der sie konstituierenden Prozesse. Kunstwerke erweisen sich dann als dreistellige, prozessuale, inkorporativ-semantische, (auto)performative Entitäten, in denen ästhetische Werte die einzelnen bildenden Künste konstitutiv wie deskriptiv unterscheiden. Und vor der Folie von Hegels Ästhetik sollten Antworten auf die heutige "Entgrenzung der Kunst und Künste" gegeben werden können. – Constanze Peres wird dieses Problemfeld im Rahmen der Sommerakademie exponieren und diskutieren mit Text(ausschnitt)en von Constanze Peres, Nelson Goodman, Arthur C. Danto, Lorenz Bruno Puntel und Georg Wilhelm Friedrich Hegel.


Eberhard Ortland: Die
Unterschiede der bildenden Künste


Künste sind Disziplinen, in denen jeweils im Hinblick auf bestimmte Aufgaben ein Know-how erarbeitet und tradiert wird, wobei sich manche Probleme erst in Reaktion auf vorgängige Lösungen anderer Probleme, technische Entwicklungen und/oder gesellschaftlich-geschichtlich sich wandelnde Bedürfnisse ergeben. Systematisierungsversuche, in denen Gesichtspunkte für bestimmte Funktionen, die jeweils einzelnen Disziplinen anzuvertrauen seien, entwickelt wurden, lassen sich bis in die Antike zurückverfolgen. Doch für die bildenden Künste war im Kanon der musischen Künste lange kein Platz vorgesehen. Der Zusammenhang der bildenden Künste erschließt sich unter der Frage nach dem Bildlichen und den Bedingungen der Möglichkeit, etwas als Bild wahrzunehmen. Der Eigensinn der bildnerischen Mittel, Medien und Formen, Weisen des Umgangs mit diversen Materialien, Licht, Raum, Ereignis, Dimensionen und Modalitäten der Wahrnehmung sowie Formen der Auseinandersetzung mit dem Unsichtbaren begründen unser Interesse an einer Vielfalt bildender Künste.
Eberhard Ortland wird dieses Problemfeld im Rahmen der Sommerakademie exponieren und diskutieren mit Text(ausschnitt)en von Eberhard Ortland, Theodor W. Adorno, Bernhard Waldenfels und François Jullien, Thierry de Duve.

Peter Mahr: Bildende Künste im postmedialen Zustand

Versteht man mit Nelson Goodman die Künste als einzelne Sprachen der Kunst qua symbolische Systeme der Kunst, dann ergibt die Abklärung von künstlerischen Entitäten wie Darstellung, Ausdruck, Metapher oder Notation ein ontologisches Netz. Aus ihm können die einzelnen Künste weiter differenziert werden. Doch sollte aufgrund der Materialverwendung in der künstlerischen Produktion auch der Status der technischenMedien philosophisch reflektiert werden. Wenn die technischen Medien in der Kunst selbst semantisch konfiguriertsind, wie Stanley Cavell feststellte, dann erweisen sich Kunstgattungen als mediale, von Künsten erforschte Spielräume. Die Auslöschung des Unterschieds von Skulptur und Malerei in den 60er Jahren und die aufkommende Installationskunst, die alle Künste einbegreift, hat jedoch zu einem postmedialen Zustand geführt, wie Rosalind Krauss zeigte. Kann mit der philosophischen Reflexion dieses Zustands die heutige Vielfalt der bildenden Künste beleuchtet werden?Peter Mahr wird dieses Problemfeld im Rahmen der Sommerakademie exponieren und diskutieren mit Text(ausschnitt)en von Peter Mahr, Nelson Goodman, Stanley CavellundRosalind Krauss.

 

Bewerbung und Organisation

 

Form der Bewerbung


- Die Bewerbung ist nur möglich in Form einer E-Mail-Sendung mit Attachment einer PDF-Datei in der Größe von maximal 1 MB (Schriftgröße 12Punkt) an bewerbung@kunstphilosophie.academy


Anforderungsprofil

- sehr gute Deutschkenntnisse, die aus dem Lebenslauf (CV) hervorgehen
- abgeschlossener Master in Philosophie mit einem Schwerpunkt in Kunstphilosophie ODER philosophisch ausgewiesener Kunsttheorie sowie Doktorand*innen und Post-Docs der Philosophie, der Kunstphilosophie oder der philosophisch ausgewiesenen Kunsttheorie ODER Personen mit nachzuweisenden äquivalenten Vorkenntnissen (in letzterem Fall müssen die spezifischen Vorkenntnisse in einem zusätzlichen PDF-Dokument mit maximal 3 MB und Schriftgröße 12Punkt dokumentiert werden).


Nachweis des Anforderungsprofils und Lehrwunsch als 1 PDF (max. 1 MB mit Schriftgröße 12Punkt)

- Lebenslauf (CV)
- eine Liste der absolvierten Lehrveranstaltungen an Universitäten und Kunsthochschulen mit jeweiliger Nennung der Lehrperson, des Themas, des Semesters, der Stundenanzahl, des Titels der Seminararbeit und anderer
schriftlicher oder mündlicher Arbeiten zur Erlangung des Lehrveranstaltungszeugnisses
- Diplom/e (Kopie, max. 2 Seiten je Diplom)
- Liste der Publikationen, wenn Publikationen vorhanden
- Kurzbeschreibung der Inhalte und Formen der gewünschten Lehre im Rahmen des Inhalts
und der Themen der Kurse


Fristen

- Ende der Bewerbungsfrist: 15. April 2017, 24.00 Uhr
- Mitteilung über Aufnahme: 15. Mai 2017
- Eintreffen der Kursgebühr am Vereinskonto: spätestens am 1. Juni 2017
- Mitteilung des detaillierten Wochenprogramms: 1. Juli 2017

Reservierung der Unterkünfte

Da der Veranstaltungsort Cselley-Mühle nicht genügend Zimmer anbieten kann und die Unterkünfte in der Umgebung der Cselley-Mühle aufgrund der Festspielzeit im Land Burgenland sehr gesucht sind, wurden vorab Reservierungen für alle prospektiven Teilnehmer*innen vorgenommen. Die zugelassenen Akademieteilnehmer*innen verpflichten sich zur Übernahme der Reservierungen bis spätestens 31. Mai 2017. Die Preise der Zimmer reichen von € 22,- bis € 40,- pro Nacht. Details werden zeitgerecht bekannt gegeben.

An- und Abreise

Der Transport zur Sommerakademie, den Unterkünften und den Verpflegungsörtlichkeiten erfolgt selbständig per Bahn, Bus, Auto und Fahrrad. Es empfiehlt sich, die Wegstrecke von den Unterkünften zur Cselley-Mühle per Fahrad zurückzulegen. Dauer: maximal 15 Minuten. Fahrräder können gemietet werden oder werden von den Unterkunftgebern gestellt.

Eigenleistung

Die Kosten für die Verpflegung, sofern nicht in den "Leistungen, in Kursgebühr inkludiert" sowie für die Hinreise und Rückreise müssen von den Teilnehmer*innen selbst getragen werden. Das Frühstück wird von einigen Unterkunftgebern gestellt; es kann in der Cselley-Mühle selbst gemacht. Details folgen.

Leistungen, in Kursgebühr inkludiert

- Lehre
- digitale Kursmaterialien
- Teilnahmsurkunde, gestempelt und von den Lehrenden unterschrieben

- Exkursion zur Sammlung Friedrichshof (Wiener Aktionismus)
- Exkursion zum Skulpturenpark St. Margarethen
- Exkursion zum Keramikatelier Lehner

- Besuch der Dialoge am Samstag, den 19. August 2017
- freier Internetzugang in der Cselley-Mühle
- Vorreservierung der Unterkünfte
- Welcome Dinner am Sonntag, den 13. August 2017, nach 18 Uhr

-
Mittagessen am Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag
- Dinner am Samstag, den 19
. August 2017
- Farewell Brunch am Sonntag, den 20. August 2017, ab 9.00 Uhr
(Das
Essen ist nach Wunsch auch vegetarisch oder vegan.)

Kursgebühr

€ 350,00
Konto:
Verein zur Förderung der Philosophie der Künste
Bank: Bank Austria
IBAN: AT341200010019848331

BIC: BKAUATWW

Einbehalt (eines Teils) der Kursgebührbei Rücktritt von der Buchung

40 % Einbehalt der Kursgebühr vom 1. Juni 2017 bis 21. Juni 2017
70 % Einbehalt
der Kursgebühr vom 22. Juni 2017 bis 11. Juli 2017
100 % Einbehalt der Kursgebühr ab dem 12. Juli 2017

 

info@kunstphilosophie.academy

Impressum: Verein zur Förderung der Philosophie der Künste, Wien







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