Neue Medien oder digitale Medien sind Massenkommunikationsmittel, die nach dem Aufkommen der Informationstechnologie und in deren Zusammenhang entstanden sind. Digitale Technologien erlauben personalisierte und multidirektionale Kommunikation, die den bidirektionalen Kanal des Internets nutzt, um zielgerichtete und vielfältige Botschaften basierend auf den Erwartungen und Präferenzen der Nutzer zu versenden.
Der Begriff Neue Medien steht in seiner jüngsten Bedeutung für elektronische Geräte wie Computer, Smartphones und Tablets, die den Nutzern Zugang zum Internet bereitstellen und damit Interaktivität ermöglichen, insbesondere in Form der sozialen Medien.
Der Begriff „neue Medien” steht im Gegensatz zu den alten Medien, die viele Jahre lang als Form der Massenmedien die Medienlandschaft dominierten.
Sofern sie keine Technologien enthalten, die digitale generative oder interaktive Prozesse ermöglichen, gelten Fernsehprogramme, nicht-interaktive Nachrichten-Websites, Spielfilme, Zeitschriften und Bücher nicht als neue Medien.
Merkmale
Verschiedene Studien haben versucht zu erklären, wie genau "Neue Medien" definiert werden können. Derzeit kann man nicht sagen, dass es einen allgemeinen Konsens gibt, aber es lassen sich verschiedene Standpunkte nennen. Ein Medium ist beispielsweise dann neu, wenn es den Inhalt eines anderen Mediums durch den Einsatz zeitgenössischer Techniken und Methoden neu aufbereitet.
Als beispielsweise 1895 das Kino entstand, handelte es sich um ein neues Medium, das andere Medien wie die Fotografie und die Laterna magica adaptierte und übernahm. Mit dem Fortschritt der Technologien und kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Prozesse verlor das Kino jedoch seinen Neuheitswert. Eine neue Remediation des Kinos kam mit dem Videobeamer, VHS, DVD oder sogar Blu-Ray und YouTube.
Im Gegensatz zu den traditionellen Medien lassen sich bei den neuen Medien folgende Merkmale unterscheiden:
- Virtualität
- Unmittelbarkeit
- Multimediale Hybridisierung
- Interaktivität
- Möglichkeit der Massenkommunikation
- Schnelle Ausführung von Aufgaben
- Spezialisierung im Kommunikationsprozess
Es ist die sogenannte Informations- und Wissensgesellschaft entstanden, deren Mitglieder die Nutzer dieser Medien sind.
Ein weiteres Merkmal neuer Medien ist die zunehmende Bedeutung des Bürgerjournalismus, einer Form nutzergenerierter Inhalte (UGC = User generated Content). Benutzer möchten sich einbringen und ihre Meinungen äußern, und es liegt in der Verantwortung der Medien, ihnen diese Möglichkeit zu geben. Diese Entwicklung ist eng mit dem Aufkommen des Web 2.0 verknüpft.
Darüber hinaus kann der Begriff „Neue Medien“ auch im Kommunikationsbereich verwendet werden. In diesem Kontext gelten Neue Medien als nächster Schritt in der Kommunikation, wobei der Fokus primär auf Interaktion liegt – einem Dialog statt eines Monologs mit dem Konsumenten. Insofern werden Neue Medien als Gegenstück zu beispielsweise Printmedien oder Fernsehwerbung gesehen. Beispiele für Neue Medien sind das Internet und Augmented Reality.
Literatur
- Norbert Bolz und Julian Nida-Rümelin: Streitgespräch: Neue Medien - das Ende der Philosophie? (archive.org)
- Dietrich Ratzke: Handbuch der Neuen Medien. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1982, ISBN 978-3-421-02728-3
- Jan-Felix Schrape: Wiederkehrende Erwartungen. Visionen, Prognosen und Mythen um neue Medien seit 1970. Hülsbusch, Boizenburg 2012, ISBN 978-3-86488-021-6
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