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EDITORIAL / INHALT

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Jahrgang 2021 - Heft 4 / 2021

EDITORIAL
 
Liebe Leserin, lieber Leser,
 
auch die Art und Weise, wie an den philosophischen Seminaren der Universitäten Texte produziert werden, verändert sich im Laufe der Zeit. Wurde früher Wert auf Interpretation gelegt und auf die Sprache, in der diese erfolgte, wird heute auf schlüssige Argumentation und Kenntnis des Forschungsstandes geachtet. Um in einem Peer-Review-Verfahren zu bestehen, reicht ein einfaches Englisch. Auch haben Autorin bzw. Autor nicht mehr Leserinnen und Leser vor Augen, sondern den oder die Reviewerin mit seinen Texterwartungen. Auch Vorträge werden nicht mehr auf stilistische Feinheiten hin vorher geschrieben, sondern frei gehalten und die Merksätze mit Powerpoint an die Wand geworfen.
 
Das hat Folgen. Stilistisch brilliante philosophische Texte sind Mangelware geworden. Das gilt auch für philosophische Texte, die sich über das engere philosophische Fachgebiet an ein breiteres philosophisches Publikum wenden und inhaltlich Relevantes zu sagen haben. Für Kulturzeitschriften (aber auch für Tageszeitungen) ist das zum Problem geworden. Im Merkur, der Zeitschrift für europäisches Denken, finden sich kaum noch Beiträge von Fachphilosophen. Für Scheidewege, der Zeitschrift für skeptisches Denken, ist diese Entwicklung, wie ihr Herausgeber im Vorwort zum letzten Band ausführt) zum Verhängnis geworden. Sie hat ihr Erscheinen eingestellt (siehe S. 125f.)
 
Viele LeserInnen möchten nicht auf anspruchsvolle, aber gute philosophische Texte, die Denkanstöße vermitteln, verzichten. Und wenn seriöse PhilosophInnen das nicht mehr leisten, treten andere an ihre Stelle, die zwar gut schreiben können, doch die Substanz ihres Schreibens ist – wie das Thema Corona zeigt – oft nicht über alle Zweifel erhaben. Und das schadet letztlich dem Fach selber.
 
Mit einem freundlichen Gruß und den besten Wünschen für Weihnachten und das
Neue Jahr 2022.
 
Der Herausgeber: Peter Moser
 
 
INHALT
 
ESSAY
Ivo Wallimann-Helmer: Gerechte Verteilung von Klima- und Umweltrisiken. Ein Vorschlag; S. 8
 
DAS STICHWORT
CyberPlaces. Von Tobias Holischka; S. 20
 
STELLUNGNAHMEN
Rassismus und Kolonialismus in der Diskussion. Mit Beiträgen von Peggy H. Breitenstein, Franziska Dübgen, Daniel James, Franz Knappik, Pauline Kleingeld, Marina Martinez Mateo, Klaus Vieweg und Marcus Willaschek; S. 24
 
FORSCHUNG – TRENDS – KONTROVERSEN
Eine Rehabilitation Hitlers?; S. 44
Ute Guzzoni setzt sich für bildhaftes Denken ein; S. 46
Klimaethik; S.49
Was Risikoethik in Sachen Corona leisten könnte; S. 53
Kann ein Suizid rational sein?; S. 57
Monadologien der Gegenwart; S. 62
Wolfgang Detel plädiert für einen Agnostizismus; S. 68
Andreas Reckwitz untersucht die Spätmoderne; S. 69
 
LESERBRIEFE; S. 76
 
STUDIUM
In Amerika promovieren? Hinweise von Sebastian Luft; S. 78
Einführungen; S. 86
Kommentare, Handbücher; S. 88
 
UNTERRICHT
Gründung der Gesellschaft für Philosophie- und Ethikdidaktik e.V.; S. 90
Wo steht die Philosophiedidaktik heute? Fragen an Philipp Richter, den Vorsitzenden der neugegründeten Gesellschaft für Philosophie- und Ethikdidaktik e. V.; S. 91
 
PHILOSOPHISCHE PRAXIS
Ein Lob der Besonnenheit; S. 96
Neue Bücher; S. 98
 
AUSGABEN
Aristoteles: Physikvorlesung; S. 100
Weitere Ausgaben; S. 101
Tagungskalender; S. 105
 
DISKUSSION
Bruno Heidlberger: Zur Aktualität Hannah Arendts; S. 106
 
NACHRICHTEN
Universitäten: Bayreuth, Duisburg-Essen, Frankfurt, Fribourg, Friedrichshafen; S. 116
Innsbruck, Leipzig, Mainz; S. 117
München, Osnabrück, Wuppertal; S. 118
Personen; S. 118
Preise, Gestorben; S. 123
Gesellschaften, Verlage; S. 124
Zeitschriften: Scheidewege; S. 125
Podcasts, Internet; S. 126
 
ZEITSCHRIFTENSCHAU; S. 127
 
BEIHEFT; S. 131
 
IMPRESSUM; S. 147



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